כל נשימה היא גזילה
חנוך לוין – חפץ
Misplaced Lens Cap
he wasn't even looking at me and he found me

❣ Chile in a Photography ❣
almost home
occasionally subtle
"I'm Dorothy Gale from Kansas"
d e v o n

#extradirty

PR's Tumblrdome
we're not kids anymore.
PUT YOUR BEARD IN MY MOUTH
DEAR READER
dirt enthusiast

Love Begins

roma★
Peter Solarz
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Claire Keane

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@phelotom
כל נשימה היא גזילה
חנוך לוין – חפץ
والله ما طلعت شمسٌ ولا غربت إلا وحبّـك مقـرون بأنفاسـي ولا خلوتُ إلى قوم أحدّثهــم إلا وأنت حديثي بين جلاســي ولا ذكرتك محزونًا ولا فَرِحًا إلا وأنت بقلبي بين وسواســـي ولا هممت بشرب الماء من عطش إلا رَأَيْتُ خيالاً منك في الكـــأس ولو قدرتُ على الإتيان جئتـُكم سعيًا على الوجه أو مشيًا على الرأس
منصور الحلاج
Nichts auf der Erde und nichts im leeren Himmel ist dadurch zu retten, daß man es verteidigt.
Theodor W. Adorno, Negative Dialektik
Das Spiel hat leidenschaftlich ihm Ergebene, die es um seiner selbst und keineswegs um dessentwillen lieben, was es gibt. Ja wenn es ihnen alles nimmt, so suchen sie bei sich selbst die Schuld. Sie sagen dann: »Ich habe schlecht gespielt.«
Walter Benjamin, Kurze Schatten II
mir war es gegeben zu gehn aus den häusern durch deren fenster ich rückwärts sah – doch blieb die trübe nässe ihrer wände mir auch im taufluß fernerer gelände und vor den himmeln andrer städte nah. und durft ich mich in selbstgefühlen äußern zerbrach mir doch das glück im mund das ich durch dunst und ahnung fortgetragen bis vor den schlund von fahlen tagen auf meinem rückweg in den frühern grund. – Wolfgang Hilbig, vorgegebenes lied
Aber zur Seite gewandt, keiner brachte mich auf die Gerade. Es brauchte mich auch keiner. Ich war ein Sprößling, eine Form des Geredes. Ich sah mich immer um. Und wollte einer, daß ich nicht die Unterführungen betrachtete, so mußte er mich veranlassen, durchzugehen. Das wollte wieder keiner.
Ilse Aichinger
Gleich hinter der Grenze im Hammer-und-Sichel-Emblem: Die Sichel – rot, der rote Hammer steckt ihr im Rachen, sie ist so geschlossen, als wolle sie Fahrkarten knipsen. Vor einer großen, dunklen, doch auch blühenden Kastanie noch ein Emblem, aber die Sichel, rot wie die erste, nur geöffnet und ihre – diesmal längere – Spitze erhebend, als sei sie ein Vogel nun in der Welt und bitte um Futter.
Elke Erb, Abwechslung
יְחַיֵּ֖נוּ מִיֹּמָ֑יִם בַּיּוֹם֙ הַשְּׁלִישִׁ֔י יְקִמֵ֖נוּ וְנִחְיֶ֥ה לְפָנָֽיו׃
הושע ו׳:ב
Verstecke sind unzählige, Rettung nur eine, aber Möglichkeiten der Rettung wieder so viele wie Verstecke. Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern.
Franz Kafka, Beim Bau der Chinesischen Mauer
Es ist mir gleich, ob diese Welt mich liebt. Seit ich hier wohn drang manches an mein Ohr Und ich behalt mir jede Feigheit vor Jedoch verdrießt es mich, dass es nicht Größe gibt. Und wär ein Tisch und säßen Große dort Ich säße gern als Mindester am Tisch Und wär ein Fisch – ich äß den Schwanz vom Fisch Und sähn sie mich nicht gern – ich ginge fort. Ein Buch, das mir von solchem Tisch erzählte!
