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Ich bin froh, dass mich in letzter Zeit niemand fragt, wie es mir geht. So verschweige ich lieber die Wahrheit, anstatt ihn oder sie anlügen zu müssen. Wenn man mich beobachtet, dann bin ich ein fröhlicher, aufgeweckter und glücklicher Mensch. Ich lächle, beklage mich nicht, bin gesund und munter. Vielleicht ist das aber nicht die Wahrheit, sondern nur ein sehr gut trainiertes Pokerface. Ich bin Profi darin, Dinge totzudenken, mir Sorgen zu machen und sowieso - Ich bin an allem Schuld! Bin ich nicht, das weiß mein kluger Verstand. Aber mein Bauch, Kopf und vor allem das Herz weiß es nicht, will es nicht wahr haben und mir lieber die Hölle auf Erden bereiten. Ihr wisst, wie schlimm ein 'ungutes Bauchgefühl' sein kann? Nach 'ner gewissen Zeit kann man es gut überspielen, kann sich ablenken. Aber das Bauchgefühl kommt immer zurück. Immer. Meistens, wenn man alleine ist, einsam ist und Zeit zum Nachdenken hat. Kaputt denken. Nachdenken über die gute Zeit, in der man ehrlich glücklich war und sich zu Hause fühlte. Der beste Freund des 'unguten Bauchgefühls' ist das 'eisige Schweigen'. Du bist offensichtlich Profi darin, andernfalls hättest du dich nach dem Monat vielleicht ja mal bei mir gemeldet. Diese Stille tut mir nicht gut, macht mich krank. Ich war zeitweise davor, Fehler zu machen und Dinge zu tun, die ich bewusst aus meinem Leben ausgeschlossen hatte, weil sie mir nicht gut taten. Ich hätte sie aus Kummer beinahe wieder gemacht, in mein Leben gelassen. Aus Verzweiflung? Ist ein zu hartes Wort! Vielleicht aus Unglück. Ich bin nicht sauer oder wütend auf dich. Kein Mensch ist fehlerfrei. Du nicht. Ich erst recht nicht. Neuanfang wäre mir zu krass, eigentlich will ich da weiter machen, wo es geendet hat. Aus den Fehlern, die beide gemacht haben, lernen und größer werden. Wieder zu Hause sein. Ich kann verzeihen. Und auch vermissen. Sehr. “Blumen wachsen eben langsamer als Unkraut.“














