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Bisschen wie der 1. Schultag nach den grossen Ferien...
Es war wieder das wunderbare Gewusel, das sich immer beim Einkleidungstag von Swiss-Ski präsentiert. Dutzende von Fahrerinnen und Fahrern, Trainern, Betreuern und Funktionären sausten am Samstag ab 8 Uhr morgens im Hangar auf dem Flugplatz Dübendorf umher. Auf genau festgelegter Marschroute wanderte die Karawane von einem Stand zum anderen, und steckte alles ein, was es für den kommenden Winter braucht: Vom neuen Rennanzug bis zu warmen Schuhen, von Vitaminpräparaten bis zur Trinkflasche, von Sonnenbrillen bis zu Winterreifen. Schwer sind die Plastiksäcke, die am Ende zum Auto getragen werden.
Die Stimmung in Dübendorf ähnelt dem ersten Schultag nach den grossen Ferien: Ein paar der Kumpels hat man in den Wochen davor immer wieder mal gesehen, aber jetzt sind erstmals alle beieinander. Und natürlich werden auch die Mädchen- (oder Buben-)! Geschichten ausgetauscht, über Anekdoten wird gelacht, Informationen werden weitergegeben. Beat Feuz kommt nach der Operation an der rechten Achillessehne mit einer mächtigen Schiene am Bein, Mauro Caviezel humpelt nach seinem Wadenbeinbruch auf Krücken herum. Manches Gespräch ist von Ernst geprägt, da geht es schon um die nächsten Aufgaben, Termine, was darf auf keinen Fall vergessen werden?
Mit guter Laune, Vorfreude, mit voller Motivation und allen wichtigen Utensilien im Gepäck in Richtung Weltcup 2015/16
Doch insgesamt ist die Atmosphäre locker und aufgeräumt. Die Saison naht, aber noch ist ein wenig Zeit bis zum Weltcupauftakt in Sölden am letzten Oktoberwochenende. Die Riesenslalomfahrerinnen wie Lara Gut und Wendy Holdener fehlen deshalb diesmal, sie trainieren in Saas Fee. Cheftrainer Hans Flatscher zeigt stolz Fotos von der perfekt präparierten Trainingsstrecke, „das haben wir alles gewässert“, sagt er. Sein Kollege von der Männerseite, Thomas Stauffer, hofft auf die Fortsetzung der guten Entwicklung vor allem bei den Jüngeren.
Die Ausrüstung ist also gefasst. Um 11 Uhr war der Spuk vorüber, es folgten am Nachmittag die Nordischen mit ihrer Sammlung, bis der Plastiksack voll und schwer war. Aber da waren die Alpinen schon wieder in alle Winde zerstreut. Der Winter kann kommen.
Arbeit an der Sonne☀️ #muottasmuragl (hier: Muottas Muragl)
Ein neuer See entsteht
Es war ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis. Fachkundig instruiert durch Reto Bieri von Engadin St. Moritz Mountains wurde das WM-Team in die Geheimnisse des Speichersees Lej Alv eingeführt. Beeindruckend war vor allem, welch grossen Stellenwert die naturnahe Bauweise bei diesem einzigartigen Projekt einnimmt: Es wird nach Fertigstellung der weltweit grösste Speichersee, der allein der Erzeugung von Schnee dient. Der See wird während der Frühjahrsschmelze durch natürlichen Zulauf gefüllt, dadurch verbessert sich die Ökobilanz der Beschneiung im Engadin markant. Mehr zu diesem faszinierenden Projekt morgen in diesem Blog.
Die Wunden von 1974
Der Wagen rumpelt und hoppelt, manche Stellen sind nur mit Schritttempo zu bewältigen. Beat Lüscher, Leiter Ressort Infrastrukturen und Umwelt beim Bauamt der Gemeinde St. Moritz, bringt uns ganz bedächtig über den schmalen Weg zum Startgelände der WM 2017. Die Anlagen für Männer und Frauen liegen direkt untereinander, für die Frauen wurde eine dauerhafte Plattform errichtet.
Auf dem Weg nach oben klopft Guido Mittner plötzlich Lüscher auf die Schulter. „Halt hier bitte mal an“, sagt der Chef Bauten im WM-OK. Wir steigen aus, Lüscher hat sofort kapiert, was Mittner vorhat. Er zeigt nun nach oben, dort sind sehr unschöne Abhänge zu sehen, die Steine schauen hervor, zerstörte Natur. „Das“, sagt Lüscher, „ist ein Teil der WM-Strecke von 1974. Die Wunden, die geschlagen wurden, sind bis heute zu sehen.“ Das Naturverständnis sei damals ein ganz anderes gewesen als heute, „man ist einfach mit dem Bulldozer rein“, sagt Mittner. „Wenn man irgendwo mit der Strecke durch wollte, ist man halt durch.“ Beim Graben haben sie jetzt einen Bach gefunden, der in Kanale gezwängt worden war. Er wurde befreit, renaturiert, die Kanäle wurden herausgerissen. Jetzt fliesst er wieder so, wie es sich gehört.
