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"AHORA SÍ SE VIENE LO DEACACHIMBA"
Para toda mi gente Nicoya 😂😂😂😂 so true! #tuani #deacachimba #nicaforlife #nicoyaforlife https://www.instagram.com/p/BxaOEyznLD-bCydM7lfAhmVAzuA1gMP3oaEWKQ0/?igshid=9r0qnlg8wabp
Nicaragüenses en Los Ángeles California
🎶When my hands don't play the strings the same way....🎶♥️ . . #thinkingoutloud #edsheeran #cover #guitar #acoustic #singing #music #musiccover #talent #risingstar #jamming #puravida #costaricamusic #haciendofeo #deacachimba #tamarindo #polewinner #wowmusician #topvocalist #hotvocals #upvoices #omgvoices @musical.ly @best_insta_musicians @top.music.covers @best_singing_covers @coversongjudge @coverclassics @craftypioneer @topvoices_ @talent_locker @talentedmusicians @talentmobapp @singersuperstars @songcoversmusic @singersallaroundtheglobe @singersspotlight @precioussingers @best_ig_singers @theviralcover @dailysingoff @voices_daily (en Playa Tamarindo)
San Juan Del Sur, Nicaragua Time Lapse #nicaragua #centralamerica #sjds #mochilero #deacachimba #tuanis #nica #video #timelapse #lapsodetiempo #pinolero #ipadair2 #chevere #ocean
Un mes y medio: tuanis!
Nach dieser Zeit hat sowas ähnliches wie ein Alltag eingesetzt; aufstehen, frühstücken, von 7 bis 12 Uhr zur Arbeit gehen, zum Mittagessen nach Hause kommen und dabei immer schön begrüßt zu werden, dann je nach Programm entweder nochmal in die Schule oder entspannen, lesen, schreiben oder sich kurz ins Cyber setzen, um Nachrichten zu checken oder zu skypen. Am Spätnachmittag steht meistens noch ein kurzes Treffen zB mit Juliana oder Anneke an, bummeln im centro oder je nachdem was eingekauft und erledigt und in Erfahrung gebracht werden muss. Abends geht es öfter zum Sport, sei es Zumba, Yoga oder Fitnessstudio und danach zum Abendessen und anschließendem quatschen mit der Familie oder den anderen 3 muchachas „nach Hause“ – ein Begriff, der eigentlich mein zuhause in Deutschland beschreibt, aber hier natürlich auch ein Ort ist, an dem man schon gerne zurückkehrt und sich entspannen kann. Manchmal trifft man sich auch abends nochmal um einen Film zu schauen oder neue Pläne z.B. für das Wochenende zu schmieden, aber am Anfang war ich abends immer wirklich kaputt und erschlagen. Nach dieser ersten Zeit hat man sich eben an die andauernde Geräuschkulisse, die öfter mal nicht zutreffende Wegbeschreibung, die Nica-Zeit (bloß kein Stress, die Gelassenheit pur!), die Übergänge von Läden oder kleinen Restaurants in die Wohnhäuser bzw –zimmer, das Waschen mit der Hand oder das manchmal fehlende Wasser am Morgen gewöhnt. Wobei es für mich dadurch immer noch irgendwie kein Alltag ist und mir die Freude daran defintiv nicht vergeht. Es wäre aber auch komisch, wenn es da nicht Dinge gäbe, an die man sich nicht gewöhnen kann wie z.B. das immer wieder nervige Hinterherpfeifen, -rufen & Hupen der Nicaraguaner oder das „Nichtstun“ hinsichtlich organisatorischer Sachen, während man selbst aber auf heißen Steinen hockt und Pläne schmieden will. Man merkt auf jeden Fall schon den Unterschied zu den ersten Tagen und Wochen, in denen man noch so umgeben war von der Gruppe der Freiwilligen, mit denen man sich –natürlich auf deutsch- über alles austauschen konnte. Aber meiner Meinung nach ist man auch erst durch den Beginn der Arbeit weiter angekommen, dass man sich seinen „Alltag“ selbst gestaltet- denn generell hängt es wirklich davon ab, was man selbst daraus macht.
