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Die Antwoord ist kurz aber laut. Bähm – steht dieses Persönchen im Münchner Zenith auf der Bühne. Das Licht blitzt und lässt kaum Platz für Yolandi Visser. Doch die Stimme trifft wie ein Flash jeden der 4.000 im Raum. Die Mischung aus hartem Beat und melodischem Rap ist verwirrend und zugleich ansteckend. Der südafrikanische Klang aus dreckigem Afrikaans und modernem Heute bewegt. Erst langsam, dann ganz exzessiv lässt sich die Menge in Münchens größter Event-Halle an der Lilienthalallee mitreisen. Als wäre der Abend nur ein Hauch von Sekunden, verschwimmen die Songs von Ninja und Yolandi ineinander – werden zu einem langen Rap-Rave-Rhythmus. Blitze und schrille Bilder durchbrechen und verbinden gleichzeitig die bunte Musik und die wilden Bewegungen. Der Flair des alten Münchner Industriegeländes trägt die Mischung aus abenteuerlichen Klängen. Die südafrikanischen Einflüsse aus der Heimat kanalisieren Die Antwoord in Zef, wie sie ihre Kunst nennen. Sozialkritisch schreien sie ihre Nachrichten ins Münchner Publikum. Laut und kurz. Am Ende bleibt man verstört und angetan zurück.
Ich bewundere deinen Blog! Toll geschrieben und einzigartige Fotos. Es ist alles so liebevoll! Du bist wie ein großes Vorbild für mich, Lg
Du bist ja süß :) vielen lieben Dank! Es freut mich, dass dir meine Texte gefallen. Da lohnt es sich das schreiben...wünsche dir einen ganz wunderbaren Abend. Nicola
Es ist Zeit zum Nachdenken. Die Welt hält für ein paar Sekunden den Atem an. Alles dreht sich. Sicherheiten verfliegen, Sicherheiten in der Haltung kommen. Die Menschen werden wieder politischer und gehen auf die Straße. Die Generation der Verdrossenen wurde geweckt. Nun lohnt es sich wieder Stellung zu beziehen. Lange wurden wir von den alten 68ern kritisiert, dass wir keine Meinung mehr haben, alles für selbstverständlich ansehen. Und ja – was sollte uns in der sicheren Komfortzone bewegen. Welche Aufbruchswellen sollten stark genug sein, um persönlich aktiv zu werden? Wir sind in Watte gepackt, sorgenlos aufgewachsen. Die Aufstiegschancen waren noch nie so einfach greifbar wie momentan. Bildung ist eine Selbstverständlichkeit. Der Zugang zur Zukunft ist ohne große Hindernisse. Unsere Eltern mussten sich viel erkämpfen, was für uns unsichtbar ist. Rechte stützen unser Leben, für die Menschen alles gegeben haben – unsichtbare Opfer.
Doch jetzt wird jeder Einzelne gefordert. Wir werden herausgeholt aus unserer Wattewelt. Und das ist gut so! Die Zeiten nach dem Pariser Anschlag schreien unter den Flaggen von #CharlieHebdo und #JesuisCharlie nach Freiheit. Es gilt Erkämpftes zu verteidigen – eine Meinung zu haben und auch zu zeigen. Der Weckruf ist erfolgt. Europa rückt zusammen. Stärker als je zuvor und es zeigt sich, dass Krisen die wahren Chancen bieten. Unbequeme Situationen zwingen zur Aktivität. Die Menschen gehen auf die Straße und stehen für eine offene, freie Gesellschaft ein. München ist bunt – so einfach, wie klar ist die Aussage. 20.000 ganz unterschiedliche Münchner rücken zusammen für unsere Vorstellung von einer gemeinsamen Zukunft, von einer Welt der Solidarität. Dieser Grundgedanke hält unser Europa zusammen, speist die Idee einer friedlichen Gemeinschaft. Selten wurde dieser Gedanke so stark mit Leben gefüllt, wie an den Tagen, wenn die Münchner Bürger auf die Straße gehen. #platzda #Münchenistbunt
Es ist die kühle, frische Luft und der stahlblaue Himmel, der einen erfasst. Die Sonne steht am Himmel und strahlt genauso wie die schneeweiße Piste unter meinen Ski. Losgelöst vom Alltag, losgelöst von der restlichen Welt setze ich in St. Anton zum ersten Schwung an. Sanft und zugleich dynamisch greift die Kante den Schnee – bahnt sich ihren Weg. Über die ganze Länge zieht sie sich ihre Spur und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wie ein Zeichenpinsel fahre ich Schwung für Schwung über den Hang – kreiere mein persönliches Fahrmuster. Mit jeder Linie rückt das vergangene Jahr ein Stück weiter weg. Hoch am Gipfel der Valluga steht die Welt für ein paar Sekunden still. Der Wind weht jeden einzelnen Gedanken mit – trägt ihn über die Gebirgskette hinunter ins Stanzertal.
