Manchmal glaube ich, ich bin einfach zu viel für die Liebe.

seen from United States

seen from United States

seen from Switzerland
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from China

seen from Indonesia

seen from Netherlands

seen from Canada
seen from Indonesia
seen from Yemen
seen from Singapore
seen from United States
seen from Norway

seen from Israel
seen from China

seen from United States
seen from United States

seen from United States
Manchmal glaube ich, ich bin einfach zu viel für die Liebe.
Something beautiful just started 💫
A very special person in my life—my girlfriend—has quietly started her own Bookstagram journey. She’s been in love with books for as long as I can remember, and now she’s decided to share that love with the world. Her page is a cozy little corner full of stories, thoughts, and gentle reflections. 📚 The posts are in German, but the warmth behind them speaks in every language.
If you’d like to stop by and say hi, she’s just getting started: Julis.booktalk on instagram I'm so proud of her. 🌿💛
22. März 2026 Im Fediverse und auf Instagram habe ich die gratis online Aktion "Buchmesse zu Hause" gemacht. Recap: Jeweils eine Handvoll Leute haben sich aktiv beteiligt auf den verschiedenen Plattformen, das hat mich sehr gefreut. Ich habe versucht, so viele der Beiträge wie möglich zu teilen. Im Oktober, zur Frankfurter Buchmesse, bietet sich die Aktion wieder an. Ich muss mal schauen, wie aktiv ich mich da einbringen kann. Die Aktion steht auf jeden Fall allen offen, die gern mitmachen möchten - Autor*innen, Buchbloggende, weitere Lesefans, Verlage ...
Current collection of stephen King books 😊
Nothing better than good coffee and book shopping ☕️✨
Die letzten guten Menschen in Sodom
Naomi Alderman: The Future - Roman als Hardcover mit Leseprobe ✔ Jetzt bei Heyne Verlag entdecken und bestellen.
„Wir alle fallen ständig von der halb verstandenen Vergangenheit in die unvorhersehbare Zukunft. Ein anderes Wort für Fallen ohne Angst ist Fliegen.“
Stell dir vor, die Apokalypse steht an und du kannst dich davon freikaufen. Und stell dir vor, du bist so reich, dass du dir ein exklusives Frühwarnsystem und einen gewaltigen Bunker leisten kannst und während der Rest der Menschheit untergeht, darfst du weiterleben. Dieses Szenario entwirft Naomi Alderman in ihrem Roman The Future (erschienen 2023 bei Heyne) und führt dem Leser damit eindrucksvoll die Macht des Geldes und der Superkonzerne vor Augen. Alderman, die bekannt ist für ihre dystopischen Romane, schafft hier eine der unseren sehr ähnliche Gesellschaft, weswegen ihr neuster Roman nicht nur ein spannender Thriller, sondern ebenso ein brandaktueller Gesellschaftsroman ist.
Im Amerika einer nicht näher benannten Zukunft liegt die gesamte Macht in den Händen von drei großen Technikfirmen, hinter denen drei Milliardäre stehen, denen es völlig egal ist, dass die Zerstörung des Planeten immer weiter voranschreitet. Martha Einkorn, die als persönliche Assistentin des CEOs des größten Social Media Konzerns Fantail arbeitet, muss genau dies erkennen und schmiedet mit einigen Verbündeten einen waghalsigen Plan, um die Superreichen aufzuhalten. Als sie dann auf Survival-Expertin Lai Zhen trifft und sich in sie verliebt, bekommen die Ereignisse eine neue Dynamik.
