The time before the rest of life begins - Kapitel 3
Gehst du mit mir aus?
Langsam ging Draco nach draußen, auf den See zu und setzte sich ans Ufer. Er fühlte sich schlecht. Er wusste, dass Blaise etwas für Harry empfand, ihn aufgegeben hatte, um die Freundschaft zu retten. Und was machte er? Er machte sich weiterhin Hoffnungen. Er wusste ja nicht einmal, ob er eine Chance hatte.
„Was willst du?“, fragte Harry und trat hinter ihn.
„Dich vor Granger retten. Du sahst etwas genervt aus.“
„Das geht schnell.“ Harry lachte leise. „Als hätte ich es in sieben Jahren noch immer nicht gelernt, meine Hausaufgaben zu timen.“
„Hast du es denn gelernt?“ Draco lehnte sich zurück und sah zu Harry hoch.
„Klar, ich bin fast fertig. Was ist mir dir? Hat Snape euch leben lassen?“
„Gerade so. Bis Freitag haben wir Zeit, ihm einen Aufsatz zu schreiben.“
„Autsch.“ Harry musterte ihn einen Moment. „Erkläre mir mal zwei Dinge, Malfoy. Zum einen würde mich interessieren, warum ihr zwei wegen mir so viel Stress habt und zum anderen ... ich? Ich hab ihn das schon gefragt. Was wollt ihr von mir? Ihr hasst mich!“
„Wer sagt denn sowas?“
„Euer Verhalten.“
„Hey, so benehmen wir uns immer. Du solltest sehen, wie es zwischen Blaise und mir abgeht. Das ist unsere Art, jemanden zu zeigen, dass wir ihn ... mögen.“
Harry lachte auf. „Fein ... und warum zankt ihr euch so dermaßen, dass du deinen besten Freund sogar im Klo einsperrst?“
Draco wackelte mit dem Kopf. „Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit, wer der bessere von uns beiden ist.“
„Aha ... und das hat absolut nichts mit mir zu tun? Oder habt ihr ausdiskutiert, wer der bessere für mich ist?“
Draco lächelte nur.
„Ich nehme das mal ganz arrogant als ja. Und nun hat Zabini verloren?“
„Nicht verloren.“ Draco seufzte leise. „Wäre denn von deiner Seite Interesse an einem von uns?“
Nun setzte Harry sich endlich. „Wer sagt dir, dass ich schwul bin?“
„Bist du es?“
Harry schaute Draco prüfend an. „Wie kann ich euch vertrauen?“
„Wie meinst du das?“
„Ich oute mich jetzt und du rennst dann damit durch die Schule?“
„Oh bitte. Traust du mir das echt zu?“
„Ist noch gar nicht so lange her, da hast du mich in der Großen Halle angegriffen.“
„Da warst du selbst Schuld. Du hast mich bis aufs Blut gereizt.“
„Das können wir beide gut, Malfoy“, sagte Harry grinsend.
Amüsiert nickte Draco. „Ja.“
„Ich weiß nicht, was ich bin“, sagte Harry plötzlich.
„Wie ... du weißt nicht?“
„Naja ... ich ... oh Mann ... das wird mir auf die Füße fallen. Ich hatte bisher nur eine Freundin und das war jetzt nicht unbedingt berauschend.“
„Du meinst die Weasley?“
„Ja.“
Draco biss sich auf die Unterlippe. „Findest du andere Kerle denn hübsch?“
„Naja ... hässlich seid ihr beide nicht.“
„Es gibt Wege rauszufinden, ob du an Männern Interesse hast.“
„Und wie?“
„Muss ich dir das echt erklären?“ Draco lachte leise. „Geh mit mir aus.“
„Wie ... ein Date? Ernsthaft? Malfoy, was genau willst du von mir?“
Seufzend lehnte sich Draco zur Seite und sah aufs Wasser. „Ich find dich gut, okay?“
„Du findest mich gut? Ich finde Hermine auch gut. Aber ich lade sie nicht zu einem Date ein.“
„Warum will man ein Date, Potter? Denk mal ein bisschen nach.“
„Du bist verknallt?“
„Wäre das schlimm?“
Harry starrte ihn an. „Warte! Ist Zabini auch verknallt?“
„Du hast eine ziemlich lange Leitung, oder?“
„Jeder hat verschiedene Defizite, Malfoy!“
„Ja. Also? Gehst du mit mir aus?“
Wieder biss Harry sich auf die Lippe. „Wohin gehen wir denn?“
„Naja viele Möglichkeiten haben wir nicht. In Hogsmeade gibt es ein schönes Café.“
„Und wann?“
„Am Samstag?“
„Uhrzeit?“
„Achtzehn Uhr? Dann gehen wir etwas essen.“
„Hm ... ja, das lässt sich einrichten.“ Harry stand auf und grinste breit. „Bis dann.“ Munter marschierte er den Hang zum Schloss hinauf.
Grinsend kehrte Draco eine Stunde später in die Kerker zurück und warf sich auf sein Bett.
„Und?“, fragte Blaise.