So lässt sich das Neue Jahr beginnen. In einer Autostunde von Innsbruck entfernt liegt wohl einer der bekanntesten Wintersportorte der Welt. Das beschauliche Dorf St. Anton am Fuße des Hausberges Gampen gilt nicht nur als Freeride-Mekka, sondern auch als die Wiege des alpinen Skifahrens. Mit der Eröffnung des ersten Hotels „Hotel Post“ von Gastwirt Carl Schuler wurde 1895 der Grundstein für den alpinen Tourismus gelegt. Der Tiroler Ferienort am Arlberg wurde dann in den 30er Jahren unter anderem durch den Spielfilm „Der weiße Rausch“ von Arnold Fanck über die österreichischen Landesgrenzen bekannt.
Heute lockt St. Anton am Arlberg vor allem mit über 200 Kilometer naturbelassenen Pulverpisten. Das steht auch bei den weltweit besten Freeride-Fahrern auf dem Zettel. Da auch das britische Königshaus eine besondere Verbundenheit zu dieser Tiroler Skiregion hat, steht St. Anton bei englischen Bergfreunden ebenfalls hoch im Kurs. Direkt von der Insel finden sie hier ihren Wintertraum. Bei guten Bedienungen lässt sich das komplette Skigebiet Arlberg auch nur über Skirouten befahren. Frei von Pistenzwängen sind die Powder-Abfahrten einfach unvergesslich. Was für ein Glück, abseits der Touristen-Massen einfach mal ganz bei sich zu sein und das Neue Jahr völlig befreit zu beginnen.
Zur Info: Von München geht es mit der Bahn mehrmals täglich in etwa 2 Stunden auf direktem Weg Richtung Innsbruck. Nach einem kurzem Umstieg gelangt man mit der österreichischen Bahn übers Ötztal, Pitztal und Landeck einfach und schnell ins Skigebiet.
Es ist Zeit inne zu halten. Für eine kurzen Moment tief einatmen, eine Sekunde warten und lange und intensiv ausatmen. Von Atemzug zu Atemzug fällt das Jahr 2014 von mir ab. Auf dem Kalender ist dieses Münchner Jahr schon so gut wie beendet. In Gedanken schwirren jedoch noch einige Momente von Freude, Frust und Orientierungslosigkeit herum. Längst sind die Höhen und Tiefen der letzten zwölf Monate noch nicht eingeordnet. Es blieb noch keine Zeit zurückzublicken und den bisherigen Weg in der bayerischen Landesauptstadt nachzuzeichnen. Denn das Leben ist manchmal wie ein Dampflok. Was waren die besonders emotionale Momente? Gab es starke Entscheidungen und klare Bekenntnisse? Wann schien die Sonne besonders stark?
Manchmal wird Mut belohnt. So packte ich Mitte des Jahres die Büro-Koffer und schlug im Münchner Stadteil Schwabing-West neue Agenturwurzeln. Mit einem neuen Team und frischen Herausforderungen ging es in eine neue Münchner Arbeitsrunde. Auch das kommenden Jahr wird bestimmt einiges an Überraschungen bereit halten.
