A call for an action week for sex workers' rights. Ein Aufruf für eine Aktionswoche für die Rechte von Sexarbeitenden.
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Am 2. Juni 1975 besetzten über 100 Sexarbeitende eine Kirche in Lyon (Frankreich), um sich der Belästigung durch die Polizei auf ihren Straßen, den Orten an denen sie arbeiteten, zu widersetzen und um gegen ihre Marginalisierung zu protestieren. Beflügelt von ihrem Vorbild fordern wir alle Sexarbeitenden und Unterstützenden auf, zusammenzukommen und eine Gemeinschaft des Widerstands zu schaffen!
International werden Sexarbeitenden die Rechte verweigert, die allen Arbeitenden geschuldet sind. Die anhaltende Pandemie beschleunigt diesen Ausschlussprozess. Die aktuellen Gesetze in Deutschland stigmatisieren uns und treiben die meisten von uns weiter in die Illegalität. Politiker*innen diskutieren über eine weitere Kriminalisierung unserer Arbeit und verweigern uns unsere körperliche Autonomie. Sogenannte "Prostitutionsgegner*innen" koordinieren sich weltweit, um das Nordische Modell einzuführen, das nachweislich Sexarbeitenden schadet. Wir haben genug von Leuten, die uns sagen, WAS WIR BRAUCHEN! Uns wird weiterhin das Recht verweigert, für uns selbst zu sprechen und unseren eigenen Kampf zu definieren.
Es ist Zeit, uns zuzuhören! Als Sexarbeitende kennen wir die Macht der Community, denn es ist in unseren Gemeinschaften wo wir zusammenkommen und aufblühen. Wir appellieren an alle Menschen, welche Kämpfe führen die sich mit den unseren überkreuzen, dass sie sich uns in Solidarität anschließen und mit uns die Stimme erheben. Wir fordern die vollständige Entkriminalisierung der Sexarbeit. Wir fordern ein Ende der Abschiebungen sowie der fremdenfeindlichen und rassistischen Belästigung. Wir fordern ein Ende der Polizeigewalt. Wir setzen uns für volle körperliche Autonomie und Entscheidungsfreiheit in unserem eigenen Leben ein, statt nur eines täglichen Kampfes ums Überleben. Wir fordern eine Gemeinschaft der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes!
Schließ dich uns am diesjährigen Internationalen Hurentag an!
02. Juni 2021 16 Uhr Alexanderplatz - Gegenkundgebung kontra Kriminalisierung
05. Juni 2021 15 Uhr U-Hallesches Tor (Mehringplatz) - Demonstration für eine solidarische Community