Warum manche Politiker trotz großer Skandale im Amt bleiben und andere, die offen und ehrlich arbeiten, aus dem Amt gedrängt werden – und warum besonders Frauen oft härter getroffen sind
Immer wieder sieht man, dass Politikerinnen und Politiker trotz schwerer Skandale oder sogar trotz rechtskräftiger Verurteilungen im Amt bleiben. Andere, die sich korrekt verhalten und sogar eigene Fehler zugeben, werden dagegen aus dem Amt gedrängt. Dieses Negative im Amt klebende Muster oder diese Richtung der Hetzkampanien findet man besonders gehäuft und im Nachhinein bestätigt bei rechtsextremen und stark rechtspopulistischen Kräften, aber auch bei Teilen der scheinbar konservativen Mitte über Generationen hinweg bis heute.
Warum?
Viele Wählerinnen und Wähler halten selbst dann zu ihrer Partei, wenn klare Regelverstöße sichtbar werden. Forschende nennen das Parteiloyalität. Anhänger verzeihen Skandale der eigenen Seite leichter, weil sie ihre Gruppe schützen wollen. Wer dagegen Fehler offen zugibt, wirkt verletzlicher und liefert eine Angriffsfläche.
Die heutige Medienwelt belohnt Aufregung stärker als sorgfältige Klärung. Wer sehr laut auftritt und ständig neue Konflikte inszeniert, bekommt mehr Aufmerksamkeit. Medien und Gegner jagen der nächsten Empörung hinterher. Politikerinnen und Politiker, die fair bleiben und ihre Fehler selbst korrigieren, geraten schneller unter Druck.
Wenn sich Lager stark voneinander abgrenzen, zählt oft nur noch Loyalität. Vorwürfe gegen den eigenen Anführer wirken dann wie Angriffe von außen. Skandale verlieren ihre Wirkung, weil sie als Teil eines Machtkampfs gedeutet werden.
Beispiele aus der Weltpolitik
• Donald Trump blieb Führungsfigur der Republikanischen Partei in den USA, obwohl mehrere Verfahren und Anklagen liefen
• Benjamin Netanyahu regiert Israel weiter, obwohl ein Korruptionsprozess gegen ihn läuft
• Boris Johnson hielt sich nach den britischen „Partygate“-Feiern noch monatelang im Amt
• Viktor Orbán bleibt in Ungarn an der Macht, obwohl die EU wegen Korruption von ihm Gelder eingefroren hat
Deutschland und AfD
Auch in Deutschland blieben AfD-Funktionäre trotz wiederholter Skandale bis hin zu rechtskräftigen Verurteilungen politisch präsent.
Quellen
https://www.reuters.com/world/europe/german-prosecutors-move-strip-afd-lawmakers-immunity-amid-bribery-probe-2025-05-09/
https://www.theguardian.com/world/2025/feb/25/afd-readmits-two-politicians-excluded-over-nazi-related-remarks
Fälle, in denen sachlich arbeitende Politikerinnen und Politiker unter Druck gerieten
• Robert Habeck stand seit Monaten im Zentrum massiver Hetze (die Grünen sind Schuld) und persönlicher Angriffe, obwohl große Energieprobleme und Infrastruktur Ruinen aus Zeiten vor seiner Amtszeit stammen
• Omid Nouripour ist wiederholt Ziel von Hasskampagnen
• Patrick Graichen musste wegen der „Trauzeugen-Affäre“ gehen, obwohl vergleichbare Affären in anderen Lagern oft folgenlos blieben
• Olaf Scholz wurde im Wirecard-Skandal scharf angegriffen. Ein Untersuchungsausschuss stellte jedoch keine persönliche Schuld fest.
Quelle
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-04/olaf-scholz-wirecard-untersuchungsausschuss-bundestag-bilanzskandal-verantwortung-betrug
• Björn Engholm zog sich nach der „Barschel-Affäre“ zurück, obwohl vieles ungeklärt blieb
• Gregor Gysi, Dietmar Bartsch, Janine Wissler und andere Linken-Politiker wurden mehrfach mit tatsächlich haltlosen und verzerrten Vorwürfen oder Kampagnen konfrontiert
• Klaus Wowereit und Rudolf Scharping mussten nach Skandalen gehen, während politische Gegner mit ähnlich schweren oder schlimmeren Vorwürfen oft im Amt blieben
• Politikerinnen wie Renate Künast, Claudia Roth oder Katrin Göring-Eckardt erhalten seit Jahren Drohungen und massive Beschimpfungen
• Heidi Reichinnek, Janine Wissler, Ricarda Lang oder LGBQT Personen der Politik , außer von der Rechtsaußen Szene selbst, sind Ziel sexistischer und bedrohlicher Angriffe, die nicht nur ihre Politik, sondern ihre Person und ihr Geschlecht angreifen.
Diese Beispiele zeigen:
Nicht nur echte Fehltritte entscheiden über Karrieren. Oft zählen Kampagnen, Drohungen und eine Medienlogik, die Skandale ungleich wirken lässt. Wer sich an demokratische Regeln hält und offen über Fehler spricht, zieht oft selbst die Konsequenz. Populistische und extrem rechte Kräfte nutzen dagegen Grenzverschiebungen als Stärke und bleiben im Amt.
Was wir daraus lernen können
• Faktenarbeit stärken und Aussagen nur mit glaubwürdigen Quellen teilen
• Gleiche Regeln für alle, unabhängig von Partei oder Geschlecht
• Staat und Gesellschaft müssen Menschen schützen, die sachlich Politik machen
• Medien sollten Skandale erst nach gründlicher Prüfung berichten
• Jeder sollte bewusst prüfen, welche Inhalte man teilt und wer von der Aufregung profitiert
Quellen zu Forschung und Skandalwirkung
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pops.12882
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0261379424000507
Beispiele international
https://www.reuters.com/legal/us-brings-new-indictment-against-trump-election-subversion-case-2024-08-27/
https://www.reuters.com/world/middle-east/netanyahu-corruption-trial-divides-israeli-public-2024-12-09/
https://en.wikipedia.org/wiki/Partygate
https://www.pbs.org/newshour/world/hungary-faces-financial-reckoning-with-eu-over-corruption-charges
Rechtlicher Hinweis
Dieser Text ist eine persönliche Meinungsäußerung und eine belegte Analyse. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze, besonders die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz.
Text am 27.09.2025 von ©️®️CWG verfasst und von KI formatiert für Insta und Tumblr. Teilen, Folgen und Herzen verteilen sind willkommen. Spam und Bots werden blockiert.
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