Birger Hjørlands Kritik des facettenanalytischen Ansatzes der Wissensorganisation
Birger Hjørland (2013) Facet analysis: The logical approach to knowledge organization. In: Information Processing and Management. Vol 49. March 2013, S. 545-557. DOI: 10.1016/j.ipm.2012.10.001
Zentrale Erkenntnis:
Das Paradigma der Facettenanalyse, wie es von S.R. Ranganathan und der British Classification Research Group gestaltet wurde, trägt als rationales Konzept, bedarf um anwendungsfähig zu werden jedoch einer Ergänzung um empirische, historische und pragmatische Perspektiven. Auch wenn Ranganathans Ansatz einleuchtend scheint, bleiben einerseits sein methodologisch nur bedingt genügendes, weithin spekulatives Grundgerüst, dass auf apriori formulierten Beziehungen zwischen den Konzepten beruht. Sowie andererseits die Frage, ob dieses tatsächlich für alle Kontexte der Wissensorganisation gleichermaßen geeignet ist. Um diese Frage zu beantworten, braucht es Vergleichsstudien mit Klassifikationskonzepten, die auf anderen Methodologien aufbauen.
Weitere Erkenntnisse:
Der Autor betont im Anschluss an Francis Miksa, dass Ranganthans Ziel der Entwicklung der besten Klassifikationsmethode die Möglichkeit unterschiedlicher Anwendungszwecke vernachlässigte. Das Anliegen der Formulierung eines allgemeingültigen Klassifikationsstandards steht damit der Anspruch entgegen, Klassifikationen für bestimmte Kontexte (unterschiedliche Sammlungen, Nutzer, Perspektiven) zu optimieren.
Bestandteile der Knowledge Organization (KO) als Forschungsfeld der Bibliotheks- und Informationswissenschaft nach Hjørland:
der facettenanalytische Ansatz
die Tradition des Information Retrieval
nutzerzentrierte und kognitive Konzepte
bibliometrische Ansätze
der domänanalytische Ansatz
(bk)















