Had to get out and enjoy some of those rays ☀️☀️☀️💕💕💕

seen from Canada
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Had to get out and enjoy some of those rays ☀️☀️☀️💕💕💕
Off for a kick with a few mates. First time this year ☺️⚽
So, I didn't realise the net was just over the lense 😅 but this was me loving the weather this morning and waiting for some friends to turn up ⚽
Getting up early for a yoga session before work.
Football training tonight. Still rather excited about being out on a pitch after so many years 😊😊
Schon Entzugserscheinungen - Wann wird wieder gespielt? Was denkt ihr ... #fortunaköln #regionalligawest #fuppes (hier: Südstadion) https://www.instagram.com/p/B_kLMbSK7TH/?igshid=1ls6qh0rc30ed
Mit @einfachalles und @ttjn_k den 2:0 #Heimsieg feiern und sich auf den #DFB Pokal Mit @f95 freuen? Nach @1fckaiserslautern1900 dann wohl später im Jahr @Borussia #F95 #F95fck #borussia #F95borussia #DFBPokal #Bundesliga #Fussball #fuppes #soccer (hier: ESPRIT arena)
Hybris
Worttrennung:
Hy·b·ris, kein Plural
Aussprache:
IPA: [ˈhyːbʀɪs]
Bedeutungen:
[1] realitätsfernes, maßloses und unangemessenes Vertrauen in die Handlungen der eigenen Person (Zusatz: des eigenen Volkes, bezeichnet mit “wir”)
Tatsächlich dachte ich, meinen Blogpost zum Thema Fußball für das heute das Ende findende Turnier schon geschrieben zu haben. Doch die Reflexe, die auf das Ausscheiden der deutschen Mannschaft folgten und sich in Presseprodukten sowie meinem Social-Media-Biotop niederschlugen, nötigen mich doch noch zu einer Reaktion. Ich mache es kurz, versprochen.
Sicherlich bin ich inzwischen als Joachim-Löw-Fanboy bekannt, und ja, ich weiß, dass er ein wenig seltsam ist, vielleicht auch nicht der sympathischste Mensch und Sportlehrer. Keine Ahnung, ob ich Lust hätte, mit ihm ein Bier trinken zu gehen, wir hätten uns wahrscheinlich nicht viel zu sagen. Egal - der Grund, ihn gut zu finden, ist vor allen der, dass ich weiß, wie der Fußball aussah, den die deutsche Mannschaft gespielt hat, bevor er da war (also vor 2004). Das kann heute keiner mehr ernsthaft sehen wollen.
Seit Löw Trainer ist, hat die deutsche Mannschaft eine Idee vom Spiel. In der Zeit von 2004-2010 basierte diese vor allem auf Vertikalität, also dem Gegner schnell und überfallartig den Raum abzutrotzen. Mehr oder weniger kann man das auch schnelles Umschaltspiel nennen. Höhepunkt war dabei die WM 2010, auch weil Kraftmeier Ballack nicht mehr mit dabei war, der die ersten Jahre noch mitprägte, aber eigentlich ein Spieler älteren Typs war. Nach der WM 2010 war Löw gezwungen, diese Spielidee weiterzuentwickeln. Einerseits hatte Spanien Deutschland zweimal deutlich dessen Grenzen aufgezeigt, andererseits tat nach den Überraschungserfolgen 2010 keine Mannschaft der deutschen mehr den Gefallen, so offen zu stehen, als dass man sie schnell und vertikal überwinden konnte.
