Fuss: Frankoromanistentag
Vom 24. bis 27. September fand in Münster der 9. Kongress des Frankormanistenverbandes, diesmal unter dem Thema "Schnittstellen / Interfaces", statt. Da meine betreuende Professorin mit der Ausrichtung betraut war, bat sie mich und ein paar andere Studenten ihres Vertrauens ihr bei der Durchführung behilflich zu sein, sodass wir alles in allem ein sehr nettes Team von studentischen Hilfskräften versammelten, die entweder speziell für den Kongress berufen worden waren oder sowieso schon im Dienst des Lehrstuhls standen.
Nach einer Vorbesprechung am 29.08. startete unser Einsatz am 24.09. um 13 Uhr, um das Schloss für den Empfang der Gäste herzurichten und die ersten Registrierungen zu betreuen. Tische mussten gerückt, Tischdekorationen verteilt und die Getränkelieferung angenommen werden.
Ein besonderer Clou waren die Kekse mit einer speziellen Prägung für den Frankoromanistenverband 2014 und den liebevoll vorsortierten M&M's in Frankreichfarben (wobei es sich bei den Weißen um Kaugummis handelte, wie der Selbsttest zeigte).
Zur selben Zeit wurde vor dem Schloss die Bühne für den Auftritt von Adel Tawil aufgebaut, der am Wochenende zum 750-jährigen Jubiläum des Sankt Paulus Doms spielen sollte. Diese Geschäftigkeit auf dem Vorplatz gab uns Einiges zum Schauen, auch wenn sie den Weg zum Schloss nicht gerade erleichterte.
Das Catering traf etwas verspätet ein, aber nachdem die Tische hergerichtet waren, bogen sie sich nur so vor Leckereien, die wir jedoch zunächst unangetastet lassen mussten, denn noch war der Eröffnungsvortrag nicht zu Ende.
Leider gab es keine veganen Optionen, weswegen eine unserer Kolleginnen in die Röhre schauen mussten, aber Fleischesser und Vegetarier kamen voll auf ihre Kosten und insbesondere der Nudelsalat mit getrockneten Tomaten, Datteln, Rucola und Parmesan hatte es mir angetan. Bevor sich das Team jedoch am Buffet gütlich tun konnte, was uns zum Glück erlaubt war, mussten natürlich erstmal die Gäste versorgt sein. Nachdem es alle zum Eröffnungsvortrag geschafft hatten, jeder mit einem Programmblatt ausgestattet und alle Nachzügler eingelassen wurden, hieß es erstmal warten, denn natürlich hatte die Festrednerin mehr zu sagen als vorgesehen. Als ihr Vortrag sich jedoch so langsam zum Ende neigte, bereiteten wir schon einmal die Tabletts für den Sektempfang vor, damit nachher alles reibungslos ablief.
Es gab Sekt, Sekt mit Orangensaft und Orangensaft pur, aber man musste natürlich abwägen, ob es nicht noch zu früh für den Sekt wäre, damit nicht schon alle Kohlensäure entweicht.
Das Team aus orange gekleideten Helfern - man hatte uns extra Erkennungsshirts bestellt in einer Farbe, die wohl jedem schmeichelt - war allerdings auch den Rest des Abends im Einsatz. An der Theke wurden Getränke ausgeschüttet, es sind aber auch immer welche rumgegangen, boten Getränke an, haben Getränkewünsche aufgenommen sowie leere Gläser und Teller wieder mitgenommen. Mit der Zeit waren dann die meisten Gäste versorgt und auch wir durften uns an Speisen und Getränken erfreuen, wobei der Alkoholkonsum zwar erlaubt war, aber natürlich von der Bedingung eingeschränkt wurde, dass wir hinterher noch in der Lage sein mussten aufzuräumen.
Der Arbeitstag endete um 20 nach 11 und ich war froh, bei einer Freundin zu schlafen, die praktisch nur um die Ecke wohnte, weil es am nächsten Tag um viertel nach 8 schon wieder losging. Ohne diese Übernachtungsmöglichkeit hätte ich nicht mitarbeiten können, da ich nicht mehr in Münster wohne, aber wozu hat man denn gute Freunde.
