"Metropolis" (1927) by Fritz Lang
Joh Fredersen (Alfred Abel) sits in his office while the new Tower of Babel shines in the spotlight
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from Bangladesh
seen from Togo
seen from Algeria

seen from United States
seen from France
seen from United States

seen from United States

seen from United States
seen from Spain
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
"Metropolis" (1927) by Fritz Lang
Joh Fredersen (Alfred Abel) sits in his office while the new Tower of Babel shines in the spotlight
1937 ‘Garbaty’ Embossed Film Cigarette Cards.
(via eBay)
"Da sprach der grimmige Hagen: Die Jagd ist aus!"
Siegfrieds Ermordung in "Die Nibelungen" (1924) von Fritz Lang
“Der Student von Prag” (1926) von Henrik Galeen
Prag, im Sommer 1820. Der Student Balduin (Conrad Veidt) gilt als der beste Fechter der Stadt. Während eines Ausflugs mit seinen Kommilitonen gelangt er in die Nähe des Schlosses, in dem der Reichsgraf von Schwarzenberg (Fritz Alberti) mit seiner Tochter Margit (Agnes Esterházy) residiert, die in einer von ihr als eher unglücklich empfundenen, arrangierten Verlobung mit dem Baron Waldis (Ferdinand von Alten) verbunden ist. Im Gegensatz zur Ausgelassenheit seiner Kommilitonen bei einem Trinkgelage, bei dem auch die attraktive Lyduschka (Elizza La Porta), ein einfaches Blumenmädchen, zugegen ist, befindet sich Balduin aufgrund seiner finanziellen Notlage in gedrückter Stimmung. Ein mysteriöser Fremder (Werner Krauss), der sich als Scrapinelli vorstellt, bietet ihm in dubiosen Andeutungen, seine Dienste an, worauf der Student zunächst mit ungläubiger Erheiterung reagiert. Scrapinelli - ganz offensichtlich der Leibhaftige in Menschengestalt - wirbelt mit Magie die Jagdgesellschaft des Grafen durcheinander und bringt das Pferd von Margit dazu, auszubrechen. Balduin rettet die Komtesse vor dem durchgegangen Tier. Während Lyduschka heimlich in Balduin verliebt ist, ist dieser von Margit angetan und stattet der Komtesse einen Besuch ab, bei dem er jedoch zu seinem Leidwesen nicht nur von deren Verlobung erfährt sondern ihm auch schmerzlich seine missliche finanzielle Situation bewusst wird. Mitten in Balduins verzweifelter Stimmung erscheint Scrapinelli und schließt einen Pakt mit ihm: für die Summe von 600 000 Golddukaten darf er sich aus dem Zimmer des Studenten mitnehmen, was ihm beliebt. Balduin hält dies zunächst für einen Scherz, da er nichts von Wert besitzt, doch umso entsetzter reagiert er, als Scrapinelli das Spiegelbild des Studenten zu eigenem Leben erweckt und für sich reklamiert. Mit dem neu erworbenen Reichtum kann er Margit, die er liebt, endlich näher kommen. Durch die Magie von Scrapinelli erfährt Lyduschka mittels eines kompromittierenden Briefes von der Romanze der Beiden. Die Eifersüchtige übergibt das Schreiben Baron Waldis. Dieser stellt Balduin zur Rede, wobei er ihn mit einer Reitpeitsche schlägt. Der Student fordert ihn daraufhin zum Duell. Reichsgraf von Schwarzenberg sucht Balduin auf und bittet ihn, da er um dessen Fechtkünste weiß, den Rivalen zu schonen. Er kann sein Versprechen nicht halten, denn sein zweites Ich, sein Spiegelbild, hat statt seiner inzwischen den Baron im Duell getötet. Die Universität relegiert ihn, Margit, die ihn für den Schuldigen hält, löst ihre Beziehung, und auch seine ehemaligen Kommilitonen sagen sich von ihm los. Lediglich Lyduschka bleibt ihm zugetan, doch Balduin verschmäht sie, da er noch immer Margit liebt. Als er diese zu nächtlicher Stunde heimlich bei Margit erscheint und ihr die Wahrheit über sein Spiegelbild offenbar, sinkt diese in Ohnmacht, wobei Balduin annehmen muss, die geliebte Frau sei einem Herzschlag erlegen. Sein stets allgegenwärtiges Alter Ego erscheint, und Balduin ist nunmehr fest entschlossen, sein Spiegelbild zu töten, um endlich Frieden zu finden ... “Der Student von Prag” basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Hanns Heinz Ewers, die bereits 1913 von Paul Wegener mit sich selbst in der Titelrolle adaptiert wurde. Henrik Galeen, dem wir unter anderem die Drehbücher zu den Stummfilmklassikern “Der Golem, wie er in die Welt kam” (1920) und “Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens” (1922) verdanken, schuf einen stimmungsvollen, durch die zahlreichen Außenaufnahmen sehr dynamischen Klassiker des Schauerkinos. Erneut nach “Das Cabinet des Dr. Caligari” (1920) stehen Conrad Veidt und Werner Krauss als Kontrahenten vor der Kamera. Wieder verkörpert Krauss mit bewegter Gestik und expressiver Mimik einen über magische Kräfte verfügenden, dämonischen Charakter - in diesem Fall jedoch keinen Psychiater sondern den Teufel in Menschengestalt. Veidt besticht als Balduin durch sein natürliches und daher umso bewegenderes Spiel sowohl als mehr und mehr der Verzweiflung anheimfallender Student als auch als sein böses Alter Ego.
