Was ist das hier überhaupt für eine Welt in der wir leben? Warum wollen alle glücklich sein? Warum haben wir alle Angst vor dem Tod? Und warum hab ich das Gefühl, dass ich nur Fragen stellen kann und mich nicht in der Lage fühle, irgendwie zu antworten? Wer bin ich überhaupt, dass ich solche Fragen beantworten kann? Ein Mensch? Was ist ein Mensch? Was bedeutet es ein Mensch zu sein? Ich nehme an, irgendwo sind wir alle eine bestimmte Zusammensetzung von Teilchen. Und aus Gründen, die uns nicht so klar sind, leben wir nicht nur, sondern sind uns auch dessen bewusst. Und das ist das Problem. Das ist der Grund weshalb wir dieser Existenz versuchen einen Sinn zu geben. Niemand hat es sich ausgesucht, plötzlich ein Mensch zu sein. Auch kein Tier oder eine Pflanze hat es sich ausgesucht plötzlich in dieser Welt aufzutauchen. In diesem Raum aufzutauchen, von dem wir nicht wissen, was er genau ist. Und indem wir ihm einen Namen geben, versuchen wir vielleicht diese Tatsache zu verstecken. Aber im Endeffekt wissen wir garnichts ganz sicher. Wir bauen uns nur eine Illusion auf, die wir unser Leben nennen. Und plötzlich wird jeder Zusammensetzung von Teilchen gesagt, was es zu tun hat. Hier, das ist jetzt dein Leben, das ist dein Name und das sind die anderen Zusammensetzungen von Teilchen, mit denen du anscheinend in irgendeiner Beziehung stehst. So und jetzt mach einfach das, was Menschen so machen. Dein Magen grummelt irgendwas, ich glaub das bedeutet, du hast Hunger. Und ich glaube, du brauchst jetzt irgendwas, was dir Energie gibt. Denn ohne Energie kein Leben, oder? Und du willst ja nicht sterben. Warum nicht? Naja weil das Leben schön ist. Welches Leben? Wer definiert Schönheit? Was soll das sein? Warum sollte ich wollen, dass mein Leben schön ist? Ist es denn schlimm, wenn ich Traurigkeit empfinde? Eigentlich ist das Leben nur etwas, was einfach da ist. Und wenn ich jetzt nichts esse, dann hab ich keine Energie und dann sterbe ich. Dann lösen sich die Verbindungen meiner Teilchen langsam auf, und meine Lebensenergie wird in etwas anderes umgewandelt. So ist es nunmal. Und das ist auch ok. Aber ich könnte auch einfach etwas essen, mich auf die Wiese legen und in den Himmel schauen und mich all diese Dinge fragen. Und irgendwie stelle ich fest, dass (weil ich eben ein Mensch bin) eigentlich lieber noch ein bisschen in genau dieser Teilchenzusammensetzung existieren möchte. Ich mag es, wie sich das Gras auf meiner Haut anfühlt und wie die Sonnenstrahlen mich ein leichtes Kribbeln fühlen lassen. Ich mag es, wie es sich anfühlt zu leben. Es bedeutet, dass ich noch eine ganze Weile Zeit habe, diese Gefühle zu fühlen. Und unabhängig davon, wie Schönheit definiert wird oder was das überhaupt bedeutet, würde ich sagen, dass Gefühle etwas Schönes sind. Sie geben mir Antworten und stellen Fragen, auf die ich dann wieder Antworten suchen kann. Wie zum Beispiel Antworten auf die Fragen, die ich am Anfang gestellt habe.
Was ist das hier überhaupt für eine Welt in der wir leben?
Es ist eine Welt, die wir uns selbst erschaffen haben und die wir immernoch selbst erschaffen, aufbauen, verändern, zerstören und wahrnehmen können. Es ist eine Welt, die nur uns ganz allein gehört. Eine Welt in der wir entscheiden können, ob wir glücklich oder lieber traurig sein wollen, je nachdem wie wir Schönheit definieren. Das bedeutet, wenn ich in dieser Welt glücklich sein möchte, dann stelle ich mir die Frage: Wann bin ich glücklich? Und wie oben beschrieben, beobachte ich jetzt meine Gefühle. Was fühle ich, wenn ich auf der Wiese liege? Glück? Wut? Traurigkeit? Was fühle ich, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin? Und was fühle ich bei jedem Menschen individuell? Und wenn ich nun weiß, was mich glücklich macht, also in welchen Situationen ich Glück empfinde, dann muss ich das nurnoch umsetzen und ich bin glücklich. Hört sich eigentlich ganz einafch an...
Warum wollen alle glücklich sein?
Wir Menschen haben einen bestimmten Mechanismus im Körper, der veranlasst, dass es sich gut anfühlt, glücklich zu sein. Und wir sind so konzipiert, dass wir uns gut fühlen wollen. Das ist irgendwie einfach so. Wie sich das anfühlt, Glück zu empfinden, das ist nur schwer zu beantworten, weil es jeder anders beschreiben würde. Vielleicht fühlt es sich an wie der Schokoladenkuchen von Mama, der langsam auf der Zunge zergeht und eigentlich viel zu süß ist, um noch gesund zu sein. Vielleicht ist es aber auch die kühle Luft, die sich so klar anfühlt, wenn man nachts im Schlafanzug draußen steht und am Tag nurnoch alles verschommen ist. Vielleicht ist es die Melodie der Stimme eines Menschen, die dir ein Kribbeln durch den Körper jagt. Und vielleicht ist es auch nur der Regen auf deiner Haut, der sich plötzlich garnicht mehr so fremd anfühlt. Warum willst du glücklich sein?
Warum haben wir alle Angst vor dem Tod?
Leben bedeutet für uns, die Möglichkeit zu haben Gefühle wie Glück zu empfinden. Gefühle, die wir haben wollen, weil wir eben so konzipiert sind. Tod bedeut demnach das Ende dieser Gefühle. Oder jedenfalls denken wir das, wenn wir am Leben sind. Es scheint, als wären das Leben und der Tod zwei voneinander getrennte Welten. Alle, die leben, wissen nicht richtig, wie sich der Tod anfühlt. Und alle, die tod sind, haben längst vergessen, wie es sich anfühlt, zu leben. Also haben wir vielleicht auch garnicht Angst vor dem Tod, sondern vor der Ungewissheit. Aber wenn wir Tod sind, haben wir sowieso eine ganz andere Teilchenzusammensetzung. Also wollen wir dann vielleicht garnicht mehr glücklich sein. Oder wir wissen garnicht, was das ist. Wer weiß schon, ob wir dann überhaupt etwas wissen, geschweige denn wissen wollen. Stille. Ruhe. Frieden. Aktzeptanz.