19. Oktober 2018
Eine erstaunliche Vielfalt an Audioguides gibt mir zu denken
Es gelingt mir, früh genug Feierabend zu machen und per S-Bahn nach Potsdam zu fahren. Dort endet in Kürze eine Gerhard-Richter-Ausstellung im noch relativ neuen Museum Barberini.
Als ich dort eintreffe, ist die Ausstellung erkennbar gut gefüllt, aber ich muss weder an der Kasse noch an der Gardeobe lange anstehen. Ich überlege kurz, ob ich mir an einem weiteren Schalter einen Audioguide ausleihe, entscheide mich dann aber dagegen. Es wird schon irgendwelche gedruckten Erklärtexte geben. Oder man stellt sich unauffällig in die Nähe einer Museumsführung. Allzuviel Zeit habe ich eh nicht.
Aber Fehleinschätzung. Die Texte in der Ausstellung beschränken sich auf Titel, Entstehungsjahr, Materialien und Leihgeber der Werke. Für den Audioguide findet sich neben je einem Bild pro Raum ein Kopfhörersymbol mit einer Nummer. Und auch für die Führungen benötigt man einen Audioguide. Die Vortragenden sprechen mit mäßiger Lautstärke in ein Headset und die Teilnehmer lauschen per Kopfhörer.
Ein entsprechend hoher Prozentsatz der Besucher läuft mit Audioguides herum. Auffällig ist, dass zwar viele der Kopfhörer gleich aussehen, die Geräte selbst aber sehr unterschiedlich. Einige stecken sogar in bunten Handyhüllen.
Ich folgere messerscharf, dass es sich in vielen Fällen tatsächlich um die Smartphones der Besucher handelt und dass der Guide auch als App verfügbar sein muss. (Möglicherweise ist das ein total alter Hut und ich gehe nur zu selten in entsprechend ausgestattete Museen.)
Im hinteren Teil des Museums habe ich keinen Empfang und der Gedanke, es könne WLAN geben, kommt mir irgendwie nicht (laut Website hätte es wohl welches gegeben). Aber die vorderen Ausstellungsräume haben große Fenster und dort gelingt es mir, die kostenlose iPhone-App zu finden und herunterzuladen (was zugegebenermaßen nicht schneller geht, als sich einen Audioguide am Schalter auszuleihen). Ein Headset habe ich eigentlich immer dabei und so kann jetzt auch ich den Erklärtexten lauschen.
Angenehmer Nebeneffekt: Man kann die Audiotouren so auch als eine Art digitales Souvenir mit nach Hause nehmen. Einen Text höre ich mir noch auf der Rückfahrt in der Bahn an.
(Virtualista)













