Candida Albicans – ein unbequemer Mitbewohner
Ich hatte bereits schon in mehreren Einträgen darüber gesprochen... Darmpilzerkrankungen, im Fachjargon: Überwucherung von Candida Albicans. Viele von uns leiden darunter – aber wissen es gar nicht.
Hintergrund einer solchen Erkrankung ist folgender:
In unserem Magen-Darm-Trakt (angefangen im Mundraum endend am After) leben etwa 100 Millionen wohltuende wie auch potenziell schädigende Bakterien und Pilze in etwa 400-500 Kolonien, wobei bereits 20 von ihnen schon 75%des ganzen dortigen Bestandes darstellen. Diese Bevölkerung unseres Verdauungssystems macht es zum vierten und stärksten Element unseres Immunsystems. Viele von ihnen sitzen an den Darmwänden, besser gesagt Darmzotten, und andere sind auch nur so zu sagen auf Durchreise, verbleiben dann da auch nur einmal max. zwei Wochen.
Jene Bakterien dort, auch probiotische Bakterien genannt, haben die Aufgabe fremde und feindliche Moleküle zu erkennen und abzuwehren, bevor sie von den Enzymen kleinere Bestandteile zerbrochen und von den Darmzotten aufgenommen werden. Gleichzeitig signalisierte es dann dem Immunsystem die Alarmbereitschaft hochzufahren. Ob ein Molekül feindlich ist oder nicht entnimmt das Bakterium seinem eigenen, kleinen DNA-Katalog, in dem steht welches Essen unseren Vorfahren bereits bekommen ist. ;) Die Probiotischen produzieren auch chemische Substanzen, die unser Essen in verdaubare, kleine Elemente zerlegt – das sind die alt bewährten Enzyme. Darüber hinaus sondern sie ebenso für den Wirt (bzw. dessen Immunsystem und Stoffwechsel) wertvolle Substanzen wie Vitamine und verschiedene Säuren ab. Die Tatsache, dass unsere Zivilisation nur noch so wenig davon hat, liegt mitunter an der Zerstörung von wichtigen probiotischen Bakterienspezien in unserem Verdauungstrakt. An dieser Stelle tritt der Darmpilz auch in Erscheinung. Wir führen uns nicht immer unbedingt von außen neuen zu, sondern lassen den (im gesunden Maß) vorhandenen Pilz zu groß werden, beispielsweise durch die falsche Ernährung oder auch Medikamente. Das passiert dadurch, dass verschiedene Bakteria (z. B. Lactobacillus acidophilus) und vor allem deren produzierte antifungal Mikroben in der Unterzahl sind und den Pilz nicht mehr abtöten können. Die Pilze setzten sich also an der Darmschleimhaut ab und verursachen dort zum Teil Entzündungen sowie Anschwellung der Darmschleimhaut. Ernähren können sie sich über den Zucker in den Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen. Im schlimmen Fall kann sich daraus auch das „Leaky-Gut-Syndrom“ (= durchlässiger Darm) entwickeln. Wenn der Darm durchlässiger wird, treten auch Verdauungstoxine und unverdaute Nahrungsbestandteile in den Organismus/Blutkreislauf und gelangen so an andere Stellen des Körpers, wo sie möglicherweise allergische Reaktionen hervorrufen.
Wie sollte man sich ernähren, wenn man davon betroffen ist?
- Alkohol, speziell Wein und Bier
- Limonadenhaltige Getränke
- Früchte außer Apfel und Birne
- Verarbeitete Kohlenhydrate wie weiser Reis, weises Reismehl
- Mehr Kohlenhydrate wie bewusst nötig in einer Mahlzeit (also möglichst wenig)
Achtung, jetzt kommt es!
Wie sollte man sich ernähren, damit man nicht davon betroffen sein will?
- Man trinke gefiltertes oder abgekochtes Wasser und gehe immer sicher, dass das Essen gut durchkocht ist
- Man nehme organische Nahrungsmittel zu sich, die gut zuvor gewaschen worden sind;
- Man wäscht die Hände mit Seife vor dem Essen; trägt kurze Fingernägel und entfernt immer den Dreck darunter sorgfältig;
- Unterstütze sein Immunsystem indem man das tägliche Stresslevel minimiert;
- Koche sein Essen bei der richtigen Temperatur (um die 180°C), um alle Parasiten abzutöten; Fleisch sollte mindestens bei einer Temperatur von 170°C zubereitet werden, Fisch bei 200° für acht bis zehn Minuten pro drei Zentimeter Dicke;
- Man vermeide rohes Essen wie Sushi;
- Laufe nicht barfüssig in warmen, feuchtem, sandigen Boden
- Desinfiziere regelmäßig die Toilettenbrille und –Schüssel; vor allem die sanitären Geräte, die häufig von Kindern genutzt werden; man wäscht sich gründlich die Hände, nach dem Windeln gewechselt worden sind;
- Man nutze kein Leitungswasser zur Säuberung der Kontaktlinsen, sondern sterile Linsenlösung;
- Man halte Kinder fern von Hundewelpen und Katzenkindern, die noch nicht regelmäßig entwurmt worden sind, und lasse Kinder diese nicht küssen.