Bahnbestimmung:
Keine neue Erkenntnis:
Umlaufbahnen sind exzentrisch.
Doch die Apoapsis manchmal weit.
Die Periapsis manchmal 0.
So frage ich mit Blick in’ Himmel:
Wie die Bahn nur recht bestimmen?
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@spontan-philosoph
Bahnbestimmung:
Keine neue Erkenntnis:
Umlaufbahnen sind exzentrisch.
Doch die Apoapsis manchmal weit.
Die Periapsis manchmal 0.
So frage ich mit Blick in’ Himmel:
Wie die Bahn nur recht bestimmen?
Schweigen (Am Grab?)
Gern würd’ ich mit dir sprechen.
Doch hüll’ ich mich in Schweigen.
Würd’ meinem Drang gern nachgehen,
doch würd ich mich dann zeigen
und vielleicht beginnt der Reigen,
dann wiederum aufs Neue,
hielten wir den Kreisen auf den’ wir gehen
nur weiterhin die Treue.
Ich spür’ noch immer diesen Schmerz.
Sind es die letzten Träume,
die da sterben?
Was werden wir von ihnen erben,
außer den Erinnerungen?
Woran mangelt’s dem Patienten
nach all den Jahren Therapie?
Mangelt’s an der Liebe,
mangelt’s an der Empathie?
Sind die beiden Ärtze Pfuscher,
selber nur halb ausgebildet?
Sind die Hälfte der Symptome letztlich doch nur eingebildet?
Warum landen wir mit Tonaufnahme
halbjährlich auf der Notaufnahme,
humpeln beide durch die Türen,
angeschlagen, abgekämpft?
Wie lange kann das dauern?
Und wann ist es Zeit zu trauern?
Weil was verband dann doch noch stirbt,
die Blume vor sich welkt, verwirkt,
die am Zimmertischen steht
und Schönheit in das Zimmer brachte,
und deren Duft ganz sachte,
wenn frischer Wind durchs Fenster blies,
Genesung immer noch verhieß.
Aber was ist dann?
Was geschieht danach?
Und an wen wendet man sich dann am Trauertag
wo doch die Tröstende betrauert,
der, an den man sich gewandt, eingeäschert, eingemauert?
Liebt man dann doch noch den andern?
Oder betrauert man sich selbst?
Trau’re ich dann um ein Leben
und um eine Welt,
die ich mir vorgestellt mit dir?
Musstest du daran von Grund auf scheitern,
so wie ich bei dir?
Nur mühsam halte ich es aus.
Doch weiß, ich muss nun innehalten.
Falls wir einmal tot sind,
leg’ ich uns Blumen auf das Grab.
Und wer weiß, vielleicht kommst du einmal
mit mir am gleichen Tag und
mit dem gleichen Gedanken.
Ich wüsste nicht,
wer wen dann stütze,
kämen wir ins Wanken.
Wenn ich vollends müde bin
von langer Tage Pflichten,
die Augen kaum mehr offen bleiben,
alle Gedanken mir entgleiten,
ganz und gar verschwinden.
Sie gegen nichts mehr streiten,
dass zur Bewältigung gegeben.
Dann denke ich an Tage,
die mir teuer sind.
An die ich oft nicht denke,
die ich nicht denken kann.
Erst wenn all' die Hüllen fallen,
in die ein Geist sich kleidet,
damit man ihn auch sehen kann
und sich dennoch nicht zu zeigen,
dann spürt sich da ein Wesen
und träumt dankbar traurig,
schmerzlich glücklich, warm,
von vergang’ner Gegenwart.
Unserer Tage Ränder:
Du kriechst unter die Decke
und ich wünsch' dir eine gute Nacht.
Küsse deine Stirn.
Beim Kochen hast du an mich gedacht,
für mich mitgekocht.
Ich esse es zum Frühstück.
Und koch' am Abend deines.
Ich sollte etwas leiser sein.
Trotzdem klirren die Tassen, als ich sie verräume.
Stört mein Lärmen deine Träume?
Ich hoffe nicht.
Am Himmel steht die blasse Sonne,
spendet nur fahles Licht.
Dein Atem geht ganz leise.
Ich lass das Räumen bleiben.
Denn mir fällt wieder ein du
kannst es doch nicht leiden
wie ich die Dinge ordne.
Nehm' nur deine Sachen weg,
die von gestern liegen blieben.
Irgendwo muss ich mich setzen.
Ich brauche nicht viel Platz.
Heute Abend, denk' ich mir,
bleib' ich länger auf.
Damit wir uns auch sehen.
Und wieder was gemeinsam machen.
's ja nicht so, dass wir nie lachen,
nie miteinander sprechen.
Nur kannst du deinen Schlafrhythmus nicht brechen.
Ich meine Ordnung nicht ändern.
So berühr'n wir uns morgens, abends,
an unserer Tage Rändern.