Bereits in ihren vorherigen Romanen hat Alderman bewiesen, dass sie in der Lage ist, Fakt und Fiktion auf beeindruckende Weise zu verbinden. So ist das Szenario des Weltuntergangs natürlich fiktiv, doch die Ursachen und Mechanismen, die diese Katastrophe herbeiführen, lassen sich auch in unserer Gegenwartsgesellschaft ausmachen: das Macht- und Gewinnstreben einiger weniger Großkonzerne, Medienmanipulation und Fake News, ein oft fehlendes Umweltbewusstsein, zunehmende gesellschaftliche Spaltung und vieles mehr
Doch nicht nur ihre Gesellschaftskritik macht den Roman so lesenswert. Die anachronistische Erzählweise und die Sprünge zwischen den Figurenperspektiven bauen einen Spannungsbogen auf, der bis zur letzten Seite anhält, so dass keine der knapp 550 Seiten überflüssig ist. The Future ist ein Roman, der viele Themen berührt. Von Umweltthematiken und der Rückkehr zur Natur, über Künstliche Intelligenz bis hin zu Sekten und religiösen Themen ist alles mit dabei. Trotzdem wirkt der Roman keinesfalls überladen. Ganz im Gegenteil: Auf überzeugende Weise zeigt Alderman, wie all diese verschiedenen Bereiche auch in unserer Gegenwert miteinander verbunden sind und wie wir das Ganze nur über seine einzelnen Teile begreifen können.
You have to find a job that makes your heart feel big instead of one that makes it feel small.
Taylor Jenkins Reid: The Seven Husbands of Evelyn Hugo.
Warum ich lese – Zwischen Fantasie und Literaturwissenschaft
Und warum wir alle mehr Magie vertragen könnten
Seit ich denken kann, gehören Bücher zu meinem Alltag. Ob Pixie-Büchlein beim Vorlesen im Wartezimmer beim Kinderarzt, die erste Selbstlektüre von Knisters Hexe Lilli-Bänden, die jugendliche Faszination an der Harry Potter-Heptalogie oder die Freude an Tolkiens sprach- und fantasiegewaltigen Werken Der Kleine Hobbit und Der Herr der Ringe: Bücher und ihre Geschichten begleiten mich seit meiner Kindheit. Auffällig bei meinen Beispielen ist: Sie alle erzählen Geschichten voller Fantasie. Welten nicht von dieser Welt, voller Magie und Zauberei, Wesen, die es gar nicht gibt, Helden und Heldinnen, die außergewöhnliche Dinge tun und über sich hinauswachsen.
Die Buchbindung
Die Faszination am Anderen – an der eigenen Vorstellungskraft – war, was mich an Büchern fesselte und noch heute bindet: Dinge zu erleben, zu durchleben, Figuren kennenzulernen, die anders sind als ich selbst und als alle um mich herum, durch Welten zu streifen, die meiner nicht gleichen. Und dennoch ist da immer diese Möglichkeit, sich selbst und alles um einen herum im Unbekannten wiederzuerkennen: im Werk, in der Figur, in der Handlung. Zu erkennen, was uns menschlich macht, was mich zu der Person macht, die ich war, bin und sein werde.
Die Kraft, die von Büchern und ihren Geschichten ausgeht, ist so groß, dass sie süchtig macht. Denn: ich werde wahrscheinlich nie wirklich damit aufhören zu lesen oder damit, Worte mit meiner Vorstellungskraft in meinem Kopf zum Leben zu erwecken.
Von meiner ganz persönlichen Buchinfluencerin – und von weißen Stoffhandschuhen
Es klingt fast schon wie ein Klischee, aber es stimmt: Als ich klein war, hatte meine Tante einen Buchladen. Zu jeder Gelegenheit, zu jedem Geburtstag, Weihnachten oder anderen Festtagen bekam ich Bücher geschenkt. Und ich liebte es.
An einen Tag in ihrem Buchladen erinnere ich mich gern: Aus dem Hinterstübchen holte sie ein riesiges Stoffpaket hervor und legte es behutsam auf der Kassentheke ab. Sie zog sich weiße Stoffhandschuhe an, nahm den schützenden Stoff beiseite und legte ein großes, in Leder eingebundenes Buch frei – ob es rotes oder dunkelgrünes Leder war, verschwimmt in meiner Erinnerung. In goldenen Lettern war darauf eingeprägt: “Der Herr der Ringe”. Ich hatte Tolkiens Trilogie damals noch nicht gelesen, verstand aber, dass es wohl eine sehr alte und teure Ausgabe war, und die Behutsamkeit, mit der sie das Werk behandelte, faszinierte mich.