Ich war auch überrascht, als ich bemerkt habe, wie sehr man manche selbstverständliche Sachen, alles Gewohnte und über Jahre da gewesene vermisst. Ich weiß, dass das eine der Erfahrungen ist, die einfach zu diesem Jahr dazu gehören und ich nehme sich gerne in Kauf. Meine liebe Saby, die im gleichen Moment in Peru ist und ihr Jahr anfängt zu leben, hat dafür wie immer gute Worte gefunden: „Aber dann habe ich mir gesagt, dass ich das ganze Jahr, auf das ich mich so gefreut habe, jetzt erst vor mir habe – mit allem was das auch bedeuten mag: Freude, Spaß, Erkenntnissen, Lernen, Trauer, Vermissen, Angst, Unsicherheiten, Ausflügen, Arbeitstagen, Reisen, neuen Freundschaften und und und…“
Ich bin die ganze Zeit etwas hin und hergerissen, zwischen etwas Ruhe finden, nach dem alltäglichen Trubel in der Schule und zwischen „ich habe doch aber noch so viel vor“- wenn man sich unsere Pläne so ansieht, scheint ein Jahr den Rahmen defintiv zu sprengen. Wenn man es aber beispielsweise von der Seite des Vermissens aus betrachtet, dann kommt einem dieses Jahr unendlich lang vor. Alles eine Frage der Einstellung. Deswegen versuche ich jeden Tag sagen zu können, dass ich ihn sinnvoll und fröhlich verbracht habe, sei es in der Schule ein Kind glücklich gemacht zu haben, etwas dazugelernt zu haben (ein Wort, eine mögliche Aktivität, eine Person, eine neue Entdeckung, … ), mit den Lieben zuhause geschrieben zu haben, etwas leckeres gegessen zu haben und mich gut mit meinen Gasteltern unterhalten zu haben oder etwas erledigt zu haben.
Natürlich war man auch schon in Situationen, in denen man sich nicht immer ganz wohl gefühlt hat, weil man immer noch neu ist; z.B. wenn man Gesprächen zwar schon besser aber immer noch nicht ganz folgen kann und man einige Gegebenheiten der Kultur nicht versteht und weil man allein durch sein Äußeres ein ganz anderes Leben verkörpert, worauf die Leute dementsprechend reagieren. Generell wird mit uns assoziiert, dass wir Geld haben, uns hier viel leisten können und ich will auch nicht lügen, dass wir im Schnitt wirklich z.B. mehr ausgehen, öfter einen Kaffee trinken gehen und auf Reisen gehen (können). Aber mir gefällt es nicht, so entgegen meines Vorhabens hier wirklich ein Jahr verbringen zu wollen, behandelt zu werden, so als wäre ich ein Tourist. Ich will das auch nicht erwarten, aber das sind so Verhaltensweisen, die einem immer wieder aufs Neue auffallen und einem nicht unbedingt erleichtern sich hier einleben zu können. Natürlich machen die Lücken in Sprache und Wissen über das Land das Ganze nicht grade einfacher. Aber es ist sehr unterschiedlich, wie die Leute auf einen reagieren, es kommt drauf an wem man begegnet: für viele Gastfamilien sind wir schon die zweite oder dritte Generation der Freiwilligen, die sie aufnehmen; ich bin schon vielen Leuten begegnet, die sehr offen waren und mich sofort herzlich zu sich und einigen Aktivitäten eingeladen haben und erfreut waren, einen kennenzulernen; wohingegen anderen ihre Skepsis und ihr Unverständnis deutlich anzusehen ist, warum wir hier sind, z.B war eine Polizistin lediglich daran interessiert, wie viel Geld meine Gastfamilie für uns bekommt. Also, so sehr man sich hier einleben möchte, ist man natürlich irgendwo emotional und auch durch sein Aufwachsen an seine Heimat gebunden, das lässt sich garnicht verhindern- aber manchmal wird es einem eben verhindert, und das Verhalten der anderen können wir selbst nicht ändern.