Löw musste also eine Ballbesitzmannschaft kreieren, die das komplette Spiel in des Gegners Hälfte verbringt und die kontinuierliche Nadelstiche setzt, bis irgendwann einer sitzt. Ich fand es sehr erstaunlich, wie gut dies gelang. Nach dem Aus im Halbfinale 2010 gegen Spanien gewann die deutsche Mannschaft 15 Pflichtspiele hintereinander (die gesamte Qualifikation zur EM 2012, die Vorrunde dieser EM u.a. gegen die illustren Gegner Portugal und Niederlande, sowie das Viertelfinale gegen Griechenland). Dann kam Italien und alles wurde in Frage gestellt. Nach dem Italien-Spiel hatte die deutsche Mannschaft kein Turnierspiel mehr verloren (und nebenbei die WM 2014 in Brasilien gewonnen), bis zum Halbfinale vor drei Tagen gegen Frankreich, das sie unglücklich herschenkte. Und sofort kommen wieder alle aus den Löchern: Da fehle die Durchschlagskraft, weil Podolski mit dabei war, konnte der Kader nur falsch zusammengestellt worden sein (man hätte ja … öhm … Lasogga … mitnehmen können?), die Körpersprache war die Falsche, da hätte man mal Zeichen setzen müssen und der ganze Schmu halt wieder. Was bei mir davon ankommt: Solange sich eine deutsche Mannschaft nur genug auf deutsche Tugenden besinnt, gehören die Pokale der Länderfußballturniere eigentlich immer ihr. Weil am deutschen Wesen …
Nein, natürlich hat nicht jeder Löw-Kritiker rassistische Motive, das will ich gar nicht behaupten. Aber ein großer Teil der Kritik basiert auf irgendeiner gedachten Überlegenheit, von “uns” (nein, ich sage das nicht. Nie) gegenüber den anderen antretenden Mannschaften.
Exemplifizieren lässt sich das an der Kontroverse, ob sich eine deutsche 11 taktisch an einen Gegner anpassen darf oder ob das für alle Zeiten verboten werden sollte, weil blasphemisch oder so. Nennen wir es Scholl-Diktum. Die Geschichte hätte Scholl gelehrt haben sollen, dass ihre Gräben voll sind mit überlegenen, aber gescheiterten Kriegsparteien, die gegen gut auf sie eingestellte Gegner verloren. Weil Kriege und Fußballspiele eben immer auf Aktion und Reaktion, auf Überraschungstaktiken und Anpassungen beruhen. Ich beschränke mich hier mal auf ein Beispiel: In diesem Artikel kann man perfekt nachlesen, wie die seit Jahren eigentlich überlegene spanische Armada an einer simplen taktischen Ausrichtung - der Dreierkette scheiterte: Nicht einmal, nicht zweimal, sondern gleich dreimaleinhalbmal (Italien 2012 so halb - Niederlande 2014 - Chile 2014 - Italien 2016). Resultat: Spanien schied bei den letzten beiden Turnieren früh aus.
Selbst wenn sie nicht rassistisch ist - die Auffassung “Wir sind so stark, wir müssen uns an niemanden anpassen, wir laufen allen ins offene Messer, weil uns Messer gar nichts anhaben können” von Scholl und Konsorten ist Hybris, nichts weiter.
Die gesellschaftliche Konstruktion des Fußballspiels
Manchmal denke ich, meine Erinnerungen werden durch die Ereignisse einer Reihe von epischen Fußballspielen zusammengehalten. Schon während ich das Match am letzten Samstag gegen Italien verfolgte, wusste ich, dass ich es mir auch in vielen Jahren noch vor Augen holen können werde und dass ich mir auch dann die Gesamteszenerie des Gemäldes wieder zusammenkonstruieren kann. Ich erinnere mich an Spiele, die teils über 30 Jahre zurückliegen (das erste ist, glaube ich, Deutschland gegen Algerien 1982), ich weiß, wer die Tore geschossen hat, wie und in welcher Reihenfolge, manchmal sogar in welcher Spielminute sie gefallen sind. Ich weiß sogar, wo und mit wem ich diese Spiele geschaut habe. Ich weiß, was ich auf den Heimwegen gedacht habe, wenn ich sie auswärts schaute und wie die Leute auf mich wirkten, denen ich dabei begegnete.
