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@projekt-2020
Post|mi|gran|ti|sche Ge|sell|schaft, die
beschreibt eine Gesellschaft, die durch Migrationserfahrungen strukturiert ist. Der Begriff der Postmigration meint keine Zeit, die einer gesellschaftlichen Phase der Einwanderung nachfolgt. Er verweist auf die politischen, kulturellen und sozialen Transformationen von Gesellschaften mit einer Geschichte der postkolonialen und der «Gastarbeiter»-Migration. Postmigration geht davon aus, dass Menschen sobald sie in einer Gesellschaft ankommen, aufhören MigrantInnen zu sein. So erst werden die diskursiven und medialen Bedingungen sichtbar, unter denen diese Menschen ex post als «Einwanderer», «Ausländer», «Fremde», bzw. als Subjekte «mit Migrationshintergrund» (selbst- und fremd-) wahrgenommen und der «Aufnahmegesellschaft» untergeordnet werden. Der Begriff der «postmigrantischen Gesellschaft» setzt sich von dem der «Einwanderungsgesellschaft» ab, aus dessen impliziten Setzungen überhaupt erst Forderungen nach «Integration» / «Assimilation» artikuliert werden können. Eine postmigrantische Gesellschaft zeichnet sich durch zunehmende demografische Diversität aus, wodurch sich neue Spannungsräume eröffnen, die auf neue Gerechtigkeitsordnungen zielen. Überall im Alltag treten postmigrantische Situationen auf, die die lebensweltliche Seite dieser Verhältnisse zum Ausdruck bringen: postnationale Wahrnehmungs- und Handlungsräume von Biografien, deren Selbstverhältnisse sich nicht unbedingt nur auf eigene Migrationserfahrungen beziehen, jedoch zwischen Mehrfachzugehörigkeiten und Mehrfachdiskriminierungen reflektiert und gelebt werden.
Initiatoren: Kijan Malte Espahangizi & Halua Pinto de Magalhães
Kontakt: projekt-2020(at)hotmail.com