Es ist erst wenige Tage her, dass Frietzsche mit seinem Wurf im Salon für Aufsehen sorgte. Seither ist viel diskutiert wurden - oft ohne Ergebnis. Wir haben mit dem Autor persönlich gesprochen.
Zuallererst möchten wir zu dem gelungenen Einwurf gratulieren.
Oh vielen Dank. Tatsächlich sind Sie nicht der Erste.
Es heißt, der Wurf des Buches war sorgfältig geplant?
Nein. Der Buchwurf war eine ungeplante und völlig spontane Handlung, das versichere ich Ihnen. Ich trage immer wenigstens 1-2 Bücher bei mir nur für den Fall, dass ich den Drang habe, mit einem Buch zu werfen.
Dafür erschien aber vielen die Landung fast zu perfekt. Gab es denn vorher wirklich keine Probe?
Es stimmt, dass es nur eines Takes bedurfte. Auch ich war überrascht über den guten Einwurf. Während der Probe habe ich nur Unsinn gemacht. Dafür gibt es Zeugen.
Sie haben davor und danach ja auch eigene Texte verlesen. Gab es darauf irgendwelche Reaktionen?
Leider nein. Aber das wundert mich nicht. Mit dem Wurf des Buches habe ich wohl geheime Sehnsüchte aufgriffen und Gefühle zum Ausbruch gebracht für die es bislang keine Worte in der deutschen Sprache gibt. Insofern ist der Wurf Bestandteil meines Textes und sollte auch so gelesen werden.
Glauben Sie, dass diese Verbindung von Literatur und Basketball die Zukunft ist?
Nein.
Mit welchen Büchern planen Sie in Zukunft zu werfen?
Das ist eine gute Frage. Dennoch möchte ich nochmal betonen, dass es eine spontane und völlig unberechenbare Aktion war. Doch zurück zu Ihrer Frage: Es gibt viele Bücher, die es wert wären, mal geworfen zu werden. Kurz nach dem Wurf fragte mich Jonis Hartmann (einer der Moderatoren), ob das Wurfgeschoss möglicherweise „Das Glasperlenspiel“ gewesen sei. Das hat mich hart getroffen, denn das Glasperlenspiel wäre natürlich im Hinblick auf meinen Text eine verdammt gute Wahl gewesen. Da merkt man, dass man es mit Leuten vom Fach zu tun hat. Auch hatte ich kurz zuvor noch überlegt mit „Sex II“ von Sibylle Berg zu werfen, aber das schien mir dann doch zu leicht. Schlussendlich fiel die Wahl auf „Logik des Sinns“, was ja auch irgendwie Sinn machte und zu den bekannten Ergebnissen führte.
Was planen Sie denn dann für die Zukunft?
Am morgigen Freitag soll ich bei einem albernen Open-Mike Wettbewerb antreten und lustig sein. Ich verspüre keinerlei Lust dafür einen Text zu schreiben. Oder den dann auch noch auswendig zu lernen. Das Publikum sollte sich also besser warm anziehen, denn es wird nicht nur kalt - ich werde auch alle enttäuschen, wenn ich nicht bald anfange.