Viele Wege führten durch die bayerische Alpenmetropole. Per Radl, Bahn oder Pedes erkundigte ich die Gassen Münchens. Schaute mir die unterschiedlichsten Stadtteile an und ging einige Vorurteilen nach. Und fand auf dem Weg beispielsweise die ein oder andere Geschichte über den Münchner Problembezirk Hasenbergl oder das allbekannte Oktoberfest. Schmerzlich musste ich erfahren, wie schwer es ist, in München einen guten Döner zu finden. Den ein oder anderen schmackhaften Kebap habe ich zumindest inzwischen schon in den Händen gehalten. Natürlich wurde auch viel gefeiert und gelacht. Die Drinks wurden über die Tresen der Stadt gereicht. Vom Univiertel bis Glockenbach kehrte ich mit Freunden und Kollegen ein und feierte die Momente. Schön war´s!
Fiel einem in München die Decke auf den Kopf, wurden die Wanderschuhe geschnappt. Früh morgens ging es ab ins Münchner Umland zu den bayerischen Bergen und Seen. Canyoning am Plansee war eines der großen Highlights des Jahres. Mit Neopren gerüstet, sprangen wir an Pfingsten in das eiskalte Bergwasser und folgten mutig dem Flusslauf Richtung Plansee. Ein Abstecher in Oberammergau bei Freunden durfte da auch nicht fehlen. Der Besuch von der Familie wurde gleichzeitig mit einem Ausflug an den tiefblauen Tegernsee verbunden. Der zügige Aufstieg wurde mit einem atemberaubenden Blick über das bayerische Alpenland belohnt.
Schaue ich nun zurück auf das Jahr 2014, sehe ich so einige tolle Erlebnisse. Bunt und facettenreich waren die letzten zwölf Monate in der Landeshauptstadt München. Auf ein Neues Jahr…
Wie schön waren die Zeiten, als das Schlendern den Alltag bestimmten – gedankenverloren die Münchner Straßen entlang trödeln und sich die Zeit vergessend an den kleinen Aufmerksamkeiten erfreuen. Hatte man keinen Stress, nahm man sich die Zeit das Leben zu genießen. Mit einem heißen Kaffee einfach mal ganz spontan in die Sonne sitzen. Heute bestimmt der Uhrzeiger den Takt. Tick tack, Tick, tack…Routinen von morgens bis abends. Wie eine Dauerschleife zehrt das Münchner Berufsleben an der kreativen Gedankenlust. Jeden morgen zur gleichen Zeit parat stehen, macht das Aufstehen auch nicht leichter. Umso öfter der gleiche Tag beginnt, desto schwerer werden die Lider, desto grauer werden die Wolken am Horizont. Wie unsichtbare Fesseln binden sich die Handgelenke an den Schreibtisch. Der Körper schmiegt sich ermattet an den Bürostuhl – Tag für Tag. Bildschirmstarre in den Augen verursacht Gedankenknoten.
Ließe ich meiner Zeit freien Lauf, dann würde ich drei neue Lokalitäten in der Maxvorstadt besuchen. Ich würde meine Tasche packen und einfach losmarschieren auf der Suche nach neuen Gesichtern, Düften und Geschichten:
Morso
Klein aber ganz schön fein, schaut das Kaffee Morso an der Nordendstraße aus. Wenn ich mit der Bahn am großen Schaufenster vorbei fahre, riskiere ich öfter mal einen Blick. Als wäre die Zeit stehen geblieben, liegen die alten Zeitschriften in der Auslage. Von der dunklen Holzvertäfelung bis zur Tischdeko ist das kleine Kaffee von Genc und Arabela liebevoll gestaltet. Die täglich wechselnde Mittagsmenüs leuchten von den Tafeln an der Außenwand. Der Moment zum anhalten und aussteigen wird noch kommen.
