Unser Gepäck ist schon abgegeben und wir warten aktuell auf das Check-In. Übrigens will ich wieder ein paar (vielleicht schaffe ich alle?) Blog Einträge während des Fluges schreiben :)
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Unser Gepäck ist schon abgegeben und wir warten aktuell auf das Check-In. Übrigens will ich wieder ein paar (vielleicht schaffe ich alle?) Blog Einträge während des Fluges schreiben :)
Shopping Tour Deluxe
19.02.2016
Hallihallo!
Unsere Unterkunft in Itacaré war ansich super, nur ein kleines Manko hatte die Pension: Das Bett war derbe hart. Ich bin aufgewacht und hatte leichte Rückenschmerzen, was natürlich nicht so klasse war. Da die Schmerzen aber nicht übertrieben stark waren, entschied ich mich die Zähne zusammen zu beißen anstatt einer Schmerztablette zu nehmen.
Nach dem Frühstück haben wir fix unsere sieben Sachen zusammen gepackt und sind auch sogleich gestartet. In der Pension sind wir dazu übergegangen, dass ich aus meinem Koffer nur eben das Nötigste rausnehme bzw. das Nötigste in Stefans Koffer gelagert wird und den Rest im Auto gelassen wird. Ist natürlich um einiges praktischer und wir müssen für die Kurzstops auch nicht immer gleich all unsere Sachen hin und her räumen.
Der Check-Out ging ziemlich fix und wir waren startklar. Ein wenig traurig war ich schon, dass wir den netten Rezeptionisten von gestern nicht nochmal gesehen haben. Aber man kann nicht alles haben und so ging die Reise weiter.
Amanda aus Rio hatte uns zu Beginn unseres Roadtrips ja bereits schon gesagt, dass diverse Straßen nicht wirklich gut ausgebaut sind. Auf dem Weg nach Salvador, als wir komplett nur auf der BR-101 gefahren sind, konnten wir das nicht so ganz feststellen. Aber spätestens heute müssen wir ihr uneingeschränkt recht geben. Ich habe ja gestern schon angeschnitten, dass die Straßen viele Schlaglöcher haben. Aber es gibt nicht nur Schlaglöcher, sondern auch Hubbel, die einem die Stoßdämpfer vernichten möchten.
Die Fahrt verlief recht angenehm, wir konnten immer mal wieder die Küste zwischen den Wäldchen ausmachen. Und irgendwann überkam es Stefan und er bog plötzlich in eine winzige Seitenstraße ab. Nach guten 50m lichten sich die Bäume und wir waren an einem Strand. Und der Strand war einfach nur WOW. Das Wasser war sehr klar und die Wellen nicht zu hoch, aber auch nicht zu langweilig. Der Sand war weißer als alle Sände, die ich bisher hier im Brasilien ausgemacht habe und auch schön weich. Wäre da nicht noch ein fischendes Pärchen gewesen, hätten wir sicher meilenweit in eine Richtung gehen können, ohne dass wir jemandem begegnet wären.
Und der Strand war sehr belebt! Im feuchten Sand hatten sich kleine Schnecken versteckt und wenn man ein paar Minuten ruhig sitzen blieb, kamen kleine und große Krabben herausgekrabbelt. Nach einiger Zeit war die Angst der Krabben auch nicht mehr so groß, sodass sie auch in unserer unmittelbareren Nähe aus ihren Löchern gekrochen. Sobald wir uns allerdings bewegten, waren die kleinen Krabbler wieder verschwunden.
Nach einer guten Stunde machten wir uns auch wieder auf den Weg, denn ein wenig Hunger hatten wir bereits. Recht zügig fanden wir auch ein Restaurant. Als wir hielten, konnten wir bereits groß lesen “Só Débito” (was soviel wie “nur Lastschrift” bedeutet wie wir später feststellen durften) und darunter war unter anderem auch “VISA” gelistet. Ich muss ehrlich dazu sagen, dass ich nie so richtig wusste, ob meine VISA Karte nun eine Kreditkarte ist oder nicht - jetzt weiß ich es übrigens. Ich fragte also nach und die Besitzerin testete kurz, ob ihr Gerät meine Karte erkannte. Mit einem Nicken gab sie mir meine Karte zurück und wir gönnten uns ein leckeres Essen.