“Mit diesem letzten Atemzug rufe ich: Es lebe die Freiheit!” (Georges Danton)
“Danton” (1931) Paris 1794. Fünf Jahre nach dem Beginn der Französischen Revolution ist zwischen Georges Danton (Fritz Kortner) und Maximilien de Robespierre (Gustaf Gründgens) ein politischer Richtungsstreit entbrannt, der in einem generellen Machtkampf zwischen den beiden in jeder Hinsicht gegensätzlichen Männern gipfelt. Danton ist ein eloquenter und vitaler Volkstribun voller Lebenslust, dem politische Ambitionen eher fremd sind. Robespierre hingegen ist ein von Ehrgeiz zerfressener, keines echten Gefühls fähiger, asketischer Intrigant. Die bereits bestehenden Differenzen zwischen den beiden Revolutionären treten im Prozess gegen König Louis XVI. (Ernst Stahl-Nachbaur) erstmals offen zutage. Der abgesetzte Monarch hat gegen die Revolution konspiriert, eine Tat, für die Danton die Todesstrafe fordert. Robespierre hingegen beabsichtigt aus pragmatischen Erwägungen eine Begnadigung, um mögliche militärische Gegenreaktionen anderer europäischer Königshäuser zu vermeiden. In einer umjubelten Rede setzt Danton seine Überzeugung durch. Der König endet auf dem Schafott. Danton hat sich in die Aristokratin Louise Gély (Lucie Mannheim) verliebt, befreit sie aus der Gefängnishaft und heiratet sie. Im Überschwang seiner Gefühle vernachlässigt er seine politische Tätigkeit, was seinen Widersachern Robespierre und Louis Antoine de Saint-Just (Werner Schott) Stoff zu diversen Verdächtigungen gegen seine Person liefert und ihn von seinen Freunden isoliert, bis nur noch Camille Desmoulins (Gustav von Wangenheim) ihm die Treue hält. Während Dantons einstiger revolutionärer Eifer einer pragmatischen Betrachtungsweise mit der Einsicht in unvermeidliche Kompromisse gewichen ist, radikalisiert sich Robespierre in seinen Anschauungen immer weiter. Die Ermordung des Revolutionärs Jean Paul Marat (Alexander Granach) ist Robespierre der willkommene Anlass, sämtliche Feinde der Revolution - tatsächliche wie vermeintliche - mit dem Tod zu bedrohen. Danton erkennt, dass sein Widersacher beabsichtigt, die Republik in eine Terrorherrschaft umzufunktionieren. Mit fingierten “Beweisen” klagt man Danton des Hochverrats an. Seine flammende Verteidigungsrede vor Gericht begeistert noch ein letztes Mal die Volksmassen. Robespierre lässt mit Waffengewalt den Konvent räumen, und der sich schon gerettet wähnende Danton wird zum Tod auf der Guillotine verurteilt. Hans Behrendts eindrucksvolles Historienschauspiel “Danton” lebt ganz und gar von Fritz Kortners mitreißender Gestaltung der Titelrolle. Von überschäumender vitaler Kraft bis zum zartesten Zwischenton gestaltet er einen charismatischen Volkstribun, dessen Schicksal den Zuschauer umso mehr ergreift, wenn der Titelheld mit Worten wie "Kann man das Vaterland an den Sohlen seiner Schuhe mitnehmen?" seine Flucht ablehnt, und man sich gleichzeitig vergegenwärtigt, dass sein brillanter Darsteller nur zwei Jahre später ebenso wie seine Kollegen Lucie Mannheim, Gustav von Wangenheim, Alexander Granach und Ferdinand Hart zur Emigration vor der Barbarei der Nationalsozialisten gezwungen wurde. Der Film ist von einer signifikanten Aktualität zu seiner Entstehungszeit. Während Danton als Liebling des Volkes mit seiner leidenschaftlichen Sprachgewalt die Ideale der Freiheit beschwört, äußert sich Robespierre