Lost Weekend
Verloren sind im Lost Weekend bestimmt keine Wochenenden. In der alten Universitätsbuchhandlung Rudloff hat sich das moderne Buch-Kaffee eingenistet. Helles, unbehandeltes Sperrholz und Sichtbeton dominiert die Einrichtung. Die alten Tage in der Schellingstraße sind vergangen, aber der Lesestoff ist geblieben. Ausgewählte Lektüre kombiniert mit schmackhaften Getränken – et voilà!
Cantina Cantona
Nur ein paar hundert Meter weiter vorne an der Kreuzung zur Türkenstraße wurde vor kurzem noch gezimmert und gemaltert. Der ehemalige neon-rosa Schriftzug der Konditorei Hölzl ist passe. Jetzt prangert ganz puristisch in schwarz-weiß „Cantine Cantona“ auf der Hausfassade. „Mittags Cantine. Abends Cantona“, verspricht das moderne Speiselokal. Besonders spannend ist hier die lokale bayerische Zutatenauswahl auf der Menüfolge. Spannend!
Erst eins, dann zwei, dann drei…genau da stehen wir heute. Das dritte Kerzchen am Adventskranz brennt und wer es jetzt noch nicht gemerkt hat: Weihnachten in München steht vor der Tür. Der Puls wird schneller und Nervosität steigt beim Gedanken an die noch nicht besorgten Geschenke und die noch leeren Koffer für die Heimreise. So viele Dinge sind gefühlt noch zu tun bis zum Jahresende – Verträge kündigen, neue Kalender besorgen, Freunde für den Heimatbesuch vorwarnen. Da bleibt ja kaum Zeit für einen kurzen Abstecher auf den Münchner Christkindlmarkt. Wer es doch schaffen will, bekommt hier drei Tipps für einen entspannten Glühwein Abseits der Haupt-Touristenströme:
Adventsspektakel am Wittelsbacherplatz
Eigentlich mitten im Münchner Geschehen und doch recht unscheinbar, lädt der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Wittelsbacherplatz ein. Gerade wenn noch Besorgungen in der Innenstadt anstehen, bietet sich ein Abstecher zu den gemütlichen Buden in der Nähe vom Odeonsplatz an. Neben Rentierfellen und Bernsteinschmuck, findet man auf dem Christkindlmarkt in der Maxvorstadt so allerlei Kurioses. Gerade kulinarisch überrascht der Mittelaltermarkt mit Alternativen zu den üblichen Wurstbuden, wie geräuchertem Fisch, Spanferkel am Spieß oder Flammbrot aus dem Holzofen.
Weihnachtsmarkt am chinesischen Turm
Eher romantisch-traditionell geht es am Münchner Christkindlmarkt im Englischen Garten zu. Schön geschmückt und weihnachtlich beleuchtet stehen die Glühweinstände rund um den chinesischen Turm. Eingeschlossen von den großen Parkbäumen versprüht dieser Weihnachtsmarkt ein besonders gemütliches Ambiente. Das Klingeln der Pferdekutschen und die weihnachtlichen Klänge der Turmbläser machen den Winterbesuch perfekt.
Feuerzangenbowle am Harras
Der Sendlinger Christkindlmarkt am Harras ist zwar klein, aber ein Besuch wert. Direkt an der U-Bahnhaltestelle reihen sich die überschaubaren Weihnachtsbuden aneinander. Neben lebenden Ponys in der Krippe erfreuen die Münchner Kinder sich auch an den echten Schafen. Einige Spezialitäten aus Südtirol, den Dolomiten, gibt es hier zu bestaunen. Der Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes am Harras bildet der Berner Glühweinstand. Der Stand schaut aus wie der Berner Hauptbahnhof aus alten Zeiten. In keckem Schweizerisch bekommt man hier Feuerzangenbowle über den Tresen gereicht.
Lohnenswert ist auch ein Abstecher auf das Tollwood Winterfestivel und auf den alternativen Weihnachtsmarkt an der Münchner Freiheit.
