Captain Eleanor "The Phoenix" Amaranthine
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Captain Eleanor "The Phoenix" Amaranthine
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Fund des Abends :)
Das Kapitel heißt nicht Rechtskampf sondern Rechtskrrrampf . Heute heiße ich Monika Donner und in meiner Geburtsurkunde steht "weiblich". Auf dem Weg dorthin lagen einige behördliche Steine, die es für mich und andere aus dem Weg zu räumen galt.
Dem sozialen Druck, mich einer geschlechtsanpassenden Operation (gaOP) zu unterziehen, habe ich nicht nachgegeben. Zur Klarstellung sei gesagt: Wer es für sein Seelenheil braucht, sich Penis, Hoden und Samenleiter wegoperieren und eine sogenannte Neovagina formen zu lassen, soll es bitte tun. Bei mir stellen sich allerdings schon beim Gedanken daran die Nackenhaare auf. Dies auch, weil keine Operation der Welt ein anderes biologisches Geschlecht erschaffen, sondern nur das alte äußerlich anpassen kann, wie ja schon der Name der Operation sagt. Zur Aufrechterhaltung einer künstlich bipolaren Geschlechterwelt wollte ich mich nicht körperlich zurechtschneiden, unfruchtbar machen und seelisch verstümmeln lassen. Ich habe einen Weg gefunden, Weibliches und Männliches in mir zu vereinen und mich als Gesamtwesen zu lieben. Wer das nicht akzeptieren kann, befindet sich im Kampf mit meinem Ego.
Es folgt nun Behördliches aus dem Leben einer Transfrau ohne gaOP. Als solche mein weibliches soziales Geschlecht rechtlich abzusichern und einen weiblichen Vornamen zu wählen, schien im 21. Jahrhundert, gelinde gesagt, „nicht ganz einfach“ zu sein. Ich habe mir jedoch einen sogenannten Randvermerk „Weiblich seit … “ im Geburtenbuch und den Vornamen „Monika“ in einem langen Rechtskampf erkämpft. In Österreich wurden nämlich bis 2010 transidente Menschen, darunter auch Freundinnen, durch die Behörden indirekt zu schwerwiegenden operativen Eingriffen gezwungen, indem man ihnen ohne solche Operationen die rechtliche Anerkennung als Frauen verweigerte. Dasselbe galt im umgekehrten Sinn auch für Transmänner, also ehemalige Frauen, die als Männer leben.
Privatkrieg gegen staatliche Windmühlen gewonnen
Nach einigen gescheiterten freundlichen Versuchen habe ich den Papierkrieg mit dem Innenministerium (BMI) aufgenommen; und – gemeinsam mit Michaela Pilz – zuerst eine Schlacht und dann den Krieg gewonnen. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat mir schließlich Recht gegeben, dass ein schwerwiegender Eingriff wie der einer gaOP keineswegs Voraussetzung zur Personenstandsänderung ist. Nach dieser gewonnen Papierschlacht und einer Strafanzeige gegen die Leitung des Innenministeriums – flankiert von Berichten in Fernsehen, Printmedien und Internet (siehe unter Medien) – konnten es die Verwaltungsbehörden nicht weiterhin riskieren, die Entscheidungen der Höchstgerichte zu ignorieren …
Der ganze Affenzirkus war nur nötig, weil wir einen Gesetzgeber haben, der lieber kindische Sandkistenspielchen um seine lächerliche politische Macht betreibt, anstatt konstruktiv zu arbeiten. Dazu kommt das vielfach zu beobachtende Phänomen, dass man in den Beamtenburgen kaum auf entscheidungsfreudige Individuen trifft. Entscheidungsfreudigkeit wird einerseits den „kleinen“ Beamten nur ganz selten eingeräumt und andererseits von „höheren“ Beamten so gut wie nicht praktiziert. Eine Fehlentscheidung, d.h. eine mit der politischen Couleur der Ressortleitung nicht korrespondierende Entscheidung könnte schließlich den Arbeitsplatz kosten. Während die einen verbale Dauerheißluft blasen, werden alle unmittelbar Beteiligten durch die Gesamtsituation belastet: der rechtsunterworfene Bürger und das „arme Schwein“ (Beamte), das den durch Obrigkeiten (Politik) fabrizierten Mist dem Bürger erklären und sich damit unbeliebt machen muss. Der Einfluss der virulent sexuellen, antichristlichen Katholikenzentrale Vatikan auf die vermeintlich christliche ÖVP muss so stark sein, dass sich das Parlament trotz mehrfacher Interventionen bis jetzt nicht dazu durchringen konnte, eine gesetzliche Regelung für transsexuelle Menschen zu schaffen, die den Anforderungen des internationalen Menschenrechts gerecht wird. Soweit zum Thema gelebtes Christentum.