Draco sah ihn an und biss sich auf die Unterlippe. „Wir treffen uns am Samstag.“
„Das ist schön.“ Blaise lächelte. „Draco, mach nicht so ein Gesicht. Alles ist gut.“
„Wirklich?“
„Ja. Ich meine ... Harry ist toll. Aber ... vielleicht hat er ja einen tollen, heißen Kumpel.“
„Soll ich ihn fragen?“
„Ja bitte!“ Blaise grinste leicht. „Also hattest du Recht? Er ist schwul?“
„Er ist sich nicht sicher. Kann alles noch in die Hose gehen. Er hatte bis jetzt nur was mit der Weasley.“
„Da kann man nur schwul werden“, sagte Blaise trocken.
„Hoffentlich. Ich will echt keine Pleite erleben.“
„Wirst du nicht. Lass nur deine Arroganz stecken.“ Er zwinkerte ihm amüsiert zu.
„Was für eine Arroganz?“
„Stimmt ... wie komm ich nur darauf.“
„Er wird damit leben müssen. Das gehört zu mir.“
„Ja, so kennen und lieben wir dich. Hör mal, wenn’s nicht klappt bei euch ... nimmst du dann mich?“
„Jetzt plötzlich?“
„Naja ... dann trösten wir uns.“
„Hm ... Okay.“
Harry trat verträumt in den Gemeinschaftsraum. Hatte er ernsthaft ein Date mit Malfoy?“
„Wo warst du denn so plötzlich?“, fragte Hermine und winkte ihm zum Kamin.
„Am See. Ich brauchte frische Luft.“
„Geht es dir nicht gut?“
„Doch. Ich bin nur ... also ich … muss duschen.“
„Okay ... wirklich alles in Ordnung?“
„Ja! Ich hab am Samstag ein Date. Das ist alles ziemlich aufregend.“
„Mit wem?“, fragten Hermine und Ron sofort.
„Das ... wenn ich euch das sage, stempelt ihr mich komplett bescheuert ab!“
„Wieso? Wer ist es denn?“
„Malfoy“, flüsterte er, auch wenn sie allein waren.
„WAS? Kumpel, hast du sie noch alle? Malfoy? Das ist ein Kerl! Ein arroganter Kerl! Er ist böse!“, kreischte Ron.
„Kreisch mich nicht an! Ich bin nicht taub!“ Harry starrte ihn böse an. „Und ja, Malfoy!“
„Du bist schwul?“
„Weiß nicht.“
„Harry, du kannst doch nicht mit Malfoy ausgehen! Er hasst dich. Er greift dich ständig an! Was hat er dir angetan, dass du mit ihm ausgehst? Erpresst er dich?“
„Ja, ich wurde erpresst! Weil anders niemand an mir interessiert ist!“
„Harry, es ist Malfoy!“
„Das hoffe ich. Sonst wars vielleicht die Parkinson mit Vielsafttrank!“ Harry sah die beiden nachdenklich an. „War die vorhin in der großen Halle? „
„Ich meine es ernst“, sagte Ron. „Der will dir nichts Gutes. Und du bist nicht schwul. Du warst mit Ginny zusammen.“
„Was mich jetzt nicht aus den Billigturnschuhen gehauen hat, Ron. Nichts für ungut.“
„Aber ... nicht Malfoy!“
„Ron, bei aller Freundschaft ... darf ich das allein entscheiden?“
„Warum Malfoy? Er hat dich mehr, als einmal zum Krankenflügel gebracht.“
„Ich ihn auch. Ich bin doch nicht besser. Mann, der Krieg ist vorbei!“
„Er ist immer noch ein arroganter, fieser Slytherin, der dir wehtut! Dieser Kerl ist darauf ausgelegt, dich zu hassen!“
„Gut, ich werde es Samstag berücksichtigen!“ Harry verdrehte die Augen.
„Das kann doch nicht dein ernst sein!“
„Oh doch! Hermine, willst du auch noch etwas loswerden, bevor ich duschen gehe?“
„Nein. Ich kann nur hoffen, dass du auf dich aufpasst.“
„Aber wieso denn? Ich lasse sogar meinen Zauberstab hier“, murrte Harry sarkastisch.
Hermine seufzte. „Wir machen uns nur Sorgen.“
„Das ist nett. Aber vertraut mir einfach mal!“
„Das tun wir Harry.“
„Oh ja! Das ist nicht zu übersehen!“
„Er hat nie etwas Gutes getan.“
„Er hat sich gegen Voldemort gestellt! Das finde ich ziemlich gut!“
„Aber nicht für dich. Er wollte dir wehtun.“
„Das ist Quatsch! Wobei ... doch. Im Raum der Wünsche schon. Aber er hat sich entschuldigt!“
„Pass bitte auf dich auf, okay?“
„Ja. Versprochen!“
„Gut, dann geh jetzt duschen“
Harry schaute die beiden einen Moment an und schüttelte dann den Kopf. „Sagt mal, seid ihr eigentlich immer noch heimlich ineinander verknallt? Wobei ... so heimlich wars ja nicht“, sagte er nachdenklich und verließ den Gemeinschaftsraum.