Wer Heidelberg liebt, wird Prag vergöttern. Wie ein Stück Heimat gewürzt mit Ostcharme wirkt die Stadt an der Moldau. Die Hauptstadt Tschechiens begeistert mit einer Fülle von Altbau-Fassaden. Was man in deutschen Städten meist nur noch partiell vorfindet, ist hier die Grundsubstanz des Stadtgesichtes. Verschnörkelt, stolz und vor allem echt – so zeigt sich die Prager Innenstadt. Auch wenn große Teile Prags durch Renovierungen neu rausgeputzt wurden, scheint doch an der ein oder anderen Stelle die Geschichte der bewegten Stadt hindurch. Die Risse an den Stuck-Ornamenten eröffnen einen kleinen Blick in vergangene Zeiten. Zeiten als die goldene Stadt als politisch-kulturelles Zentrum Mitteleuropas glänzte. Der Mix aus böhmischer, deutscher und vor allem auch jüdischer Kultur zieht sich durch die ganze Prager Innenstadt. Gerade die Gründung der ersten deutschsprachigen Universität 1348 prägte Prag als Wissenshochburg. Bis heute bestehen innerhalb der deutschen Hochschullandschaft enge Verbindungen zur bevölkerungsreichsten Stadt der tschechischen Republik. Besonders die Erasmus-Studenten erfreuen sich der deutschen Lehrsprache.
Auch abseits der Lehrtempel ist die deutsche Sprache noch allgegenwärtig. Nicht nur, dass die meisten Prager fließend Deutsch sprechen und verstehen, auch die Speisekarten gibt es meist in doppelter Version. Aber nicht nur die sprachlichen Verbindungen lassen einen gleich sehr heimisch fühlen. Knurrt der Magen nach einem langen Spaziergang durch die engen Prager Gassen, kommt einem die böhmische Küche sehr vertraut vor. Im U Parlamentu in der Valentinska 8 beispielsweise kehrt es sich besonders gut ein. Bei einem Pilsner Urquell sitzt man in gemütlicher Wirthaus-Atmosphäre zwischen Einheimischen und Touristen. Eng verwandt mit der süddeutschen-bayerischen und österreichisch-ungarischen Küche, darf der Schweinsbraten und das Gulasch mit Knödel nicht fehlen. Ganz der Klassiker ist auch der Palatschinken mit saisonaler Füllung. Kurz vor der kulinarischen Ohnmacht wird dann noch der Obstknödel aus frischem Hefeteig aufgetischt – geschmacklich ein wirkliches Highlight.
Abseits der Touristenströme fallen einem gerade im Stadtteil Žižkov die vielen neu-eröffneten Restaurants auf. In den schmalen und steil abfallenden Straßenzügen des Bezirks Praha 3 entwickelte sich in den 90er Jahren aufgrund der günstigen Mieten eine rege Künstler- und Kneipenszene, die bis heute die hiesigen Studenten anzieht. Kleine, individuelle Lokale und Cafés haben sich in den Jugendstilbauten eingenistet. Besprayte Jugenstilfassaden treffen schnieke Altbauten – alles wirkt etwas rauer und kontrastreicher. Da findet sich der Nobel-Koreaner Hanil in der Slavíkova 1581/24 in unmittelbarer Nähe zur gemütlich-abgelebten Bar Bukowski in der Bořivojova 689/86. In mitten von Rauchnebeln klirren die Gin-Gläser. Der Alkohol fließt. Besonders wenn man die Münchner Lokalpreise gewohnt ist, fühlt man sich hier wie der König. Das letzte Getränk des Abends sollte man, wie von Einheimischen empfohlen, im Palác Akropolisbestellen. Auf unterschiedlichen Ebenen ist für Jeden etwas dabei. Je nach Tanzlaune kann man schnell von der Bar zum Club wechseln. Immer dabei ist auch der Glimmstängel. In Tschechien ist wohl das Rauchen ein fester Bestandteil des Alltags. Ganz ungewohnt werden die Zigaretten fast überall angezündet. Ob im Gasthaus mit Kindern oder abends in der Bar, keiner muss für den Suchtgenuss in die Kälte.
