Gestern war vom NABU der Gemeinde Breuna zu einer Nistkästen Säuberung aufgerufen worden und so nahmen wir die Gelegenheit als Nabu Familienmitglieder, aber eben auch als ein Teil der INTERESSENGEMEINSCHAFT NATUR UND NACHHALTIGKEIT (Gemeinde Breuna) wahr, diese tolle Aktion zu unterstützen.
Mit Spachtel, Handfeger, Pinsel zum Auskehren von schmalen Ecken, sowie einer gehörigen Portion Freude machten wir uns in Breuna auf dem Friedhof, am Ehrenmahl, im Strang Wäldchen und in Rhöda am Teich mit einem geselligen Grüppchen von 7 Personen, einem süßen Baby im Kinderwagen mit Mutti und einer italienischen Wasserhund Dame mit Namen Joy auf den Weg.
In Wettesingen war die Arbeit von einem NABU Mitglied schon erledigt. Schade, denn es machte uns so viel Spaß, dass wir uns gern weitere Kästen vorgenommen hätten.
Wir lernten unterwegs von unserem Nabu Team noch:
1. Dass Nistkästen möglichst im Baum oder Gebäude mit Südost Ausrichtung gut gegen Wind und Nässe geschützt sind.
2. Dass ein großes „H“ auf einem Stamm im Wald gesprüht HABITATBAUM bedeutet, der so gekennzeichnet ist, um aufzuzeigen, dass dort Tiere wie z. B. der Kleiber, Specht, Wildbienen oder Siebenschläfer ein Zuhause oder Futterplatz haben. Diese Stämme werden nicht gefällt oder beseitigt und dürfen als Totholz dort zu neuem Leben verhelfen, bis sie verrotten und zu Humus von allerlei Getier und Pilzen verarbeitet wurden für zukünftiges Waldleben.
3. Dass ein halb offener Kasten gern zum Beispiel von Bachstelzen bewohnt wird und eine Nisthöhle mit kleinem Loch eher etwas für Meisen und Spatzen ist, während die Meise ein offenes Nest darin verbaut und der Spatz (Sperling) im Nistkasten dann doch auch eine Art Höhlendach noch um sein eigentliches Gelege Nest herum auspolstert, also eine ausgepolsterte Bruthöhle im Nistkasten bewohnt.
Beim Säubern mit Auszieh-Leiter, Kreuzschlitzschraubendreher, Schrauben, Drahtzange, Handfeger oder Pinsel und wasserfestem Farbmarkierer ausgestattet, teilten wir uns in zwei Gruppen auf und säuberten die Kästen von altem Nestbau Material und anderen Hinterlassenschaften, bis wir im Strang Wäldchen gemeinsam durchs Unterholz in den Waldbereich ankamen, wo neben Nistkästen leider trotz Abgelegenheit ein kaputter Teich Plastik Vogel, ein Farbeimer und Plastik Verpackungsmüll auch gefunden wurde und gleich mit entsorgt wurde.
WICHTIG VOR DEM ABHÄNGEN UND ÖFFNEN DER NISTKÄSTEN:
Mit Anstand vorher anklopfen, bevor man die Vogelwohnung öffnet und sozusagen als Gast betritt, so dass mögliche Bewohner:innen rechtzeitig ausfliegen oder heraus krabbeln können.
Mit Pestiziden oder anderen Chemie Keulen gehen wir nicht in der Natur um und vergiften diese nicht damit. (Milben sterben im Winter eh ab).
Überwiegend waren die Nester von Meisen belegt gewesen und von einem Bachstelzenpaar in Rhöda, während am Strang Wäldchen in der unmittelbaren Nähe von Industriegebiet und Autobahn sogar eine zweite Belegung von Mäusen und Bilchen (Siebenschläfer) festzustellen war.
Hier am Strang bekamen wir sogar neugierigen Besuch von einem Reh, das auf einem Damm entlang lief und uns beobachtete, bevor wir es erspähten und dann aber im Dickicht wieder seines Weges abzog.
Nur in Breuna an der unteren Friedhofsmauer zur Häuser Seite hin war leider ein Meisennest mit den skelettierten Schädeln von drei kleinen Meisen vorzufinden. Ob von Elstern, Katzen oder anderen Tieren derart getötet oder von allein verhungert, weil die Eltern nicht mehr zum Füttern kommen konnten, ist natürlich nicht mehr nachzuvollziehen.
Alle anderen gesäuberten Holzbeton und ausreichend großen, Vogel freundlichen Nester in Breuna und Rhöda waren erfolgreich nach der Brut und Aufzucht verlassen worden, in Rhöda wurde ein Meisennest sogar ein zweites Mal von einem Spatz noch einmal fachgerecht nach Sperlingsart renoviert und neu bezogen zur Brut und Aufzucht bis zum flügge werden.
Mit Zahlen markiert und dokumentiert wurden die Nistkästen wieder angebracht und sind nun quasi besenrein und bezugsfertig für neue Vogel-Kinderstuben im nächste Frühjahr.
Alles in allem war es ein rundum fröhlicher Hausputz für einen Samstag Vormittag an der frischen Luft in der herrlich herbstlichen Natur und ich stellte mit meinem Mann fest:
Nette Truppe, gesellige Runde, gute Arbeit; wir sind gern beim nächsten Mal wieder bei einer Aktion des NABU als vernetzende IG NUN in und um Breuna mit dabei.