Operationszwang auch in Deutschland, der Schweiz und Italien aufgehoben
Was Michaela Pilz und ich in Österreich erreicht hatten, beeinflusste auch die deutsche, schweizer und italienische Rechtsprechung. Im Jänner 2011 hob das deutsche Bundesverfassungsgericht (BVerfG) einige Bestimmungen des Transsexuellengesetzes (etwas, das man in Österreich immer noch nicht hat) wegen Verfassungswidrigkeit auf. Das deutsche BVerfG wies bei seinen Erwägungen ausdrücklich auf die Entscheidung des österreichischen Verfassungsgerichtshofs in meinem Fall hin. Hauptsächlich ging es dem BVerfG darum, dass Transsexuelle auch dann eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründen können, wenn sie sich keiner gaOP unterzogen haben. Es darf dabei, so das BVerfG, hinsichtlich des Personenstands nicht auf eine gaOP abgestellt werden. Deutsche Transsexuelle können daher seit 11. Jänner 2011 auch ohne diese Operation und ohne sich dauernd fortpflanzungsunfähig machen zu lassen, personenstandsrechtlich im gelebten Geschlecht rechtliche Anerkennung finden. Ähnliches gilt für die Schweiz und Italien. Mehr dazu unter „Personenstand“
Gibt es ein Bedauern nach der Transition?
In zwei Facebook Gruppen, wurde letztens über eine Frage diskutiert, nämlich, wie das Verfahren aussieht, wenn man eine Vornamen- und/oder Personenstandsänderung hinter sich hat und wieder zurück möchte. Ich möchte hier nichts über die rechtlichen Gegebenheiten schreiben, denn dazu kenne ich mich zu wenig aus, aber ich möchte hier gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben.
Warum kann es sein, daß jemand, die schon rechtlich gesehen ihren Namen und ihren Personenstand geändert hat und/oder vielleicht sogar schon einige Schritte in Richtung Geschlechtsangleichung getan hat, dies wieder rückgängig machen möchte? Ich denke, da gibt es viele Gründe, die jemand dazu veranlassen kann, dieses in Erwägung zu ziehen, dies könnten unter anderem folgende sein:
Ablehnung durch das familiäre und soziale Umfeld
Die Transition wurde erst im fortgeschrittenen Alter begonnen
Körperliche Gegebenheiten, die die Akzeptanz in der anderen Rolle erschweren
unrealistische Erwartungen an die Transition
Das Ergebnis der Geschlechtsangleichung entspricht nicht den Erwartungen
schwere psychische Störungen, die in keinem Zusammenhang mit der Transsexualtiät stehen
Die Ablehnung duch das familiäre und soziale Umfeld ist, sicherlich ein Punkt der bei jeder anders auftritt bzw. auch verarbeitet wird. Manche der transidenten Frauen, die ich kenne (Ich kenne leider nur sehr wenige Transmänner), ist dies sicherlich ein Punkt, der bei der einen oder anderen mal dazu geführt hat, sich zu fragen, warum mache ich das alles, wenn ich am Ende von allen abgelehnt werde und alleine da stehe? Manche Menschen brauchen sehr viel Nähe, andere weniger und Menschen, die viel Nähe zu ihren Mitmenschen benötigen, leiden wahrscheinlich auch am meisten unter Ablehnung und Diskriminierung. Gerade wenn der Wunsch nach einer/einem Partnerin/Partner sehr hoch ist und dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht, weil die potentiellen Partnerinnen/Partner einen ablehnen, weil man in deren Augen, keine richtige Frau bzw. richtiger Mann ist, kann man sich schon mal fragen, hat sich das alles gelohnt oder lohnt es sich noch? Wäre ich in der alten Rolle vielleicht besser dran oder werde ich dann aus den gleichen Gründen abgelehnt, aber die Ablehnung würde nicht sofort beim Kennenlernen passieren?
Die nächsten vier Punkte haben eine gewisse inneren Zusammenhang, wie ich finde. Je nach körperlichen Gegebenheiten und Alter, können die Ergebnisse der Transition, also der Gabe von Hormonen und den sonstigen geschlechtsangleichenden Schritten, nicht zu dem Ergebnis führen, das man sich davon erhofft hat. Klar, man kann sich die Brüste vergrössern lassen, die geschlechtsangleichende Operation durchführen lassen, die Haare im Gesicht entfernen lassen, sich eventuell Haare verpflanzen lassen um kahle Stellen zu bedecken und schließlich sogar sogenannte gesichtsfeminisierende Operationen durchfühen lassen und dennoch kann es sein, daß die Person, obwohl sie von den meisten Menschen als sehr weiblich angesehen wird, sich selbst immer noch ablehnt und mit sich unzufrieden ist. Bei solchen Personen, habe ich immer das Gefühl, daß diese Personen noch andere Probleme haben, als die Transidentität. Gerade hier würde meiner Meinung nach eine Psychotherapie helfen, damit sie mit sich ins Reine gelangen können. Ich glaube, daß sie, egal wieviele Operationen, sie durchführen lassen würden, sie nie mit sich zufrieden sind. Das liegt wahrscheinlich an den Vorstellungen zusammen, was sie über das Aussehen von Frauen haben und wie eine Frau auszusehen hat. Oftmals haben diese Personen, die Vorstellung, eine Frau ist nur dann eine Frau, wenn sie aussieht wie ein Modell und wenn sie es selbst nicht schaffen so auszusehen, sie keine Frau sein können und nicht akzeptiert werden würden. Mir tun diese Menschen immer leid, denn Frauen sind so vielfältig in ihrem Aussehen und ihrem Auftreten, daß man sich selbst das Leben unnötig schwer macht, wenn man versucht, dem allgemein gültigen Schönheitsideal nachzujagen. Nur die wenigsten Frauen schaffen es, dieses Ideal zu erreichen und für Transfrauen ist es noch schwerer, da bei den meisten die körperlichen Gegebenheiten ein Gelingen verhindern. Ich erlebe, daß auch CIS-Frauen (CIS ist das Gegenteil von Trans), die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ihnen eventuell ihr Frau sein angezweifelt wird. Gerade wenn eine Frau groß und kräftig ist.
