Ich falle auf die Knie. Fühle mich schuldig.
Fühle mich falsch, missverstanden und verraten.
Hundert Fäuste prasseln auf mich ein wie
ein nie enden wollender Regen.
Ich falle nach vorn und liege am Boden.
Kein Sinn mehr. Keine Sonne. Kein Licht.
Doch plötzlich sehe ich Farben.
Ein winziger, farbiger Punkt auf meiner Hand.
Ich starre ihn an und wärend ich dies tue
beginnt sich der Punkt zu bewegen.
Er fängt an Symbole auf meine Haut zu zeichnen.
Bilder, Formen und Umrisse entstehen auf meinem
Handgelenk. Sie wandern meinen Unterarm hinauf
und ich spüre wie Wärme von ihnen aus geht.
Stärke von ihnen ausgeht.
Ich stemme mich hoch auf die Knie und betrachte wie
die Zeichnungen sich über meine Beine, Arme und
meinen Oberkörper verteilen. Sie sind so voller Leben,
voller Licht. Sie vertreiben die Dunkelheit.
Und von neuer Kraft erfüllt erhebe ich mich,
durchbreche die finstere Wolkendecke und
stehe wieder unter blauem Himmel.
Ich sehe die Sonne wieder. Ihre wärmenden
Strahlen treffen meine Haut, welche nun ein
Kleid aus gemalten Narben trägt.
Zeichen und Symbole.
Sie sind nicht da um von euch gedeutet oder
gelesen zu werden. Sie sind da um mich an
die Schrecken zu erinnern, durch die ich
gegangen bin. Und um mir die Angst
vor den Schrecken zu nehmen, durch die
ich noch gehen werde.
Sie sind bei mir bis zum Schluss.
Sie gehören zu mir.
Sie sind ein Teil von mir.
Sie sind mein Farbenkleid.
~ Der Rabenprinz.