in emotionslos hervorgebrachten Phrasen (“Je mehr von uns für die Idee sterben, desto stärker und sicherer wird sie leben.”) in denen sich eine inhumane Ideologie erkennen lässt, die 1933 deutsche Staatsdoktrin wurde. Die den gesamten Film hinweg gekonnt inszenierten Massenszenen, haben leider ausgerechnet in der Schlussszene versagt, als Danton das Schafott betritt und zum letzten Mal nach Freiheit ruft. Behrendt filmt die eindrucksvolle Sequenz aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen in der Totale (zudem mit einem den Gesamteindruck noch überdies störenden Baumstamm in der Bildmitte) statt in einer Nahaufnahme.
“Fährmann Maria” (1936) von Frank Wisbar
Ein beschauliches Dorf in idyllischer Heidelandschaft zu einer nicht genannten Epoche. Der alte Fährmann (Karl Platen) wird zu nächtlicher Stunde durch das Schlagen einer Pflugschar vom anderen Ufer zu seinem Dienst gerufen. Ein gänzlich in Schwarz gewandeter Fremder (Peter Voß) von düster-respektheischendem Auftreten begehrt vermeintlich, den Fluß zu überqueren. Statt dessen ist Gevatter Tod erschienen, um den alten Mann mit sich zu nehmen. Niemand weiß, woher die herb-schöne Maria (Sybille Schmitz) in das Dorf gekommen ist. Auf ihre Bitte um eine Erwerbstätigkeit hin überträgt man ihr das vakante Amt des Fährmanns, das niemand aus der abergläubischen Einwohnerschaft übernehmen möchte. Eines Nachts ertönt die Pflugschar, und Maria findet einen verletzten jungen Mann (Aribert Mog). Maria nimmt ihn in ihrer Hütte auf und will ihn gesund pflegen. Der Fremde erzählt von einer kriegerischen Auseinandersetzung in seiner Heimat und dass er sich seinen Verfolgern durch die Flucht entziehen konnte. Zwischen den Beiden entsteht ein innige Liebe. Doch kurz darauf erscheint der Tod, um das Leben des jungen Mannes zu fordern ... Aufgrund seiner wenigen gesprochenen Worte und der dafür umso intensiveren Bildsprache wähnt sich der Zuschauer in “Fährmann Maria” in einem späten Nachfolger der deutschen Stummfilmklassiker der Weimarer Republik. Die Atmosphäre dieses Klassikers schlägt den Zuschauer förmlich in seinen Bann vor allem die stimmungsvolle Kameraarbeit von Franz Weihmayr, die spannungsgeladene Musik von Herbert Windt sowie die darstellerischen Leistungen von Sybille Schmitz und Peter Voß. Den besonderen Reiz des Films macht die märchengleich-parabelhafte Handlung aus, die an Klassiker wie "Der müde Tod" von Fritz Lang gemahnt jedoch ohne dessen tragisch-schicksalhaftes Ende zu übernehmen. So weiß der Zuschauer beispielsweise nie mit Gewissheit, ob die schwarzgewandeten Reiter auf ihren weißen Pferden die den Protagonisten verfolgen, tatsächlich oder lediglich in dessen Phantasie existieren. Wohltuend dem damals propagierten, vorsintflutlichen Frauenbild entgegenwirkend agiert die wie stets mysteriös sowie trotz aller Sanftheit selbstbewusst und stark erscheinende Sybille Schmitz als Maria, auch wenn man die zunächst ungebändigt mit offenem Haar und legerer Kleidung erscheinende junge Frau später in ein strenges Kleid steckt und sie sich einen fatal an die NS-Frauenschaft erinnernden Haarkranz flicht. Die in der Kräuterheilkunde bewanderte junge Frau pflegt ihren Geliebten, vermag eine gefahrenvolle Situation rational zu analysieren statt überstürzt zu reagieren wie der Fremde es tut, und sie ist es, die schließlich durch