"Es sind Fernsehserien wie Germany's Next Topmodel, die dazu führen, dass (fast) eine ganze Generation Mädchen sich defizitär fühlt, trotzdem von einer Modellkarriere träumt und künftigen Erfolg und Anerkennung damit verbindet, wie dünn und hübsch sie aussehen. Maya Götz wertete viele Studien zum Kinderfernsehen aus, unter anderem hinsichtlich der Körperformen von männlichen und weiblichen Figuren. Das Ergebnis ist zum Weinen. So wurde das Verhältnis von Taille zur Hüfte von realen Frauen verglichen mit dem Verhältnis der Fernsehfiguren: 67% der Fernsehmädchen und -frauen haben Körper, die physisch überhaupt nicht erreichbar und 'definitiv nicht normal' sind. Ihre Taillen sind dünner als die von Barbie. Bei einigen hätte nicht einmal eine Wirbelsäule Platz. Mehr als die Hälfte hat Beinlängen, die es in der realen Welt nicht gibt. Man könnte argumentieren, dass es ja schließlich um Fantasiefiguren gehe und nicht um Dokumentarfilme, aber der Vergleich mit den Jungencharakteren ernüchtert sofort. Denn nicht einmal 6% von ihnen haben einen Körper, der physisch unrealistisch ist. Jungen haben also Identifikationsfiguren, die zumindest was ihre Körper betrifft, mit ihnen vergleichbar sind. Es gibt darunter eine hohe Vielfalt, dicke und dünne, lange und kürzere. Für jeden Jungentyp ist etwas dabei. Mädchen jedoch sehen sich konfrontiert mit unfassbaren weiblichen Körpern, die sie mehrheitlich niemals erreichen könnten, egal wie viel sie hungern, Sport treiben oder sich operieren lassen. Die Figuren scheinen eher den etwas verqueren Wunschvorstellungen männlicher Zeichner und Filmemacher zu entsprechen als den Bedürfnissen von Kindern. "


















