Spiel mir das Lied vom Tod
Die Taktart ist 30:2. Es sterben immer noch zu viele Menschen, weil Beistehende und Ersthelfer sich nicht trauen, Reanimationsmaßnahmen einzuleiten. Deswegen vor allem an die Nichtmediziner unter den Lesern hier nochmal eine allgemeingültige Erklärung mit Augenzwinkern, wie das ganze vonstatten geht.
Auch, wenn es überwindung kostet und ich die letzten Einträge über ausgiebig darüber gesprochen habe, wie unangenehm und anstrengend reanimieren ist... Mit jeder Minute Verzögerung der Herzdruckmassage sinken die Überlebenschancen beim Herzstillstand drastisch.
Ich zitiere daher die drei goldenen Regeln der Reanimation, die mir in der Uni von dem grandiosen Intensivpfleger beigebracht wurden, welcher die Rea-Fortbildungen für Medizinstudierende gemacht hat.
Drücken, Drücken, Drücken “Der Mensch ist tot. Toter wird er nicht. Du kannst es nicht schlimmer machen, außer wenn du nichts tust. Wenn er nicht mehr reanimiert werden will, wird er sich gegen dich wehren.”
30:2 Für medizinisches Fachpersonal gilt die Regel, dass auf 30x Drücken während der Herzdruckmassage 2 Beatmungen folgen und dann der Zyklus neu beginnt, d.h. wieder 30x gedrückt und anschließend 2x beatmet wird. Dies gilt nicht für Laien oder Notfälle auf der Straße ohne medizinisches Equipment: Wenn kein Equipment für die Beatmung zur Verfügung steht, ist die Herzdruckmassage die wichtigste, lebensrettende Maßnahme. Dann wird nicht beatmet, sondern nur gedrückt.
Keine Unterbrechung der Herzdruckmassage Außer für die Defibrillation oder auf Anweisung eines die Reanimation leitenden Arztes. Die Herzdruckmassage ist das Einzige, was das Leben im Körper zurückhält.
Vergiss alles, was du im Fernsehen über Reanimation gesehen hast. In Filmen und Serien ist das meistens Grütze. Solltest Du draußen auf der Straße in so eine Notfallsituation kommen... Nutz die Gelegenheit und sei der Held des Tages. Wähl die 112, leg dich mit dem Tod an und reanimiere. Vielleicht rettest du damit ein Leben.