Was für mich noch einen erheblichen Teil des Zufriedenseins ausmacht, ist meine Familie, über die ich immer wieder sehr froh bin. Ich freue mich immer meinen Redeschwall bei ihnen loswerden zu können, dass sie sehr geduldig waren, wenn ich mal nachfragen muss und dass ich offen und ehrlich mit ihnen umgehen kann, auch wenn andere vorbeikommen o.ä. .Meine Gastmama Adelia ist immer besorgt, besonders wenn es darum geht, dass auch ja genug zu Essen bekomme, sie sagt mir, wo ich vorsichtig sein soll und ist immer am meisten interessiert. Sie hat mir nach dem Einbruch extra Tee, Müsli und Kekse zur Beruhigung gekauft, damit es mir besser geht, mit Sachen, die ich mag. Mein Gastpapa Luis ist sehr lustig und begrüßt mich immer mit einem „Mucho gusto“ oder unserem Check, den wir uns beim ersten Kennenlernen der Familien ausdenken mussten und hat nach dem Einbruch erstmal eine Machete mit nach Hause gebracht. :D Die beiden Kleinen Belén und José umarmen einen mittlerweile immer beim Reinkommen und es ist schön, doch irgendwie aufgehoben zu sein. Ich glaube, wenn ich alleine hier wohnen würde, sähe bei mir alles noch etwas (sehr) anders aus.
Da so einige alltägliche Dinge in meinem Gefasel untergehen, hier einfach mal ein paar: die calle central: mit einem batida in der Hand darüber laufen, überall um sich herum herrscht der Trubel und Musik läuft in allen Ecken, sei es in jedem Laden, aus den Autos oder den Lautsprechern darauf, den Bussen, vor sich hin singende Leute, Rufe der Verkäufer oder weil mal wieder irgendwas gefeiert wird, ein Pavillon aufgebaut wird, indem eine Band spielt oder Leute tanzen. Wenn man einen Blick auf die Panamerica wirft, die ich jeden Tag ein Stück entlang fahre: Autos, deren Ladeflächen voller mitfahrenden Menschen sind, Fahrräder und Motorräder, auf denen teilweise fünf Personen transportiert werden, Pferde, die daneben grasen, die Männer, die ihre mit Säcken vollgeladenen Barren daran entlang schieben und die Frauen, die mit ihren Körben voller Obst oder Kleinigkeiten auf den Köpfen daran entlang gehen. Was ebenfalls bei einem zweiten Blick auffällt, dass es jede 5 Meter Essen verkauft wird; sei es, ob die Verkäufer ihr Glück mit allem möglichen Essen in jedem Bus versuchen, an jeder Ecke Gemüse und Obststände stehen oder es überall nach frisch gekochtem Essen riecht.
Fazittechnisch? .. gibt es ereignismäßig also nicht so viel Neues- außer bei der Arbeit, aber das werde ich nochmal genauer beschreiben. Es ist nur so, dass man sich selten so viel mit Gefühlen beschäftigt und wie man mit allem umgeht, sei es die Reaktionen der Nicas auf die voluntarios, die Lücke zwischen arm und reich zu sehen oder oder oder. Es ist, als entdeckt man grade für sich – ich lasse erneut jemand anderen für mich sprechen- wie Leon es so schön ausgedrückt hat-: „… wie formbar ich als Mensch bin und wie einfach man sich an eine neue Umgebung gewöhnen kann, wenn man sich denn auf die Kultur und die Gewohnheiten einlässt.“ Für mich ist diese erstaunliche Erkenntnis gut beschrieben und kürzt meine langen Erzählungen etwas ab.