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TRENNUNG - Ausstellung im Ebitzweg von Christiane Biebl
Jede Trennung ist von zwei Gefühlen begleitet: Erst der Schmerz und dann das Glück. Die besten Beispiele sind die Geburt und der Tod. Bei letzterem stellt sich nicht überall das Glück ein. Und wie wir es subjektiv empfinden, ohne Körper unterwegs zu sein – das müssen wir abwarten!!
Dann gibt es noch die unzähligen Trennungen dazwischen.
Die traumatischste in meinem Leben war die Trennung von meiner Familie. Die Serie „Pendel“ erzählt davon: dem absoluten Stillstand; dem Schmerz, ein schweres Kreuz schultern zu müssen; und die vielen kleinen Pendel im Verborgenen, die nach Freiheit rufen.
Die Mumienfelder von Nasca in Peru erzählen die Geschichte, wie sich die Lebenden ihrer Toten annahmen. Hier wurde nicht nur an die Unsterblichkeit der Seele, sondern auch des Körpers geglaubt. Die Mumien zeugen heute noch von diesen längst vergangenen Ritualen. Eine echte Trennung zwischen Leben und Tod hat hier nicht stattgefunden.
Wird ein Baum gefällt, werden Stamm und Krone von der Wurzel getrennt. Ein gewaltsamer Tod, den nur wenige Menschen als solchen empfinden. Während wir alle an die Heilkraft der Bäume glauben, hat sich wohl kaum einer je auf den Weg gemacht, einen Baum im wahrsten Sinne des Wortes zu heilen: seine großen und kleinen Wunden zu sehen, sie zu verarzten, ihm Trost zuzusprechen.
Die vier Stelen legen Zeugnis ab von dieser Zuwendung. Ein umgesägter Baum ist tot, er kann nicht wiederbelebt werden. Aber die menschliche Fähigkeit des Mitgefühls lässt uns den Schmerz des Baumes erahnen.
Dann ist jegliche Trennung aufgehoben.
29. April 2026, Christiane Biebl