Manche dieser Spiele brennen sich tiefer ein als andere, viele der Konstruktionen werden von mir nachträglich erweitert, indem ich mir Aufzeichnungen einzelner Szenen noch einmal anschaue in dem riesigen Datenspeicher Internet, den wir zur Verfügung habe. Oder indem ich mitreißende Texte anderer, leidenschaftlicher Fußballgucker lese und ich deren Gedanken in die meinen diffundieren lasse. Ich weiß nicht, weshalb mir das Ganze über Jahrzehnte so präsent ist. Vielleicht ist es die Sehnsucht, epische Schlachten miterleben zu wollen. Tragische Helden, die unglücklich scheitern. Schurken, die triumphieren, um beim nächsten Turnier dann schmählich auszuscheiden. Ja, ich glaube, große Länderturniere bilden für mich eine Art mythische Welt, deren Pforten sich alle zwei Jahre öffnen und den Blick freigeben auf die ewig schwelenden Schlachten ausgewiesener Fußballnationen.
Die Rollen der Helden und Schurken sind dabei nicht für alle Zeiten verteilt, sondern werden immer wieder neu vergeben. Lange war die Rolle der Schurken den Deutschen vorbehalten, mit ihrer erfolgreichen, aber doch so zynischen Spielweise. Mit ihren Schnauzbärten und Vokuhilas. Mit Abstrichen trifft das auch auf die Italiener und Argentinier zu. Auf der anderen Seite die Brasilianer, die entweder famos auftraten und scheiterten oder eben doch pragmatisch und die Turniere gewannen. Die Holländer und Spanier, die schön spielten, aber so gut wie nie was holten (Ausnahme ‘88 und die Zeit seit ‘08). Die Dänen, die im Urlaub Schwung aufnahmen, um dann als Nachrücker ‘92 die EM zu gewinnen. Die Griechen, denen gleiches ‘04 mit Beton gelang.
Die Zeiten haben sich geändert. Widerstreitende Ideen vom modernen Fußball haben das Heft des Handelns in die Hand genommen. Deutsche Nationalmannschaften spielen plötzlich so, dass es mir mitunter Tränen in den Augen treibt bei gelungenen Spielzügen. Dafür verschießen sie nun Elfmeter (ich fragte mich das schon 2010, ob dieses Element in der neuen Zeit auch dazu gehört. Wie gegen Italien zu sehen war: Ja. Gehört es. Und wie). Mit Abstrichen seit 2006 hänge ich an dieser Mannschaft, an ihrem Stil, an ihrem Auftreten. Und es lässt nicht nach, im Gegenteil. Ich hatte auch Gefallen gefunden an den Halbfinal- und Finalniederlagen. Immer wieder und überaus tragischerweise kurz vor dem Ende scheitern übt eine immense Anziehung auf mich aus. Es lassen sich dazu einfach die besseren Geschichten konstruieren als zu drögen Seriensiegern. Nur viermal hintereinander gegen Spanien oder Italien zu verlieren (zumal, wenn man neben einer italienisch-spanischen Großfamilie wohnt) war dann auch mir genug. Deshalb habe ich den Titel ‘14 und das Italienspiel vom Samstag gerne mitgenommen. Natürlich auch, weil ich die ganzen altvorderen Ghule mit ihrem Löw/Weicheier-Bashing nicht mehr hören konnte. Aber das ist ein anderes Thema.
Nun ist der Tag vor dem EM-Halbfinale, in dem die deutsche Mannschaft abermals eine Rolle spielen wird. Welche man ihr da genau zuteilt, ist noch überaus unklar. Aber es ist gleichgültig, was passieren wird - es wird Teil der Erzählung werden, die auf lange Zeit einen Teil von mir ausmachen wird. Nicht, weil ich handelnde Person bin, sondern ein Chronist. Ein persönlicher und überaus subjektiver.