Allerdings stellte sich nach dem Essen heraus, dass meine VISA Karte doch nicht ging, um zu bezahlen. Und natürlich hatte ich nicht genügend Kleingeld mit. Nach zahlreichen Versuchen machten wir aus, dass wir zum Flughafen fahren, ich dort Geld abhole und dort auch direkt eine Überweisung fertig mache. Ersteres ging natürlich, nur zweiteres leider nicht. Da das Restaurant eh auf unserem Weg lag, sagten wir uns, dass wir dort gleich bezahlen. Aber denkste! Der Laden war schon geschlossen als wir nach ca. 30 Minuten wieder dort ankamen. Problem #1: Es war Freitag. Problem #2: Wir werden vor Montag keine Überweisung mehr fertig machen können. Problem #3: Wir mögen es nicht, Schulden offen zu haben. Nur leider konnten wir dagegen nun nicht mehr wirklich etwas tun, also mussten wir weiterfahren.
Das Ganze Hin und Her hat letztendlich so viel Zeit und Energie gekostet, dass wir nicht mehr wirklich weit fuhren. In Canavieiras entschieden wir uns nach einer Herberge zu suchen. In meinem brasilianischen Adressbuch hatte ich bereits eine Pousada ausgemacht, allerdings fanden wir diese nicht und hielten dann spontan an einer, die auf dem Weg lag. Die Besitzerin erschien äußerst erstaunt unangekündigten Besuch zu bekommen und noch viel mehr darüber, dass wir keine Brasilianer sind. Nach Besichtigung des Zimmers und der Klärung der Kleinigkeiten zogen wir dann also dort ein für die Nacht. Das erste, was wir sogleich taten, war - natürlich - das reinhüpfen ins Meer, immerhin mussten wir dafür nur die Straße überqueren. Da gerade Ebbe war, mussten wir schon sehr weit laufen, um überhaupt ins Wasser zu kommen und noch viel weiter, um mehr als nur mit den Füßen im Wasser zu sein. Generell sind die Strände in Brasilien - zumindest alle, die wir bisher besucht haben - sehr flach.
Am Abend haben wir noch eine leckere Moqueca gegessen und sind dann erschöpft aber glücklich ins Bett gefallen.
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
18.02.2016
Hallihallo!
Heute ist der Abflug gewesen. Naja fast. Gestern Abend haben wir noch das Check-Out vorbereitet und konnten so heute recht fix los. Doch anders als die normalen Roadtrips vorher, sollte heute eine Besonderheit erfolgen. Denn wir haben uns dazu entschieden auf dem Rückweg ein Stück mit der Fähre zu fahren. Salvador ist auf auf einer mehr oder weniger Halbinsel gelegen und bei der Hinfahrt mussten wir sehr weiträumig fahren. Nun wollten wir etwas abkürzen.
Gesagt, getan. Reeelativ zügig sind wir auch bei der Fähre angekommen. An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass der Verkehr und die Beschilderung der Linienführung von Salvador eine wahre Katastrophe ist. Wie oft mussten wir jetzt schon raten, was genau was bedeutet und wo genau wir jetzt eigentlich lang fahren müssen. Und da wir bei weitem nicht alleine auf der Straße sind, muss die Entscheidung fix getroffen werden - ja, es kam des öfteren zu Fehlurteilen. Zudem sind die Karten des GPS vom Leihwagen nicht 100% uptodate. Manche Straßen fehlen, manche gibt es gar nicht (mehr; bei einigen bezweifle ich, dass die jemals existiert haben sollen!) und das macht die Situation nicht gerade besser.
Aber wir sind zum Glück bei der Fähre angekommen. Die Fähre fährt alle 30 Minuten und pendelt zwischen Salvador und Morro de Sao Paulo hin und her. Stefan wurde auf das Unterdeck eingewiesen, wo wir auch den Leihwagen stehen ließen und uns aufs Oberdeck begaben. Oben gab es auch ein paar Bänke (natürlich waren die schattigen Plätze schon alle vergeben), aber wir bevorzugten einen Platz an der Reling und beobachteten die letzten Autos beim manövrieren. Da waren aber auch Zentimeterarbeiten dabei!