Preislich ist Prag gerade auch für Studenten noch sehr erschwinglich. Längst die Sowjet-Zeiten hinter sich gelassen, strebt Tschechiens Vorzeigestadt mit Elan Richtung europäischem Westen. Die Ladenlokale sind genauso von den üblichen Handelsketten besetzt wie in den europäischen Großstädten – von H&M bis DM und Rossmann blinken die bekannten Marken von den Reklamwänden. So ziehen natürlich auch die Preise allmählich an. Im direkten Vergleich jedoch ist Prag gerade für einen Wochenend-Trip von München wirklich günstig. Täglich fahren die bekannten Busanbieter (IC Bus von DB, FlixBus, Eurolines) in die tschechische Hauptstadt. Empfehlenswert ist – vor allem wenn man frühzeitig bucht – der ExpressBus der Autobus Oberbayern GmbH. Der komfortable Linienbus fährt vom ZOB täglich in knapp 5 Stunden über Regensburg, Pilsen nach Prag und zurück. Da heißt es, Tasche packen und ganz spontan ab Richtung goldene Stadt.
25 Jahre ist es her und die Sonne scheint. Hier in München ist der Mauerfall nur eine Randnotiz. Dieser Sonntag in der deutschen Geschichte spielt in der Hauptstadt. In Berlin rollen die Tränen – Erinnerungen werden wach gerufen. Hier in München ist es ein Sonntag, so schön, aber auch so normal wie jeder andere.
Perfekt für einen Spaziergang, von der Lindwurmstraße kommend, durch die Isarvorstadt. Der südlich der Altstadt gelegene Stadtteil bildet gemeinsam mit der Ludwigsvorstadt den 2. Stadtbezirk Münchens. Gerade durch die neu entstehenden Kneipen und Restaurants im Glockenbachviertel und dem Gärtnerplatz zählt dieser heute zu Münchens „In-Vierteln“.
Eher unscheinbar wirkt dagegen das angrenzende Schlachthofviertel. Der Name eilt seinem Ruf voraus. Kaum zu übersehen floriert auch heute noch das Metzgergewerbe. In den Hallen des Münchner Fleischgroßmarktes an der Tumblingerstraße werden täglich die Messer gewetzt, um die Frischware feil zu bieten. Neben den tierischen Produkten werden vor allem Waren aus dem Mittelmeerraum angeboten – frische Tomaten, Mandarinen und Feigen. Geografisch günstig gelegen kommen zwei Drittel der Großmarkt-Lieferungen aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Der Münchner Großmarkt zählt heute neben dem von Rungis bei Paris und dem Unidad Agroalimentaria de Barcelona zu den größten europäischen Märkten für Blumen und Lebensmittel.
Ein reges Treiben herrscht da wohl unter der Woche. Ganz entspannt schlendert es sich jedoch am Wochenende entlang. Die Tumblingerstraße steht nicht nur für bunte Obstwaren, sondern auch für eine rege Münchner Streetart-Szene. Wie eine kleine Galerie zieren Freiluft-Kunstwerke die Mauern des Schlachthofgeländes. Da kommen doch ein wenig Erinnerungen an die East-Side-Gallery auf. Wohl keine andere Straße der Alpenmetropole zentriert Münchens künstlerische Kreativität. Hier in der Isarvorstadt reiht sich Kunstwerk an Kunstwerk – so bunt wie der Herbst selbst. Ungewöhnlich für München scheint es hier noch legal zu sein die Spraydosen auszupacken. Hier findet sich eine kleine Streetart-Perle in der meist sehr geschleckten bayerischen Landeshauptstadt. Doch wie lang ein Kunstwerk hier Bestand hat ist fraglich. So rar die Flächen sind, so begehrt wahrscheinlich auch.