die Kraft ihrer Liebe den Tod zu bezwingen vermag. Der von Aribert Mog verkörperte junge Mann, der schon aufgrund seines krankheitsbedingten Leidens der deutlich schwächere Part des Paares ist, äußert sich hingegen vorzugsweise zu heimatlicher Scholle und zum Kampf gegen diverse Feinde. Als er einen Rückfall erleidet und im Fieberwahn lautstark ein Kriegslied von sich gibt, wird nicht eindeutig ersichtlich, ob sich Maria aufgrund ihrer Todesangst um den geliebten Mann so entsetzt oder ob des martialischen Gesangs. Neben dem schauspielerisch eher blassen Mog und Gerhard Bienert als beschränktem und übergriffigem Gutsherrn ist der imposante Peter Voß als “Freund Hein” der einzige adäquate männliche Widerpart zu Sybille Schmitz. Anders als Bernhard Goetzke, dem er in Aussehen und Physis durchaus ähnelt, ist Voß kein “müder Tod” sondern erbarmungslos und herrisch in seinem Auftreten. Die Szenen, in denen Maria um das Leben ihres Geliebten fleht und sich selbst als Opfer anbietet, was der Tod konsequent ablehnt, sind von Schmitz und Voß hervorragend gespielt, doch die gelungenste Passage ist eindeutig der Totentanz der Beiden.
"Nosferatu. Tönt dies Wort Dich nicht an wie der mitternächtige Ruf eines Totenvogels. Hüte Dich, es zu sagen, sonst verblassen die Bilder des Lebens zu Schatten, spukhafte Träume steigen aus dem Herzen und nähren sich von Deinem Blut."
“Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens” (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau
Die beschauliche Hafenstadt Wisborg im Jahre 1838. Thomas Hutter (Gustav von Wangenheim) und seine Frau Ellen (Greta Schroeder) leben in einer kleinbürgerlichen Biedermeieridylle. Der junge Mann ist als Sekretär bei dem exzentrischen Häusermakler Knock (Alexander Granach) beschäftigt, der ihn beauftragt, für eine geschäftliche Transaktion zu Graf Orlok (Max Schreck) nach Transylvanien zu reisen. Der Aristokrat wünscht eine Immobilie in Wisborg zu erwerben, Hutter solle ihm das verfallene Gebäude gegenüber seinem eigenen Haus anbieten. Knock ergeht sich in mysteriösen Andeutungen über die bevorstehende Reise in das “Land der Gespenster”.
Hutter ist begeistert über die bevorstehende Reise in die fernen Karpaten, während seine Frau von düsteren Vorahnungen gepeinigt wird. Thomas lässt Ellen in der Obhut eines Freundes, des wohlhabenden Reeders Harding (Georg H. Schnell) und dessen Schwester Ruth (Ruth Landshoff) zurück.
Hutter macht in einer Schenke Rast und erzählt von seinem Auftrag, woraufhin man ihn inständig bittet, seine Reise aufzugeben. Als er in seinem Zimmer eine Enzyklopädie über Vampire, Geister und Zauberei findet, reagiert er belustigt und setzt am folgenden Tag die Fahrt fort. Der Kutscher weigert sich jedoch, bei Sonnenuntergang den Gebirgspass zu überqueren, da es dort nicht geheuer sei.
Hutter setzt unbeirrt seine Reise zu Fuß fort, bis er von einer mit einer unnatürlich schnell fahrenden Kutsche, die ein unheimlich wirkender Fahrer lenkt, abgeholt und zum Schloss des Grafen gebracht wird. Der Aristokrat - sogleich als identisch mit dem dämonischen Kutscher zu erkennen - erweist sich als monströse Kreatur, vor der Hutter sogleich tiefes Entsetzen empfindet. Seine Ängste werden noch bestärkt, als er sich beim Nachtmahl während des Brotschneidens am Daumen verletzt und Graf Orlok sich blutgierig der Wunde nähert.