Und dann ging es auch schon los rüber. Etwa eine Stunde dauerte die Überfahrt nach Morro de Sao Paulo und dann nochmal gute 20 Minuten bis wir endlich aus dem Unterdeck rausfahren konnten. Ich muss ja sagen, dass ich schon etwas Angst hatte, denn viele Autofahrer im Unterdeck stellten schon ihre Motoren an, obwohl die Lucke noch nicht geöffnet war. Aber da ich noch die Blogeinträge schreiben kann, ist uns wohl nichts passiert ;)
Von der Fähre runter sind wir straight auf die BA-001 gefahren, die ein paar mehr Unterschiede zur BR-101 aufweist. Der wohl größte ist, dass die 001 um einiges schlechter ausgebaut ist und Schlaglöcher (anscheinend) wenig bis gar nicht ausgebessert werden. Man fährt auch durch kleine Städtchen durch, wobei die 001 nicht gerade durch die Städtchen führt. Teilweise sahen die Städtchen wie Favelas aus und als uns diverse Motoradfahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger anhielten bzw. mit uns reden wollten, wurde uns schon etwas mulmig zu Mute. Es kann gut sein, dass sie uns nur helfen wollten, aber da scheiterte es leider an der Sprache.
Unser Ziel war Itacaré, welches auch ein kleines Städtchen ist, allerdings der Tourismus schon etwas Einzug erhalten hat. Itacaré war nun auch das erste Städtchen, in dem wir den hiesigen Strand nicht aufgesucht haben. Das lag aber mehrheitlich daran, dass die Straßen nur Sandstraßen mit vielen Löchern sind und die Pension, die wir dann buchten, etwas weiter weg vom Strand war und wir auch einen Pool dort hatten.
Der Rezeptionist, der uns empfing und mit dem wir das Zimmer klar machten, war der bisher coolste und cleverste. Natürlich bekam er sehr schnell mit, dass wir keine nativen Brasilianer oder Portugiesen waren und nahm jedes Mal, wenn wir uns nicht 100% sicher waren, was er gerade sagte, einfach fix den Google Übersetzer, um mit uns zu kommunizieren. Das klingt nach einer totalen Lapalie, ist es allerdings lange nicht. ‘Leider’ möchte man an dieser Stelle sagen.
Von der Pension selbst kann man eigentlich nur sagen, dass sie total hübsch war. Das Zimmer und dessen Einrichtung hat uns super gefallen. Das Highlight war die Hängematte!
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
Letzter Teil der Reise beginnt.
Besoffen durch Brasilien?
Ein geheimer Strand? Krabbenenattacke?
17.02.2016
Hallöchen!
Heute war unser letzter richtiger Tag in Salvador. Und der war schon ein wenig verplant. Frühs sind wir wie gewohnt zum Frühstück gegangen. Es gab mal wieder Pao de Queijo, die auch gar nicht mal so schlecht schmeckten. Trotzdem sind sie kein Vergleich mit denen, die wir in Santa Teresa gegessen haben. Und dann wurden wir auch schon von Achim abgeholt.
Achim ist ein Deutscher, der nach Brasilien ausgewandert ist und hier nun Stadtrundführungen macht. Als ich mit meinen Eltern hier war, war ich ja bereits bei einer Rundführung dabei gewesen, allerdings hielt ich es für wichtig, dass Stefan das auch alles nochmal sieht und erzählt bekommt. Und ich hab mir leider auch nicht genügend Details gemerkt, also war das auch nicht so langweilig für mich. Sicherlich kannte ich die Plätze alle schon.
Im Catussaba Hotel wurden wir von Achim mit seinem Privatwagen abgeholt und fuhren in Richtung Altstadt. Er hatte noch kurz gefragt, ob wir statt der Altstadt woanders hin sollten, aber nach einer kurzen Absprache, entschieden wir uns doch für die Altstadt. Denn die muss man mal gesehen haben – ob, das hatten wir ja schon indirekt, aber mit einem Guide, der einen noch auch Kleinigkeiten hinweist, ist das doch um Längen besser und effektiver. Und so war der erste Anlaufpunkt der Leuchtturm von Salvador, dort hatte auch Amerigo Vespucci den Pfeiler mit portugiesischem Wappen aufgestellt. Von dort ging es nach einem kurzen Rundgang zum Aufzug, der die Ober- und Unterstadt mit einander verbindet und ab in die Altstadt.
