Tag 3356 / An den Pollenschnee von Tag 819 erinnert

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Tag 3356 / An den Pollenschnee von Tag 819 erinnert
Tag 3349 / Mit der Hose war ich schon in der Suchtklinik
Mittlerweile schlage ich den Bund um, damit sie nicht rutscht.
Tag 3249 / An Tag 1397 gedacht
Tag 3040 / Man, waren das Scheißzeiten!
Wie gut ich das jetzt habe, denke ich, als ich an der Diakonie hier in Mitte vorbeifahre, wo ich mich beworben habe und wo ich hingefahren bin, um zu gucken, ob ich mir vorstellen kann, in dieses Gebäude zu gehen, in diesem Gebäude fünf Tage die Woche zu arbeiten. Ich hab mir die Gegend angeguckt. Ich hab gedacht, von meinen Qualifikationen her, dann müssen Sie mich auf jeden Fall einladen. Sie haben mich nicht eingeladen. So eine Scheißzeit, als mich niemand haben wollte. Angucken und nicht einstellen. Immer wieder neu versuchen. Woher ich die Kraft genommen habe, weiß ich nicht. Ich bin jetzt im Obersten. Mehr geht nicht. Ich bin dankbar für das, was ich erreicht habe und noch dankbar bin ich, dass ich es spüren kann, dass ich merke wie beschissen diese Zeit war. Wie ich durch die Stadt durch bin, ziellos, wahllos, orientierungslos, hilflos, arbeitslos, anschlusslos, einstellungslos. Es fällt mir nach wie vor schwer, mich jeden Tag schön zu machen, katzenhaarfreie Kleidung zu haben. Es fällt mir schwer, dieses Gerede, die Menschen, Kontakte. Ich finde das anstrengend. Neben der Arbeit hab ich fast gar kein Sozialleben. So wie Samson das gestern gesagt hat, weil ich müde bin, weil ich Zeit für mich brauche. Ich hab immer gedacht, wenn die Leute noch mal trinken, wenn sie Rückfälle haben, wiederkommen, die Kraft hätte ich nicht. Aber wie ich sehe, hab ich die Kraft zurück in Vollzeit im Erwerbsleben. Ich hab die Kraft, weil ich das möchte. Das mit dem Rückfall will ich gar nicht ausprobieren. Ich will diese acht Jahre festhalten! Ich will sie zweistellig machen! Bald enden meine zweistelligen Monate. Dann bin ich nur noch dreistellig trocken von den Monaten her und das soll so bleiben. Und ich möchte einen Sohn bekommen, obwohl ich den schöneren Namen für die Tochter habe. Sie weiß, dass es klappt. (Tag 3035) Es wird klappen.
Tag 3028 / In Rixdorf wurde Abstinenzgeschichte geschrieben
Und wird es weiterhin.
Tag 2823 / Wo gehst du hin und wirst zweimal herzlichst umarmt
und zig mal freundlich gegrüßt? Das sind meine Alkoholikerfreunde!
Als ich das Lied "Photograph" zum Wecken während der Reha in Dresden gehört habe, bei der es darum ging, ob ich mit Hilfe in Arbeit finde oder ob ich in Erwerbsminderungsrente muss, ahnte ich nicht, was jetzt mein Vorhaben ist. Ich fahre nach Dänemark und versuche dort mit einer Samenspende schwanger zu werden. Und ich finde immer noch: Das ist so eine erlösende Möglichkeit. Ich glaube, dass ich daran sehr wachse. Ich bin wirklich dankbar, dass ich mich entwickle.
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Ed Sheeran Photograph (Felix Jaehn Remix) https://www.youtube.com/watch?v=_lkiPl3QDoU
Tag 2822 / Nachdem ich an Tag 1768 in Bethlehem nicht den Zugang zum Grab von Rachel gefunden habe
bin ich wieder von Bethlehem zurück aufs israelische Staatsgebiet und wollte zu Fuß diese kleine Kurve gehen. Und dann hat der Soldat gewinkt: Nein, nein, das geht nicht. Du kannst da nicht zu Fuß langgehen. Aber er hat für mich jemanden angehalten. Der Soldat hat für mich einen Autofahrer angehalten, der die Strecke zum Grab von Rachel fahren wollte. Der hat ihn gefragt, ob er mich mitnimmt. Ich hab nicht verstanden, was die reden. Ich hab mich einfach neben einen wildfremden Israeli gesetzt, der kein Englisch konnte, weil ich so unbedingt diese heilige Stätte besuchen wollte. Und mir ging es darum, dass dort Frauen beten, deren Kinderwunsch bisher nicht erfüllt wurde. Sie beten darum, ein Kind bekommen zu können, schwanger zu werden. Ich dachte, ich muss zum Grab von Rachel. Mein Kinderwunsch ist mir so wichtig, dass ich diesen Weg mitfahrend bei einem Fremden auf mich nehme. Wobei ich in dem Moment, als ich eingestiegen bin, überhaupt nicht darüber nachgedacht habe, warum ich da jetzt einsteige, dass das mit dem Kinderwunsch zu tun hat. Ich wollte da hin. Jetzt kann man sagen: Das ist ja waghalsig. Und ich denke, das nennt man Vertrauen.
Tag 2521 / Ich hatte keine Ahnung von Trockenheit und jetzt bin ich trocken
Mehrere Jahre! Da waren viele, an denen ich mich orientieren konnte. Selber machen musste ich es trotzdem. Selber trocken bleiben.
Ich hatte keine bis kaum Ahnung vom Bloggen. Ich hatte keine Ahnung von HTML. Ich mache das seit mehreren Jahren.
Wie heißt ein Kapitel von Unfuck yourself? Akzeptiere die Unsicherheit. Ich bin so nervös, als wär ich verliebt. Irgendwo hingehen, wo ich es noch nicht kenne. Ich spüre mich einfach jetzt. Ich hab mich wochenlang gewundert, warum ich das so pragmatisch, sachlich hinnehme und jetzt bin ich aufgeregt. Und das ist völlig okay, wenn ich weinen muss. Ich trau mich was, ich bin mutig, ich versuche das.
Und da hat keiner Interesse daran, dass das in One-Day-Stand wird One-Month-Stand. Ich frag mich natürlich, wer dann noch über mir ist, ob das nur eine Person ist. Wer prüft in meine Arbeiten noch mal?