Ein junger Mann, ich schätze ihn auf 20 Jahre, setzte sich im Bus vor mir, auf einen der Viererplätze, die restlichen 3 Plätze waren leer. Er setzte seinen Rucksack auf seinem Schoß ab, um für kommende Gäste Platz zu schaffen, nahm ich an, da er sich während dessen hektisch umsah.
Er hatte ein schönes symmetrisches Gesicht, seine Augen glänzten, sein mittellanges Haar hatte er zu Dreads geflochten, er trug ein schlichtes schwarzes Shirt, darauf war ein kleines Emblem von einem Pandabären zu erkennen, unten rum war er mit einer dieser Luftballonhosen bekleidet, diese schimmerte in mehreren Neonfarben auf.
Er öffnete die Tasche und zog einen alten Gameboy herraus. Der junge Mann schaltete ihn an und begann zu spielen.
Eine Haltestelle nach der anderen zog an uns vorbei. Ich bemerkte, dass sich der Bus füllte, er wurde immer voller und voller. Gut die Hälfte der Personen standen im Gang, jeder Platz war belegt. Außer die drei Plätze, des Viererplatzes, auf dem der Junge mit seiner strahlenden Ballonhose und den kurzen Zöpfen saß. Bei genauerem hinsehen, konnte ich beobachten, wie eine junge Frau kurz vor den Sitzen zum stehen kam und wahrscheinlich darüber nachdachte, sich zu setzten, dann aber musterte Sie den jungen Mann von oben bis unten ab und ging stur weiter in Richtung Menschenmenge.
Daraufhin konnte ich sehen, wie sich dieses Szenario im Minutentakt wiederholte. Erst die junge Frau, dann eine ältere Dame, ein Mann in seinem Alter und auch die Grundschulkindern schlossen sich dieser Verhaltensweise an.
Kurz darauf blickte er von seinem Gameboy auf und schien zu bemerken, wie man ihn musterte. Ich konnte mir vorstellen, wie er die eisernen Blicke auf seinem Körper spürte. Die nächste Haltestelle. Er betätigte den Halteknopf des Busses, erhob sich, senkte seinen Blick und verließ bedrückt das Fahrzeug.