Salvador wird ja schelmischerweise als die Stadt betitelt, welche für jeden Tag eine Kirche aufweisen kann. Allein in der Altstadt gibt es 12 Kirchen (oder waren es 13?) und wenn man alle kleinen Kirchengemeinden dazu zählt, also Gebäude, die als Kirche dienen aber nicht wie eine klassische Kirche aussieht, sind in Salvador weit über 400 Kirchen. Die wohl prunktvollste Kirche ist die Goldene Kirche. Von außen wirkt sie sehr einfach, aber wenn man schon im Hof ist, kann man erahnen, dass diese Kirche Schätze beherbergt. Der kleine Innenhof zeigt verschiedene Fliesenmalereien. Wenn man bedenkt, dass all diese Gemälde in Portugal produziert wurden und dann nach Brasilien geschift wurden, kommt da schon eine ganze Menge Geld zusammen. Aber das Highlight der Kirche ist deren Innenausstattung in den kirchlichen Räumlichkeiten. Die Wände, die Dächer, die komplette Fassade ist mit ca. 600kg Blattgold verziert! Es stecken so unglaublich viele Details darin, dass es einen beim ersten Mal einfach nur erschlägt.
Die Rundtour ging dann auch den Platz entlang, wo mir die Haare geflochten wurden. Stefan hat auch das einmalige Getränk aus der Altstadt, ein Mix aus Limetten und Kokosmilch, gekostet. Lecker und erfrischend. Dann neigte sich die Stadtrundtour schon ihrem Ende entgegen. Achim brachte uns noch zurück zum Hotel. Dort angekommen – und wir waren wirklich erschlagen – verbrachten wir den Rest des Tages im Zimmer, schliefen ein wenig und ruhten uns aus. Das war schon ziemlich viel Aktion in den letzten Tagen.
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
Hallo Itacaré!
Musik: https://soundcloud.com/hammydj/hammy-beatz-to-chill
Und nochmal durch die Stadt. Doch diesmal mit einem Guide, damit wir nicht ganz so blind durch die Gegend laufen ;)
Musik: https://soundcloud.com/timdeyoung/church
16.02.2016
Hallihallöchen!
Heute war ein ganz besonderer Ausflug geplant, denn wir lasen am Tag zuvor bei TripAdvisor, dass es in der relativen Nähe von Salvador, Praia de Forte, ein kleines Touristendorf gibt mit einem Park rund um Schildkröten. Naja, nicht nur Schildkröten, aber die standen eindeutig im Vordergrund. Doch bevor wir die alten und jungen Tiere bewundern konnten, mussten wir erst einmal dort ankommen.
Zum Glück mussten wir dafür nicht durch die Stadt selbst, denn das Catussaba Hotel liegt bereits etwas außerhalb von Salvador. Und so kamen wir ohne Komplikationen im Village an. Das Problem war nur irgendwie, dass der angegebene Standort des Schildkrötenparks sehr allgemein war und letztendlich nicht den Richtigen angezeigt hat. Prinzipiell war das ja kein Problem, denn das Dorf selbst war jetzt nicht so unglaublich riesig, allerdings war es brütend heiß.
Auf unserer Suche sind wir auch zuerst in einer kleinen Anlage rund um Wale gelandet. Das war ansich nichts großes, nur haben wir uns jetzt umso mehr noch geärgert, dass wir nicht im Juni/Juli in Salvador sein werden, denn dann kann man wohl Buckelwale und Delfine sehen. Naja, aber kann man nichts machen. Merkt euch aber: Wenn ihr Buckelwale oder Delfine in Salvador/Brasilien sehen wollt, dann fahrt im Juni/Juli her. (Dann ist es hier auch nicht so heiß, denn dann ist schon Winter in Brasilien.)
Irgendwann haben wir auch endlich mal eine Karte vom Dorf bekommen, uns noch ein wenig rumgefragt, aber dann waren wir endlich auf dem richtigen Weg! Wenn man in den richtigen Gassen läuft, dann sieht man auch sehr stark, dass es sich hierbei um ein touristisches Dorf handelt. Stände an Läden, pur auf Tourismus abgestimmt. Sicherlich, es gab auch einen Supermarkt, aber der war schon etwas weiter weg und abseits der Touristenstraßen.
Aber nun gut, endlich im Schildkrötenpark angekommen, gab es nicht nur Schildkröten in ihrer verschiedenen Lebensstadien zu begutachten, man konnte auch jede Menge lernen. Der Park war eindeutig für Kinder eingerichtet. Na wie gut, dass wir immer noch Kinder geblieben sind ;) An der Stelle möchte ich jedoch die Bilder sprechen lassen :)
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
15.02.2016
Obwohl wir wie die ganzen Tage zuvor auch schon immer recht früh aufgestanden und gefrühstückt haben, machten wir uns einen recht entspannten Vormittag. Naja, bis auf, dass Stefan fleißig das Video vom vorherigen Tag geschnitten hat. Dafür hab ich mal wieder meine Beine ausgestreckt und die Ruhe genossen. Urlaub ist erholsam, obwohl es mich schon mehrere Tage gekostet hat, bis ich mich auf das „Nichts tun“ oder einfach entspannen eingestellt habe.
