Richtig ist, daß die Durchsetzung der fordistischen Produktions- und Sozialstruktur und die dadurch bewirkte, relativ langanhaltende ökonomische Prosperitätsphase ein soziales Kräfteverhältnis hervorgebracht und institutionalisiert hatte, das aufgrund seiner eingebauten organisatorischen und politischen Dynamiken sich dann als krisenverschärfend erwies, als die Bedingungen des unmittelbaren Produktionsprozesses hohe Produktivitätsfortschritte, steigende Profitraten und ein forciertes Wachstum nicht mehr zuließen. Die politische Regulierungsform der fordistischen Sozial- und Klassenbeziehungen, zentralbürokratischer Korporatismus, Keynesianismus und sozialdemokratische Reformpolitik wurde an diesem Punkt zur Schranke für die notwendige Anpassung sozialer Strukturen und Reproduktionsbedingungen.
Joachim Hirsch / Roland Roth, Das neue Gesicht des Kapitalismus. Vom Fordismus zum Post-Fordismus, Hamburg: VSA, 1986, S. 81 f.