All Eyes On: TONI TRASH (Waspassiertbuch Eintrag 1)
Georgsmarienhütte – hatte ich mir anders vorgestellt. Ist echt hübsch! Idyllisch am Berg gelegen, proben dort Toni Trash, denen wir, dank des Förderpreises der OLB, jetzt eine Weile mal so richtig auf den Sack gehen dürfen.
Ganz besonders freue ich mich auch darüber, dass ich diese gemeinsame Zeit dafür nutzen kann, Euch an allem teilhaben zu lassen. Ich bin sonst ja eher eine von der diskreteren Sorte, aber die Jungs haben abgenickt – Danke Jungs!
In Kürze nochmal zum Warum: Seit einigen Jahren habe ich die Ehre, Workshop-Mutti fürs OLB Musik-Camp zu sein und diesmal gibt’s oben drauf eine spezielle Förderung für die Band Toni Trash. Sie werden gehegt und gepflegt und beraten und betreut bis wir ein schickes Live-Video im Kasten haben, mit dem sie dann in die weite Welt losziehen können.
Heute also Schritt 1: Die Auswahl eines wirkungsvollen Songs, der live möglichst schnell einen guten Eindruck von der Band vermittelt.
Schöner Job! Wir dürfen uns durch die Setlist hören und auf uns wirken lassen. Wie auch schon beim Workshop sag ich: die können proben die Jungs! Da ist Harmonie im Spiel – auch wenn der Umgangston eher rau ist. Die dürfen das.
Bei der Manöverkritik schrillt in mir die Frage: sehe ich die Band in ihrem Sinne? Oder geht meine Phantasie Wege, die an den eigentlichen Gedanken der Jungs vorbei gehen? Diese Gefahr könnte bestehen, bei so jungen Klienten. Denn auch, wenn ich noch so intensiv zuhöre und noch so sehr versuche, jede noch so kleinste Gefühlregung aufzusaugen und zu konservieren. Meine Erfahrungen sind anders als die der Band. Ich sehe sie von einem anderen Standpunkt aus. Und wenn man mal ehrlich ist, sehe ich von dieser Position aus auch noch ganz viele andere. Da ist der fromme Wunsch im Spiel, unverwechselbar zu sein. Wie oft habe ich schon den Satz gehört „ Das hebt uns von anderen ab…“ – aber mal Butter bei die Fische – dieser Satz alleine bringt Euch nicht weiter. Damit fängt es nur gut an! Wenn ihr euch darauf ausruht, dass es etwas gibt, das euch von anderen abhebt, habt ihr irgendwie noch nicht wirklich verstanden, wie ein Fan tickt… Aber ey, ich schweife ab… Also: darüber (wie man sich selbst sieht und wie man gesehen werden will) muss man reden, wenn man gemeinsam ins Ziel laufen möchte. Kommunikation ist der Schlüssel. Dafür braucht man allerdings Eier (jaaaa, ich hab keine, aber das sagt man halt so… Ihr wisst schon…) und Ehrlichkeit – vor allem sich selbst gegenüber. Ehrlich: Ich mag die Band! Wenn wir gemeinsam den richtigen Weg finden, geht da einiges. Aber poah sind die jung, ich hoffe wir überrennen sie nicht.
(Bild von Bjoern Reschabek)
