Nachdem Stefan fertig war und das Rendering schon mal angeschmissen hat, ging es los. Schließlich hatten wir für heute eine Verabredung. Unser Ziel war die Riberia von Salvador. Durch Salvador durchfahren mit dem Auto ist die Qual schlechthin. Ernsthaft, Berlin oder generell deutscher Verkehr ist ein Witz dagegen. Hier fährt einfach mal alles kreuz und quer und Markierungen, Schilder, Ampeln sind mehr Empfehlungen. Aber das allerschlimmste für einen Touristen ist ja eher, dass sich die Stadt mit ihren Straßen ständig wandelt. Die Version des Navis vom Leihwagen ist schon arg veraltet. So kennt es diverse Straßen nicht und teilweise ist es immer wieder lustig zu sehen, wenn wir durch „das Nichts“ fahren.
Aber dann endlich sind wir am Treffpunkt angekommen – nur 2 Stunden zu früh, denn so schlaue Füchse wie wir fahren natürlich früher los, weil wir bereits vor einigen Tagen die verkehrstechnische Katastrophe der Stadt kennenlernen durften. Unser Treffpunkt war die Sorveteria da Ribeira, eine riesige Eisdiele mit dem leckersten Eis der Stadt – so sagt man zumindest. Preislich war die Eisdiele auf jeden Fall gut weit vorne. Für umgerechnet ca. 2€ die Kugel war es das wohl teuerste Eis, was wir in Brasilien bisher gesehen haben. Aber dafür war es auch wirklich lecker.
Bevor wir jedoch in der Eisdiele die Wartezeit verbrachten, gingen wir nochmal los, um Bargeld zu holen und außerdem wollte ich mir noch einen Hut holen, da ich gestern schon merkte wie die Sonne auf der Kopfhaut piekt (das ist aber bisher der einzige Nachteil, den ich bei meiner neuen Frisur ausmachen konnte). Und weil es so schön ist, haben wir für Stefan auch gleich einen Hut gekauft. Jetzt sieht er, wenn er mal wieder eine pafft, schon ein bisschen wie das bekannte Bild eines Mafiabosses aus.
Um 2 Uhr nachmittags waren wir verabredet mit unserem englischsprachigem Guide und zu unserer Überraschung war dieser sehr pünktlich. Das war auch leicht erklärt: Unser Guide ist ursprünglich Franzose, was natürlich einiges erklärt. Er erzählte uns, dass er für einen journalistischen Artikel nach Brasilien kam und die Liebe ihn schließlich dazu brachte, hier zu bleiben. Nach einer kurzen Vorstellung hat er uns dann zu dem Boot geführt. Es handelte sich dabei um ein Katamaran. Stefan war ganz Feuer und Flamme, erst recht als er erfuhr, dass er es auch mal steuern durfte. Unser Guide mixte uns auch frischen Caipirinha. Allerdings nicht so einen langweiligen, wie man ihn an jeder Bar bekommt. Verschiedenste Früchte gaben diesem Caipirinha seinen Geschmack. Darunter waren standardmäßig Limetten, aber eben auch Acerola, Passionsfrucht und eine Frucht, deren Name ich leider vergessen habe. Ein bisschen Zucker, Cachassa und Eiswürfel letztendlich dazu und fertig war der rot gefärbte super leckere Caipirinha.
Nahe der Küste warf dann der Kaptain den Anker und gab uns die Möglichkeit, an der flachen Stelle ein wenig zu tauchen. Uns wurden ebenfalls Taucherbrillen gestellt, mit denen wir die eigentlich Lebendigkeit erst so richtig feststellen konnten. Leider konnten wir nicht alles identifizieren, aber auf jeden Fall haben wir einen kleinen Krebs, der vor uns flüchtete, und Seeigel gesehen. Auch meinen wir kleine Korallen gesehen zu haben, aber da sind wir uns leider nicht so sicher. So gut ist unser Allgemeinwissen dahingehend nicht ausgeprägt.