Hinter der Unterführung ist der Zauber auch schon wieder vorbei. Folgt man dem Weg bis zur Implerstraße dominieren wieder die gutbürgerlichen Wohnhäuser. Münchens schicker Altbau hat wieder die Überhand. Zwischendrin lädt das charmante Café Dankl 32 an der gleichnamigen Straße zum Verweilen ein. An diesem – auch für München – historischen Tag genießt sich hier der Kaffee besonders gut.
„Arbeit macht frei“ – so makaber der Schriftzug auch sein mag, so einprägsam ist er auch. Die massive, schwarze, schmiedeeiserne Tür am Konzentrationslager in Dachau trägt die schaurigen Lettern. Sie trägt eine Geschichte von Schrecken und Macht. Sie ist das Tor zur Vernichtung durch Arbeit und nun verschwunden. Ein Mahnmal an all diejenigen, die im KZ in Dachau leiden und sterben mussten, wurde entfernt. Gestohlen wurde nicht nur ein eisernes Tor – gestohlen wurde ein Stück Erinnerung.
Die zynische Parole scheint so harmlos und unscheinbar, wie das Lager selbst. Ordentlich und sauber sind die Barackenreste des Konzentrationslagers in Dachau zu besichtigen. Die Reste einer Schreckensherrschaft sind für jedermann offen. Offen, um diese deutsche Geschichte mit den eigenen Augen zu sehen – zumindest was davon noch übrig geblieben ist. Sie wurde nicht verwischt und unkenntlich gemacht. Jedermann, ob Einheimischer oder Gast soll wissen, was an diesem Dachauer Ort passiert ist: Schikane, Folter, Mord. Vor über 80 Jahren wurde das Konzentrationslager Dachau für politische Gefangene errichtet – als Modell und Versuchslabor für alle weiteren Lager. Bis zur Befreiung durch die amerikanische Truppen 1945 wurden in den Mauern des KZs über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Ein Viertel überlebte dies nicht.
In den Gemäuern des Dachauer Lagers ist der Geist dieser schweren Tage noch zu spüren. Schwermut, Bestürzung und Trauer kommen unwillkürlich in einem hoch. Der Kloß im Hals wird von Schritt zu Schritt immer größer. Ganz körperlich in einer Gaskammer zu stehen, so unscheinbar sie auch wirken mag, ist schrecklich. Das ist so irreal, dass es einem übermannt.
Von der bayerischen Landeshauptstadt München dauert die Fahrt in die Vergangenheit nur zwanzig Minuten. Endstation der S-Bahn ist Dachau. Von da geht es direkt mit einem Bus zur Gedenkstätte, die 1965 auf Initiative der überlebenden Häftlingen eröffnet wurde. Auf dem „Weg des Erinnerns“ wird man abgeholt. Eine Einordnung mit Hintergrundinformationen begleitet einem zum Konzentrationslager. Von da aus reicht ein Blick auf den großen Appellplatz, um die Erinnerung lebendig werden zu lassen – mit oder ohne Tor.
Stell dir vor, du bekommst eine E-Mail mit einem Datum. Wenn du Zeit hast, bestätigst du. Stell dir vor, dir wird noch ein Ort genannt. Ganz spontan weißt du wohin du gehen musst. Und nun stell dir vor, du kommst in eine fremde Wohnung, mit fremden Menschen und weißt nicht was die nächste Stunde passieren wird. Freundlich öffnet ein nettes Gesicht. Fragt nach deinem Namen und schon stehst du mitten im Geschehen. Angeregt unterhalten sich die Menschen. Obwohl sie ihre Getränke fest im Griff haben, sind die Gespräche locker. Man legt die Jacke ab, vertraut, geht ein-zwei Schritte in den Raum. Kaum jemand scheint einen zu beachten. Und ehe man sich versieht, ist man selbst in eine entspannte Unterhaltung verwickelt. Entspannt ist auch die folgende Stunde. Musiker packen ihre Gitarren aus und spielen ihre Songs – so locker, wie bei guten Freunden in der Küche. Sie probieren neue Lieder aus. Ganz unmittelbar kommt das Feedback der Zuhörer. Alle sitzen aufmerksam auf dem Boden und lauschen den Klängen von Jack Williams, Alber Marti Bueno und YNGVE. Als wäre es das Selbstverständlichste der Welt in eine fremde Wohnung eingeladen und mit Musik durch den Abend getragen zu werden. Selbstverständlich ist das wohl nur bei Sofar Sounds Munich.