Und gäbs Gerechtigkeit und wenn sie mir gleich fehlte So wär ich froh und träfe sie selbst mich! Gibts alles dies und bin ich selbst nur blind? Was ich nicht gern gestehe: Gerade ich Verachte solche, die im Unglück sind. Bertolt Brecht, Das zehnte Sonett
Das älteste Wort sei fremd in der Nähe, neugeboren und mache Zweifel, ob es lebe. Dann lebt es.
Karl Kraus
Ein Wort nur fehlt! Wie soll ich mich nennen, ohne in anderer Sprache zu sein.
Ingeborg Bachmann
Vielleicht ist,
in ein offenes Licht zu treten nichts anderes als: ich will, daß ihr mich blendet. Als Blinder wird es mir gelingen, so zu beten, daß ich nicht schuld bin und die Tat nicht endet.
Wer anders will soll seine Hände lassen vom offnen Licht. Sonst wird es ihn zerblassen.
Und ich bin nichts als meine Augen. wenn ihr die zwei begrabt, begrabt ihr wen. Ich habe nichts gelebt. Nur was gesehn. Ich will nicht sterben. Nur was taugen.
Thomas Brasch, Über Kunst
Ich blieb mit meinem Denken bei den gegenwärtigen Dingen und ihren gegenwärtigen Zuständen, nicht aus Gründlichkeit oder zu sehr festgehaltenem Interesse, sondern, soweit es nicht Schwäche des Denkens verursachte, aus Traurigkeit und Furcht, aus Traurigkeit, denn weil mir die Gegenwart so traurig war, glaubte ich sie nicht verlassen zu dürfen, ehe sie sich ins Glück auflöste, aus Furcht, denn wie ich mich vor dem kleinsten gegenwärtigen Schritt fürchtete, hielt ich mich auch für unwürdig, bei meinem verächtlichen kindischen Auftreten ernstlich mit Verantwortung die große männliche Zukunft zu beurteilen, die mir auch meistens so unmöglich vorgekommen ist, daß mir jedes kleine Fortschreiten wie eine Fälschung erschien und das Nächste unerreichbar.
Franz Kafka, Tagebuch
[Er hat] noch nie den Drang verspürt, der eigenen Person nachzuspüren, und es fällt ihm auch wenig dazu ein. Soll er seine Intelligenz dazu benutzen, sich selbst in Frage zu stellen? Was wird dann aus der Intelligenz? Von der Person einmal abgesehen. Der Verstand soll ins Weite führen. Der Weg zu sich aber führt in die Enge. Er führt in die Sackgasse; daß ihm zu sich immer nichts einfällt, ist ein todsicheres Zeichen dafür.
Ilse Bindseil, Von A bis Zett – meine Welt im Porträt
Dies ist an aller Kunst ein Rührendes: Wie, wenn du erst den Stoff bildsam erwärmt, dir dieser Stoff dann selbst mitschenken will. * Wohl bleibt in allem stark dein Führendes. Doch er tut mit, und lustig-listig still ver-führt er oft den Strengsten, daß er – schwärmt.
Christian Morgenstern, o.T. (aus dem Nachlass zu “Ich und Du”)
Mir scheint alle Kunst nur Kunst für heute zu sein, wenn sie nicht Kunst gegen heute ist. Sie vertreibt die Zeit — sie vertreibt sie nicht! Der wahre Feind der Zeit ist die Sprache. Sie lebt in unmittelbarer Verständigung mit dem durch die Zeit empörten Geist. Hier kann jene Verschwörung zustandekommen, die Kunst ist. Die Gefälligkeit, die von der Sprache die Worte stiehlt, lebt in der Gnade der Zeit. Kunst kann nur von der Absage kommen. Nur vom Aufschrei, nicht von der Beruhigung. Die Kunst, zum Troste gerufen, verläßt mit einem Fluch das Sterbezimmer der Menschheit.
Karl Kraus, Nachts