Verwirrspiel:
Du zählst herunter.
Bin ich denn versteckt?
Wenn ich noch genau da stünde
wärest du erscheckt, wenn
du dann die Augen öffnetest?
Ich zähle,
und gehe dich dann suchen.
Trete meinen Zehen.
Hörst du mich dann fluchen?
Ganz leise, weil ich glaube,
du würdest mich nicht hören.
Würdest dich daran stören.
Wir spielen verstecken.
Ich in Versen, du in Strophen.
Wahrscheinlich wollen wir uns nicht erschrecken.
Und sagen deshalb nichts.
Werfen die Nebelmaschine an und
nebeln uns gemeinsam ein.
Einmal ja und einmal nein.
Nie zu zweit und
nie allein, weil
in Gedanken immer
der andere im Zimmer.
Bis es nicht mehr geht.
Und für eine Weile lang,
der, der grad' sucht, alleine steht.
Musikhören III:
Jeden Tag aufs Neue,
acht' ich auf die Zeit.
Und weiß sofort Bescheid,
wenn was dazugekommen ist.
Musikhören II:
Ich google manchen Text.
Deute schon die Zeichen?
(Capo)
Halte inne und
lass es bleiben.
Besser hören und nicht
schreiben
zwischen die Wörter in den Strophen.
Die Pausen nach dem Refrain.
Häng' an den Zwischentönen.
Und zieh' mich wieder hoch.
Stell' mich an den Rand.
(Da capo al fine.)
Taubenschlag:
Zerquetscht, die
Brust zerplatzt
lag die Taube auf dem Platz
wo sie zuvor mit lautem Knacks
unter dem Reifen zerbrochen.
Leben. Einfach erloschen.
Noch erkennbar entstellt.
Ein anderes Auto kommt und
fährt noch einmal darüber.
Etwas zieht mich an.
So dass ich mich nicht halten kann,
ein Taschentuch erfrage,
und mich näher wage.
Ein paar Federn sind verloren.
Gedärme wund, Glieder verworren.
Der Tod hat sie erkoren.
Der Kopf verrenkt, ihr
Blick ist schon verloren.
Der Vogel ist noch warm.
Als würde er noch leben.
Ein kleines Kind starrt aus dem Kinderwagen.
Ist das das Ende von Kindertagen,
die ganz ohne Sorgen waren
um die eig'ne Endlichkeit?
In seinem Blick steht eine Ehrfurcht,
die auch mich begleitet.
Ein seltsamer Zauber.
Die Taube konnte dort nicht bleiben.
Sie würde würdelos zermatscht
bis in die Unkenntlichkeit.
Ich trage sie fort,
nicht allzu weit,
bis unter die Bäume.
(Um sie dort zu betten oder um mich selbst zu retten, vor ihrem Anblick?)
Danach wasch' ich mir die sauberen Hände.
Es ist wohl der Tod, das Ende,
den ich von mir waschen wollte.
Musikhören:
Von weitem singst du aus den
Liedern deiner Playlist und
mit jeder neuen Zeile bist es
du, die an mein Ufer spült.
Und ich bin wohl der Felsen,
der sich durch deine Wasser wühlt.
Immer wenn ich greife,
dann greife ich ins Leere.
Als ob dort wohin ich greife
gar nichts weiter wäre
als ein Hologramm.
Wie ein Nebel,
nie gelichtet,
so viele Schemen
schon gesichtet,
dachte ich.
Doch nur geraten.
Und immerzu auf Antwort warten.
Irritiert.
Mitgenommen reflektiert,
angenommen, respektiert,
trotzdem immerzu entglitten.
Viel zu selten gut gestritten.
In Worten hab' ich mich erschöpft,
in Ruhe und in Rage.
Hätt' es sie jemals denn gegeben,
die eine, richtige Frage?
September
Spiegelglatt das Himmelblau im See
und Abends wird's schon wieder kühl.
Die gold'nen Tage brechen an.
Doch noch riecht es nicht nach Herbst,
dieser Zeit im Jahr,
die schon mit dir verbunden war
seit den ersten Tagen.
Mit nachts noch den Spaziergang wagen,
dabei zu dünne Jacken tragen
aber immer "Geht schon." sagen
und nur heimlich frieren.
Um nicht die sternenklare Nacht in
leeren Straßen zu verlieren.
Vormittag mit Silbermantel:
Du sitzt unter deiner Decke
draußen auf der Terrasse.
Es sieht so aus als ob es regnen könnte.
Tut es aber nicht.
Wir werden nicht nass und
uns wird auch nicht kalt,
mit Tee und Kakao.
Wir reden, vorsichtig.
Nicht beliebig, fast bedächtig.
Manchmal ein bisschen scheu.
Dann wieder ganz normal.
Lachen.
Und du rückst auf meine Seite.
Wunderlich wie
einfach
es immer wieder sein kann.