Als wir aus dem Wasser kamen, war auch schon ein kleines Barbeque für uns vorbereitet. Es gab gebratenen Fisch, der noch schön saftig war. Dann wurde auch wieder der Anker gelichtet und wir setzten unsere Tour fort.
Wir hatten eine 4 stündige Tour gebucht und konnten so noch den Sonnenuntergang auf dem Meer mit ansehen. Das war nicht nur unglaublich romantisch, sondern auch so ein schönes Erlebnis. Leider war die Tour dann auch wieder viel zu früh zu Ende und wir mussten zurück zum Hotel. Bzw. hielten wir zunächst bei einem Restaurant, um zu Abend zu essen. Unsere Wahl viel auf eine kleine Pizzeria namens Pier07. Wir bestellten eine Familienpizza für uns – das Besondere an dieser war, dass wir 3 verschiedene Belagsbereiche hatten. Und hatten wir schon am frühen Nachmittag einen leckeren Caipirinha getrunken, so bekamen wir in dem kleinen Restaurant den bisher leckersten (Standard-)Caipirinha bisher. Dann noch abends fix zurück ins Hotel und glücklich uns zufrieden warfen wir uns ins Bett.
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
Von Walen und Schildkröten
Musik: https://soundcloud.com/fabio-ohara/whales
Heute segeln wir ein Stück :)
Musik: https://soundcloud.com/rahil99a/smooth-sailing
14.02.2016
Hallo ihr da draußen!
Nachdem der Samstag schon so spektakulär war, waren wir schon fast deprimiert, was uns am Sonntag erwarten würde.Aber nicht mit uns! Da der gestrige Tag schon nichts spannendes beinhaltete, wollten wir am Sonntag schon etwas unternehmen. Aber was sollte man machen? Bis auf die Supermärkte und abends die Restaurants hat am Sonntag ja nichts geöffnet, was sich so wirklich lohnt.
Wir entschieden uns für einen Spaziergang am Strand, denn wir hatten ja in der Ferne bereits einen Leuchtturm ausgemacht und außerdem hatte Stefan über TripAdvisor ein Restaurant gefunden, welches ganz interessant klingt. Also sind wir losgezogen. Generell kann ich sagen, dass ich es zwar liebe am Strand entlang zu wandern, es aber auch gleichzeitig unglaublich anstrengend finde, weil man im weichen Sand ständig versinkt und so viel mehr Kraft aufgewendet werden muss für einen normalen Fußmarsch. Zu Beginn des Tages sah es auch noch sehr wolking aus, aber die Wolken haben sich dann doch recht schnell verzogen und die Sonne knallte auf uns nieder. Zum Glück gab es nur an vereinzelten Stellen dunklen Sand, über den wir laufen mussten. Da war es dann aber auch wie über heiße Kohlen laufen und teils waren die Stellen auch mit getrocknetem, pieksigem Gras versehen. Autsch! So sind wir nach jeder einer solchen Passage schnell wieder mit den Füßen ins Wasser gegangen.
Kurz bevor wir beim Leuchtturm ankamen, änderte sich auch die Konsistenz des Strandsandes. Er wurde grobkörniger und nun war auch er eher Schmürgelpapier an den Füßen. Das hat uns unter der brütenden Hitze gereicht und wir sind zur Straße hochgelaufen. Wir wollten ohnehin etwas trinken und das ausgesuchte Restaurant sollte auch ganz in der Nähe sein. Die Betonung liegt leider auf “sollte”, denn wir haben es leider nicht gefunden. Weil uns aber der Durst schon plagte, setzten wir uns an eine kleine Bar und tranken gekühltes Kokoswasser aus einer Kokosnuss. Das war so erfrischend, dass wir neue Kraft geschöpft haben und weiter gezogen sind. In einem Minirestaurant mit Supermarkt haben wir uns dann auch eine kleine Portion Feijoada gegönnt. Stefan hatte Feijoada dann doch mal endlich probiert und für “essbar” und “könnte man einmal die Woche essen” eingestuft ;)
Gestärkt sind wir dann zum Leuchtturm gelaufen und haben unsere Füße wieder ins kühle Nass gehalten... und haben kleine Fische gesehen. Sie schwammen in einem kleinen Schwarm umher. Ein bisschen weiter entfernt fanden wir auch seltsame große See- bzw. Meeresschnecken mit Leopardenmuster. Vermutlich wurden die von der Strömung angespult, ähnlich wie man das von der Ostsee mit den Quallen kennt.