Die Alphütte als Versteck Ein Vorgehen wie 1974 ist mittlerweile verpönt. In St. Moritz ist nachhaltiges Bauen angesagt. Alles, was hier geschieht, macht Sinn; Eingriffe werden so minimal wie nur möglich gehalten. Praktisch nichts geschieht am WM-Berg nur für die WM. Die nachhaltige touristische Nutzung steht über allem, nicht 2017 ist das eigentliche Ziel, es geht um die Zeit danach. Schon auf dem Weg hoch war uns eine nette, kleine, nagelneue Hütte aufgefallen. Guido Mittner lacht, als wir ihn nun darauf ansprechen und fragen, wer sich dieses Kleinod als Ferienhäuschen leistet. Er weiss, dass in dieser „Alphütte“ nie jemand wohnen wird. „Wir haben versucht, alle technischen Installationen, alle Versorgungseinrichtungen unsichtbar zu machen. Wo das vom Gelände her nicht möglich war, haben wir sie versteckt – zum Beispiel in dieser Alphütte.“ Der Fake ist gelungen, statt dass zwei, drei Container den Berg verschandeln, passt sich der Bau ideal dem Gelände an und wirkt keineswegs wie ein Fremdkörper. „Das Holz für die Hütte kommt aus der Gegend, lokale Handwerker haben sie gebaut“, ergänzt Lüscher.
Ein Prozess, der nie endet Niemand soll in 40 Jahren sehen können, wo die Ski-WM 2017 ihre Spuren gelegt hat. Zumindest nicht am Berg, nicht in der Natur. Leichter gesagt, als getan. Schon die WM 2003 hat kaum Wunden hinterlassen, trotzdem sagt Mittner: „Heute würden wir auch gegenüber 2003 einiges ganz anders machen.“ Mittner und Lüscher ist es sehr bewusst, dass sie an einem Prozess beteiligt sind, dass sie nur so gut entscheiden können, wie es das momentane Wissen eben zulässt. Keiner weiss, was in zehn Jahren möglich ist. „Vielleicht stehen wir dann genau wie heute hier, schauen etwas erstaunt nach oben und ärgern uns im Rückblick über Fehler, die wir jetzt gerade machen“, so Mittner. Im Moment aber, setzen sich die Beiden mit Herzblut dafür ein, dass für die WM 2017 alles getan wird, was jetzt eben sinnvoll getan werden kann.
3303 m.ü.M
Ich war heute auf dem Piz Corvatsch. Genau genommen auf der Bergstation Corvatsch. Auch wenn alle unten in der Talstation sagen sie würden auf den Piz Corvatsch gehen - wo es doch per offizieller Ausschilderung eher verboten als erlaubt ist, da hoch zu gehen. Da oben stand ich nun - und ich fragte mich ob es wohl allen bewusst sei, dass, wenn man so ehrführchtig und bemitleidend über die letzten Gletscherverbleibsel hoch Richtung Gipfel schaut, dass es sich nicht um den Piz Corvatsch handelt, sondern um den Piz Murtèl? Erst der zweite Gipfel ist der Piz Corvatsch. Wieso heisst dann die Bergstation Corvatsch? Vielleicht weil der Piz Corvatsch um 18m höher als der Piz Murtèl in den Himmel ragt? Up to the sky, wie die Gondelaufschrift es nennt.
Urpsrünglich haben wir den Corvatsch gewählt, weil ich meinem Sohn mal ermöglichen wollte, einen Gletscher von Nah zu sehen, ohne sich gleich offiziell in Lebensgefahr zu begehen. So standen wir dann über der schönen weissen Plane hinter der Bergstation- und ja, darunter befindet sich tatsächlich noch einen Gletscher stellten wir fest. Ich habe mir heute zwei Dinge gemerkt: Die phantastische Aussicht und den Umstand, dass ich nun meinem Sohn irgendwie erklären muss, weshalb die schönen restlichen Gletscher rundherum nicht abgedeckt werden. Können die denn nicht schmelzen?
Bleibe dran - ich finde es raus.