Frustriert von der traditionellen Live-Musik startete die Konzertreihe Sofar Sounds 2009 in einer kleinen Wohnung im nördlichen Teil Londons (klar, dass so was in England entsteht). Drei junge Musiker spielten vor einem ausgewählten Publikum für die Liebe zur Musik. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht über das kleine, geheime Konzert. Inzwischen ist aus einem privaten Gig die weltweit größte Musik-Bewegung geworden. Von Sydney, über Istanbul bis New York finden jeden Monat zig geheime Konzerte statt. So ist es nun auch in München.
Leichter Sonnenbrand und müde Wadln – das ist der goldene Herbst in den Bergen. Solange das Wetter noch mitspielt, steht am Wochenende frische Luft in den Chiemgauer Alpen auf dem Plan. Schon in der Früh wird das Vesper in den Rucksack gepackt und die Wanderschuhe geschnürt. Genügend Proviant stärkt für jede Wanderroute. Binnen einer Stunde gehts mit der Bahn von München Richtung Salzburg. Ausstieg ist der Kurort Prien am Chiemsee. Von da ist es nur noch ein Katzensprung nach Aschau. Von der oberbayerischen Gemeinde bei Rosenheim startet die Herbstwanderung.
Ziel ist der Gipfel der Kampenwand auf 1.669 Metern. Der gezackte Gipfelgrat in den Chiemgauer Alpen ist schon von Weitem zu erkennen. Wie ein Hahnenkamm ragt das Felsmassiv aus der Landschaft. Gerade bei Kletterfreunden ist der Aussichtsgipfel Kampenwand beliebt. Diverse Routen in allen Schwierigkeitsgraden führen vor allem an der Südseite ans größte bayerische Gipfelkreuz. Neben den Kletterern zieht es auch zahlreiche Mountainbiker und Gleitschirmflieger in die Chiemgauer Berge. Die Gebirgsgruppe der nördlichen Kalkalpen sind vor allem auch im Winter durch die liebliche Landschaft für Tourengeher interessant. Und auch die zahlreiche Almen auf den Wander- und Skiwegen sind schlagende Argumente. Die Wege sind gut begehbar und auch für Wander-Anfänger geeignet.
Hat man nach etwa zweieinhalb Stunden die über 1.000 Höhenmeter vom Dorf überwunden, offenbart sich ein atemberaubender Blick über das Priental. Neben dem thronenden Schloss Hohenaschau sticht vor allem das türkisblaue Wasser des Chiemsees ins Auge. Das „bayerische Meer“ ist der drittgrößte See Deutschlands und entstand ehemals als Ausschürfung eines Gletschers. Nicht umsonst zählt der Voralpensee zu einer der beliebtesten Erholungsgebiete Bayerns. Schwenkt man den Blick nun Richtung Österreich, strahlen einem schon die weißen Berggipfel Tirols entgegen. Da geht das Herz eines jeden Wintersportlers auf. Nur knapp eine halbe Autostunde entfernt liegt Kufstein, das Tor zum größten österreichischen Skigebiet: dem wilden Kaiser.
In Gedanken schon auf dem nächsten Gipfeln der Chiemgauer Alpen, führt der Abstieg erst einmal zurMaisalm. Auf der Terrasse der Familie Dräxl schmeckt der Russ und das Radlermaß besonders erfrischend. Füße hoch und Sonne genießen