Erst Jahre später, als mein Bruder mir seine Ausgaben vom Hobbit und der Geschichte vom Ringträger zu lesen gab, merkte ich, dass auch Tolkiens Erzählungen etwas Besonderes waren. Sein Umgang mit Sprache und seine fantasievollen Schöpfungen beeindruckten mich – noch mehr als die alte Lederausgabe meiner Tante.
Die Aufmachung, die äußere Buchbindung, ist nur ein Teil der Leseerfahrung. Was sich im Inneren abspielt, die Wörter und Sätze, noch mehr aber zwischen den Zeilen und hinter den Worten, resoniert auch mit unserer inneren Welt, mit den Gedanken und der Seele.
Fantasie trifft auf Wissenschaft: Layers of Literature
Manche sagen vielleicht, es sind nur Geschichten, nur fiktionale Gebilde, die alles bedeuten können. Das mag sein. Und doch sind es die Möglichkeiten, die Literatur bietet, die mich faszinieren. Worte müssen nicht immer mehr bedeuten als ihre eigene Etymologie erlaubt. Und doch ist die Leseerfahrung für jede und jeden eine andere. Und auch für jedes Buch und jede Geschichte gibt es unterschiedliche Lesarten und Perspektiven, die es einem ermöglichen, verschiedene Ebenen zu entdecken – und somit vielfältige Interpretationsmöglichkeiten.
Und hier kommt die Literaturwissenschaft mit ihren unzähligen Theorien ins Spiel. Die mannigfaltigen Ansätze machen es möglich, Literatur auf unterschiedliche Weise lesbar und erlebbar zu machen. Literaturwissenschaft kann Geschichten ganz unemotional behandeln. Während meines literaturwissenschaftlichen Studiums betrachtete ich Texte auf rationale Weise und durchleuchtete sie: Mithilfe von wissenschaftlichen Methoden analysierte ich jegliche Art von Schriftstücken und interpretierte die Werke mit verschiedensten Ansätzen.
Und doch suchte ich mir immer Themen, die in mir selbst Anklang fanden: Was macht uns menschlich? Welche Figuren symbolisieren die Ängste der Menschen und wie? Welche Gegenüberstellungen und Figurenkonstellationen charakterisieren bestimmte Personen auf welche Weise? Wo im Text schaffen Worte Räume zwischen den Zeilen und verknüpfen meine Welt mit der der Handlung?
Wie die Faust aufs Auge: Was die Welt im Innern zusammenhält
Innehalten, analysieren, interpretieren. Achtsamkeit, Details, Feinheiten. Den Blick vom bloßen großen Ganzen auf das Kleine lenken, auf Puzzleteile, die jedes für sich eine Berechtigung haben und Teil des Ganzen sind, für etwas stehen – pars pro toto. Und gleichzeitig nicht die kleinste Einheit betrachten: nicht Wörter, sondern Worte sehen. Den Raum dahinter. Zusammenhänge und Bedeutungen. Konstellationen. Den Kontext.
Wie Goethes Faust und doch ganz anders: Die Literatur, Bücher, Texte und Worte bieten so viel, das uns vielleicht näher zu uns selbst bringt, zueinander; das uns ahnen lässt, was unsere Welt ausmacht - vielleicht sogar Magie.
Faust sagt, lasst uns “nicht mehr in Worten kramen”. Ich sage: Lasst uns genau das tun.
Auszug aus Goethes Faust:
Drum hab’ ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimniß würde kund;
Daß ich nicht mehr mit sauerm Schweiß,
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau’ alle Wirkenskraft und Samen,
Und thu’ nicht mehr in Worten kramen.
(Johann Wolfgang von Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil. Tübingen: Cotta. 1808, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Faust_I_(Goethe)_034.jpg&oldid=- (Version vom 17.8.2016))