Für die kommenden Tage war die Kaffeeküche mein Bereich. Wir hatten zwar einen Dienstplan, der wechselnde Schichten vorsah, aber nachdem wir einmal an den großen Kaffeemaschinen eingearbeitet waren, warum sollte man dann wechseln und die Mädels im Kongressbüro schienen dort auch nicht mehr weg zu wollen. Der Tag fing jedoch erstmal damit an, dass wir in 2er Teams Wasser und Becher in die einzelnen Sektionsräume brachten und nach jedem Sektionsblock, wurde eine neue Runde gedreht, um zu sehen, wo leere Wasserflaschen eingesammelt werden konnte und wo neues Wasser ausgeliefert werden musste, damit die Vortragenden immer glücklich und hydriert bleiben konnten. Sobald diese erste Runde vorbei war, wurden die großen Kafeemaschinen mit Wasser gefüllt, der Kaffee abgemessen (genau 550 g auf 100 Tassen) und die Maschinen angemacht, weil sie nun einmal 1 Stunde zum durchlaufen brauchen. Gleichzeitig wurden im Kongressbüro jedoch noch Thermoskannen befühlt, damit auch heißes Wasser vorrätig war und auch schon der erste Kaffee augeschenkt werden konnte, bevor die ersten Großmaschinen fertig waren.
Am Ende des Kongresses hatte ich dann auch die Technik perkeftioniert, um mit Hilfe einer Serviette und eines Papptellers, den alten Kaffeesatz zu entleeren. Es war nämlich auch immer eine Frage des Abschätzens, wann man es schafft die großen Maschinen noch ein zweites Mal durchlaufen zu lassen und ob sich das überhaupt noch lohnt oder ob man den übrig gebliebenen alten Kaffee frühzeitig entleert, damit man sie noch einmal frisch aufsetzen kann. aus diesem Grund war die zweite Kaffeepause meist auch stressiger als die Erste, denn morgens schöpft man aus den Vollen, nachmittags muss man taktieren.
Insgesamt fand ich es ganz angenehm, dass man an der Kaffeestation so viel Kontak zu den Besuchern hatte und die Arbeit dort einen sehr kommunikativen Aspekt hat. Ich habe viele der romanistischen Eminenzen gesehen, deren Namen ich sonst nur aus Büchern kannte und ich habe mich sogar getraut, dem Vorsitzden des Verbandes zu sagen, dass er ein bisschen aussieht wie Christoph Waltz, worüber er sich gefreut hat. Nicht gewagt habe ich es leider Christian von Tschilschke anzusprechen, um ihm zu sagen, dass mich sein Sammelband "Docuficción" zu meiner Masterarbeit inspiriert hat. Das hätte ihn sicher auch gefreut zu hören, aber es gab einfach keine Gelegenheit sich unaufdringlich in sein Gespräch einzubringen.
Darüber hinaus waren wir bei dem Kaffeepausen-Team immer gut mit Essen versorgt. So gehörte es nicht nur zu unseren Aufgaben, die Keksteller stets frisch zu bestücken, wofür Frau Bauer-Funke Freitag sogar hatte Obst kaufen lassen, sondern der Frankoromanistentag wurde auch von zwei Restaurants unterstützt. Das Restaurant Orléans brachte jeden Nachmittag Zwiebelkuchen und Madeleines vorbei und die Crêperie du Ciel schickte sogar einen Burschen vorbei, der vor Ort im stilechten Outfit frische Mini-Galettes mit Käse und Kräutern fabrizierte.
Wenn gerade kein Andrang war, konnten wir zudem die Auslagen der verschiedenen Verlagstische studieren, was das ein oder andere interessante Gespräch anregte. So erfuhr ich z.B., dass die Tyronomie die Kunde der Käsenamen ist und dass es Sprachwissenschaftler gibt, die darüber ganze Bücher schreiben. Einer der Verlagsmenschen half uns überdies in essenzieller Weise beim Kaffeedienst aus, weil er uns mehrfach den Flaschenöffner an seinem Schlüsselbund lieh, denn wer hätte gedacht, dass Kaffeesahneflaschen unter der Abdeckung stets mit einem Kronkorken verschlossen sind.