Am nächsten Morgen sind Hutters Befürchtungen zerstreut. Der junge Mann erkundet das verfallene Schloss und verfasst einen Brief an seine Frau, in dem er Ellen nicht nur seiner Liebe versichert, sondern sich auch über zwei kleine Wundmale an seinem Hals beklagt, die er für Mückenstiche hält.
Am Abend erblickt Orlok bei einer geschäftlichen Unterredung mit Hutter ein Medaillon mit dem Bildnis von Ellen und ist von deren “schönem Hals” so angetan, dass er sofort einwilligt, das öde Gebäude gegenüber von Hutters Haus zu erwerben. Als der Graf in der selben Nacht, seinem Gast das Blut aussaugen will, schreit zur selben Zeit im fernen Wisborg Ellen Hutters Namen, woraufhin der Vampir von seinem Opfer ablässt.
Am folgenden Abend belädt Orlok einen Karren mit Holzkisten, die ihm als Särge dienen und lässt sie an Bord des Segelschiffes “Empusa” mit Kurs nach Wisborg bringen. Nach und nach fällt die gesamte Besatzung dem Vampir zum Opfer. Als der Schoner in Wisborg einläuft, findet man nur noch den ans Steuerrad gebundenen Kapitän (Max Nemetz) mit zwei kleinen Wundmalen am Hals tot auf.
Insgeheim bezieht Orlok mit seinen Särgen sein Domizil in dem verfallenen Gebäude gegenüber Hutters Haus, wobei ihm Rattenscharen folgen, die die Pest in Wisborg verbreiten. Der zu Rate gezogene Wissenschaftler Professor Bulwer (John Gottowt) steht dem Phänomen hilflos gegenüber.
Thomas Hutter ist die Flucht aus den Karpaten geglückt, und nach einem Krankenhausaufenthalt gelangt er zurück nach Wisborg. Dort ist der Makler Knock inzwischen dem Wahnsinn anheimgefallen und bezeichnet Graf Orlok als seinen Meister, während Ellen unter Somnambulismus leidet. Hutters Frau erfährt aus der von ihrem Gatten mitgebrachten Enzyklopädie über Vampire, welchen Opfers es bedarf, um den Untoten zu vernichten ...
Am 04.03.1922 hatte Friedrich Wilhelm Murnaus Meisterwerk seine Premiere und hat seither nichts von seiner Faszination verloren. Der Kritiker Béla Balázs prägte die überaus treffende Formulierung, dass den Zuschauer “ein frostiger Luftzug aus dem Jenseits “ anwehe.
Murnaus Klassiker besticht durch seine ausgedehnten, stimmungsvollen Außenaufnahmen, die unter anderem in Wismar, Lübeck und der Slowakei entstanden. Die Kamera von Fritz Arno Wagner schwelgt in sowohl idyllischen als auch bedrohlichen Landschaftsaufnahmen. Noch eindrucksvoller ist die Bildersprache mit den ausdrucksstarken Schattenspielen. Hans Erdmanns „fantastisch-romantische Suite“ instrumentiert den Film kongenial. Die fruchterregende Maske des Vampirs ebenso wie die Bauten und die Kostüme entwarf der Produzent Albin Grau, dessen Gesellschaft Prana-Film durch einen Plagiatsstreit mit Florence Stoker, der Witwe des “Dracula”-Autors Bram Stoker, in solch erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geriet, dass sie noch im selben Jahr Konkurs anmelden musste. Die von Mrs. Stoker gerichtlich angeordnete Vernichtung sämtlicher Kopien von "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" konnte glücklicherweise vereitelt werden.
Von den Darstellern brilliert besonders Max Schreck (1879 - 1936), für den seine Verkörperung des Grafen Orlok zur Rolle seines Lebens wurde. Der Familienname des Schauspielers scheint in der Tat programmatisch, denn wie seine Zeitgenossen konstatieren, umgab ihn stets eine mysteriöse Aura. Der hauptsächlich an den Münchner Kammerspielen wirkende Künstler agierte noch in zahlreichen weiteren Filmen, doch keiner von ihnen erreichte den Ruhm von “ Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens”. Graf Orlok mag sich im Licht der Sonne in Rauch auflösen, Max Schreck hat durch diese Rolle Unsterblichkeit erlangt.