Zurück im Hotel Resort haben wir uns kurz umgezogen und sind dann nochmal ins Meer gehüpft. Und Stefan konnte sich endlich ein kleines Surfbrett ausleihen. Er nahm nur das kleine, weil das große 120R$ für eine Stunde gekostet hätte. Und selbst das Kleine für 50R$ die Stunde finde ich ziemlich happig. Und natürlich - wenn es ums Geld geht - sind die Brasilianer sehr pünktlich. Normalerweise wartet man ja 1-2 Stunden zusätzlich, aber das Brett wurde Stefan recht flott wieder abgenommen. Und ich bin auch der Meinung, dass die Stunde noch nicht vorbei war, da wir es aber nicht mit einer eigenen Uhr überprüfen konnten, mussten wir uns fügen. Spaß hatten wir aber trotzdem! Leider sind wir nur auch etwas weiter abgetrieben, sodass einer der wRettungsschwimmer schon vorbei kam und uns abholen wollte (Wir sind aber aus eigener Kraft zurück an den Strand gekommen, es war also eher der Hinweis “Ihr seid zu nah an die steinigen Stellen geraten”). Na immerhin nehmen sie ihren Job ernst, auch wenn wir dann mal angeblöckt werden ;)
Abends sind wir noch in ein recht nahegelegenes Restaurant gefahren und haben da Spagetthi gegessen, denn Feijoada hatten sie nicht mehr :( Aber die Spagetthi waren super. Stefan hatte Frutos do Mar genommen und sogar nen Hummer drin gehabt. Laut ihm war es super lecker und die besten Spagetthi Frutos do Mar, die er je gegessen hat. Ich hatte langweilige Bolognese Spagetthi, worüber ich mich im Nachhinein schon geärgert habe. Zurück im Hotel sind wir dann aber auch tot ins Bett gefallen ;)
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
13.02.2013
Hallo ihr da draußen!
Samstag war unser chilliger Tag. Genaugenommen haben wir quasi gar nichts gemacht, außer uns in der Sonne brutzeln zu lassen. Ursprünglich wollte Stefan ja surfen, allerdings haben die Wellen nicht so wirklich mitgemacht wie wir es uns gewünscht haben. Wir haben bis in den Nachmittag gewartet, dass mal eine schöne Welle kommt, aber denkste...
Stefan ist immer wieder zwischen Meer und Pool gewechselt, obwohl man dazu sagen muss, dass das Meer ohne Wellen schon echt langweilig sein kann, unabhängig davon, dass man nicht surfen kann. Klar, man kann dann besser schwimmen und muss nicht aufpassen, dass einen die Wellen wegspülen, aber schwimmen kann man auch im Pool.
Im Pool werden auch täglich kleine Veranstaltungen angeboten. Einen Tag gibt es Wassergymnastik, dann den anderen Wasservolleyball oder auch Wasserball selbst. Auch eine Tanzveranstaltung haben wir schon gesehen. Man kann schon sagen, dass sich der Betreiber etwas einfallen lässt, dass es einem nicht ganz so langweilig wird. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich zumindest meistens darauf nicht wirklich die Lust habe. Das liegt aber viel mehr daran, dass alles nur auf Portugiesisch ist. Das Personal (mal abgesehen von einigen Leuten an der Rezeption) kann gar kein Englisch. Und ich muss schon sagen, dass mich das total verwundert, denn der Gepäckträger, den wir bei unserer Ankunft kennenlernten, erzählte uns, dass sie sehr viele deutsche Touristen begrüßen. Und ich lehne mich mal soweit aus dem Fenster, dass man in Deutschland nicht unbedingt Portugiesisch als Fremdsprache lernt.
Naja, jedenfalls haben wir vergebens auf gute Wellen gewartet und uns nur auf dem Liegestuhl oder im Wasser wiedergefunden. Stefan hat sich auch einen Sonnenbrand auf dem Rücken geholt - oh man. Alles in allem wohl einer der langweiligeren Tage unserer Reise und ich weiß jetzt zumindest, dass Strandurlaube, die lediglich am Strand liegen und nichts-machen beinhalten, nicht wirklich was für mich sind. So bin ich hier auch eine Erfahrung reicher geworden.
Schöne Grüße aus der Sonne,
Stefan & Judith
NOCHMAL!!!
Musik: https://soundcloud.com/theshinyobject/morning-jam-and-toast-electribe-2-the-shiny-object-down-tempo