Ich denke, daß die meisten Menschen etwas haben, daß sie an sich ändern würden, wenn sie dies könnten. Es ist nur die Frage, wie sehr leide ich darunter und wie sehr mache ich mein Äusseres davon abhängig, daß ich zufrieden bin. Ich für mein Teil, bin ganz zufrieden, mit meinem Äusseren. Das heißt nicht, daß ich nicht gerne, das eine oder andere ändern lassen würde, aber ich versuche, mit dem was ist, zufrieden zu sein. Zumindest kann ich dies jetzt tun, nachdem ich einen Stand erreicht habe, der für mich richtig ist.
Wenn neben den allgemeinen körperlichen Unzulänglichkeiten, noch eine geschlechtsangleichende Operation dazu kommt, nach der man eventuell ständig Schmerzen hat, inkontinent ist, ständig zum Arzt muß oder keinen Spaß mehr beim Sex empfinden kann, dann ist das sicherlich sehr belastend und ich kann das Bedauern über die Transition verstehen. Wenn etwas medizinisch schief gelaufen ist, dann kann man immer noch versuchen, das Beste daraus zu machen, in dem man sich in die Hände eines Chirurgen begibt, der es versteht, solche Probleme zu beheben. In wie weit da Hilfe möglich ist, hängt wahrscheinlich vom Einzelfall ab.
Zu den psychischen Störungen kann und möchte ich nichts schreiben, denn dabei kenne ich mich nicht aus. Ich weiß nur, daß es psychische Störungen gibt, bei denen die Person glaubt, transsexuell zu sein, dies aber nicht ist. Gute Gutachter und Psychotherapeuten sollten dieses erkennen können.
Was kann man tun um so etwas, wie eine Rückabwicklung der Transition zu verhindern? Ich glaube, das Beste, das man hier tun könnte, ist, die Hürden für eine Vornamensänderung bzw. Personenstandsänderung zu verringern. Ich bin der festen Überzeugung, daß sich Niemand leichtfertig, der Gefahr von Ausgrenzung, Diskriminierung und Arbeitslosigkeit aussetzt, um seinen Namen und seine Geschlechtsrolle zu wechseln, die ihr auf Grund der körperlichen Merkmale bei der Geburt zugeschrieben wurden. Die transidenten Menschen, die ich bis jetzt kennengelernt habe, haben sich diesen Schritt vorher lange und gut überlegt und ich kenne auch einige, die sind für sich zum Schluß gekommen, diesen Schritt nicht zu wagen, eben aus einem der oben genannten Punkte. Diese leben nur gelegentlich in der weiblichen Rolle und die anderen, die ich kenne, bereuen es nicht. Aber selbst wenn man die Hürden hoch setzen würde, also noch höher als jetzt, liese sich nicht verhindern, daß es Menschen geben wird, die ihren Rollenwechsel wieder rückgängig machen würden, aber mit der Gefahr muß man glaube ich als Gesellschaft leben. Dafür, daß vielleicht nur 1 bis 2 % derjenigen, die einen Rollenwechsel durchgeführt haben, diesen danach wieder rückgängig machen lassen, 98% der Andern, deswegen unnötigen Schickanen auszusetzen, ist meiner Meinung nach eine übertriebene Vorsicht und führt zu vielfachen Leid und ist einer modernen Gesellschaft unwürdig.
Was haltet ihr davon? Kennt ihr jemanden, der/die den Weg wieder zurück in das Geburtsgeschlecht angetreten ist? Wie kann man verhindern, daß dies passiert? Schreibt mir bitte eure Meinung in die Kommentare zu dem Artikel hier.
via Blogger http://www.michaela-bodensee.de/2015/06/gibt-es-ein-bedauern-nach-der-transition.html
Ich sage ein paar Worte zum 10 jährigen Jubiläum von YuoTube und danach, wie zufrieden ich mit der geschlechtsangleichenden Operation bin, die ich am 13. Februar vor 3 Jahren hatte.