12.10.2025
Windows 10 ist übermorgen Geschichte (offiziell zumindest, wobei... nicht ganz, also...)
Übermorgen endet der Support für Windows 10 - in Fachzeitschriften ist dieser Umstand seit Jahren Dauerthema. Gefühlt alle paar Monate ein Grundsatzartikel oder eine ganze Artikelserie zu den Fragen "Was passiert, wenn ich nicht umsteige? Welche Alternativen (macOS, Linux, ChromeOS...) gibt es? Welche Hacks gibt es, um auch mit älterer Hardware auf Windows 11 umzusteigen? Wie zuverlässig klappt das?"
Mit meinem bisherigen Notebook (ein "unkaputtbares" Lenovo Thinkpad, Baujahr um 2013) hatte ich vor ein, zwei Jahren einen kurzen Versuch unternommen, auf Windows 11 umzusteigen. Von der CPU-Generation ist es vier Jahre zu alt (vierte statt mindestens achte Intel Core-i-Generation). Nach Eintragen eines "geheimen" Registryschlüssels gelang das Upgrade trotzdem, das Ergebnis war aber nicht befriedigend. Ich erinnere mich nur noch vage an mangelhafte Hardwareunterstützung (Lüfter viel lauter als zuvor, Akkulaufzeit wesentlich geringer). Aber es war ja auch wirklich betagt, daher habe ich es im April 2024 durch ein framework-Notebook ersetzt.
Bei meinem Desktop-PC (Fujitsu-Businessgerät der Oberklasse von 2016, nach Microsoft-Zeitrechnung zwei Jahre zu alt, also sechste Core-i-Generation) habe ich das Thema lange wegignoriert. Er läuft auch mit seinen neun Jahren dermaßen geschmeidig, dass ich nicht bereit war, ein jüngeres Gerät zu kaufen. Im September also den Registryschlüssel gesetzt, Windows 11-Upgrade durchgeführt - et voilà: läuft ebenso geschmeidig wie zuvor.
Auch bei diversen anderen Notebooks im Freundeskreis (siebte Core-i-Generation, also nur ein Jahr zu alt) lief das Upgrade mit dem kleinen Registry-Kniff völlig geräuschlos ab. Ich war fast ein wenig empört, wie leicht das geht - zeigt es doch, dass die Hardwareanforderungen zumindest stellenweise ein ziemlich theoretisches Konstrukt sind.
Die Sache hat einen kleinen Haken: die nun installierte Version "Windows 11 24H2" bekommt noch bis Oktober 2026 Sicherheitsupdates, anschließend ist erneut manuelles Eingreifen nötig. Falls der nötige Hack auch in einem Jahr noch so einfach ist, freut es mich. Vielleicht bin ich dann aber auch freiwillig an dem Punkt, wo ich zum Kauf neuer Hardware bereit bin. Beides also fein.
Im September konkretisierten sich plötzlich die Gerüchte, dass es doch möglich sein wird, ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates für Windows 10 zu kaufen. Also nicht nur für Geschäftskunden, das war eh klar, sondern auch für Privatpersonen. Persönlich finde ich das eher zweite Wahl, weil ich mir vorstelle, dass der modernere Unterbau von Windows 11 trotzdem mehr Sicherheit bietet. Aber wenn man partout änderungsunwillig ist und damit leben kann, dann eben in einem Jahr handeln zu müssen, dann kann das eine valide Option sein. Und genau genommen bezahlt man nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Daten, denn das Fortsetzen der Updates-Versorgung ist an ein Microsoft-Konto gebunden. Auch hier bin ich freundlich gesagt verblüfft, dass diese Möglichkeit jetzt erst in weiteren Kreisen publik wird. Anders gesagt: die Botschaft "es muss zwingend neue Hardware gekauft werden" wurde lange genug hinaustrompetet, die Hardwarehersteller haben ihr Geschäft gemacht und sind befriedigt, JETZT kann man eingestehen, dass insbesondere viele Privatpersonen einen Neukauf noch hätten aufschieben können. Ein Schelm, wer Böses...
Auf meinem alten Notebook habe ich dann übrigens Linux installiert, mit dem genügsamen xfce-Desktop, der sich besonders für alte Hardware eignet. Dass das reibungslos lief, hat mich überhaupt nicht überrascht und ist eigentlich keine Erwähnung wert.
(Lennart Schütz)