#stmoritz2017 goes social media
Ja, was hat es denn auf sich mit dem Hashtag (#)? Folgen, retweeten und einen eigenen Blog eröffnen? In der Welt der sozialen Medien ist fast alles möglich, was Fluch und Segen zugleich bedeutet. Vielseitig und facettenreich kann man innerhalb kürzester Zeit eigentlich alles erzählen, was man möchte. Wenn man weiss wie es geht, ist das fantastisch. Wenn es aber Neuland bedeutet und sich die Fragezeichen im Kopf vertausendfachen, dann wendet sich der ein oder andere wieder ab… Unser Ziel war es am 25.08.2015 zu informieren, zu sensibilisieren und zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Habt Ihr den Hashtag #stmoritz2017 schon verwendet?
Wir freuen uns auf alle, die selbst aktiv werden, Beiträge rund um die Ski WM und die gesamte Region Engadin St. Moritz erstellen, sich mit uns sozialmedial verknüpfen und selbst Inhalte teilen.
Habt Ihr Fragen?
Wisst Ihr nicht so recht, wie man die einzelnen Tools nutzt, wie man diverse Apps installiert, wie Ihr selber bloggen könnt, oder habt Ihr einfach Fragen zu unseren Aktivitäten im Netz? Dann kommt jederzeit gerne auf uns zu. Ihr erreicht uns via Mail an: [email protected] oder - wie soll es auch anders sein - über unsere Kanäle im Netz. Zwitschert uns bei Twitter, schreibt und bei Facebook oder schickt uns eine Video-Nachricht.
Vielen Dank an alle, die bei unserer ersten Social Media Veranstaltung dabei waren. Es werden noch einige bis Februar 2017 folgen und wir freuen uns, wenn Ihr uns Ideen schickt, Feedback gebt, selbst aktiv werdet und den Weg dorthin mit uns gemeinsam geht. Denn zusammen sind wir für #stmoritz2017 am stärksten!
Die Römer im Tal
70 Millionen? Man sagt es sei noch ein Bergdorf. Ja, es scheint ein nicht weit verfehlter Begriff zu sein. Zu schön ist es hier, um es nicht ein Bergdorf zu nennen. Warum kommen aber seit über 150 Jahren auch andere Leute, fremde Leute, von ganz weit her gerannt an diesen Ort? Vieles steht ja schon oder besser gesagt liegt ja da -die Berge, die Seen. Toll, gerade wirds wieder hochsommerlich. Die Stimmung wird in ein paar Wochen wieder winterlich, weiss, ruhig wenn der Schnee so da liegt. Nein, das ist nicht neu. Die Metamorphose gibts schon seit Urzeiten. Eine Ski Weltmeisterschaft gibts jetzt dann wieder hier? Schon zum 5.Mal, so munkelt man im Netz. Toll, da kommt die ganze Welt hierher und auch alle anderen sehen wieder das Bergdorf - aus der Ferne, romantisch wird es sich geben. Modern ummantelt wird es ausschauen. Ich freu mich für das Bergdorf. Ich freu mich auch am Wochenende in einem Römertempel baden zu gehen - in einem Bergdorf. 70 Millionen haben sie dafür bezahlt im Bergdorf - so wird berichtet.
#StMoritz2017 totally gonne #Socialmedia #Selfie: Hipp Hipp Hutra!
Die Welt soll wissen, was hier gerade läuft und laufen wird. Weiter so danielfrei, diesteffibloggt und blogstmoritz2017
Klamotten für den Büro-Winter❄️ #stmoritz2017 #schnee bis auf 2500m
Gemeinsam in einer Seilschaft für #stmoritz2017
Ich glaube da sind wir uns alle einig: Sport und Tourismus müssen sich die Hand geben, um bei Stammgästen, zukünftigen Gästen, bei Einheimischen und auch bei den Sportlern selbst, Euphorie zu entfachen. Deshalb haben wir gleich zur Kamera gegriffen und Ariane Ehrat, Tourismus-Direktorin von Engadin St. Moritz, zur Ski WM befragt. Denn wir als Organisatoren wollen mit der Tourismusregion an einem Strang ziehen und gemeinsam unser Bestes geben für #stmoritz2017.
Und, wer freut sich mehr? Ariane als Tourismuschefin, oder Ariane als ehemalige alpine Skisportlerin? Ganz klar: einzigartig ist es allemal, dass die alpine Ski WM zum fünften Mal in St. Moritz ausgetragen wird. Aber was bedeutet das für die gesamte Region? Mehr dazu in Teil 2…