Jeder Schlag in meinem Herzen will dir beichten: Ich liebe dich mehr als all die Worte es beschreiben
Zate - Du teil 2
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Jeder Schlag in meinem Herzen will dir beichten: Ich liebe dich mehr als all die Worte es beschreiben
Zate - Du teil 2
Woran merkt man, ob jemand womöglich emotional unreif ist und wie geht man damit um? Was US-Psychologin Nicole LePera rät.
Manche Dinge haben Einzug gehalten und sich dann irgendwie etabliert. Ist es in Ordnung wenn unstrukturiert kritisiert wird und niemand greift ein, wie man es gegenwärtig bei der ehemaligen twitter-Plattform zu machen scheint?
Der Verhandlungswissenschaftler Daniel Shapiro hat einmal beschrieben, wenn Menschen in einem Raum sind dann schweben sie meist in einer Gedankenwolke, was die Wechselwirkungen in Gesprächen beeinflusst. In Räumen der Unbefangenheit ist es gut wenn sich daraus eine Struktur, eine für diese Zeit entsprechende Kultur entwickelt. Wenn es aber darum geht gesteckte Ziele erreichen zu wollen, oder es für jemanden in einer Gruppe wichtig sein kann das man sich durchsetzen muss, dann ist es wichtig sich vor dem Betreten einer solchen Runde klar zu machen was man erreichen, erzielen will.
In solchen Fällen kennt man sein Ziel klar, ist aber trotzdem in der Lage Kompromisse einzugehen. Kompromisse benötigt man ein manches mal wenn man eine gemeinsame Position finden will. Die Lösung ist also nicht immer sich zu trennen oder den einfachsten Weg des Zusammenlebens zu finden, vielmehr geht es in Gruppen, in Zweiergesprächen oft darum auch Frustrationen möglichst zu meiden. Denn Frustrationen sind nur ein hinausgeschobenes ungelöstes Problem und der Vorgang des Verhandelns wird irgendwann erneut aufkommen.
Die Sogwirkung allerdings, wenn Menschen frustriert sind, sich anonym im Netz über andere auszulassen hat ein sehr hohes Potenzial. Man sagt Dinge die man in der Realität vermutlich nicht sagen würde. Ich weis über den anderen Menschen nichts, nicht wie dieser sozialisiert ist, nicht was diesen in eine besondere Lage gebracht haben könnte oder welche Erfahrungen dieser gemacht hat. Was aber vor allem im Netz fehlt, das ist die Fähigkeit nonverbale Signale zu interpretieren. Wenn ich einem Menschen etwas zufüge, dann kann ich das oft am Gesicht erkennen und bei vielen entsteht auch dann ein Spiegelungseffekt in der Mikroexpression, vielen Kleinstsignalen die aus mir abzulesen sind, und das lässt mich vorsichtiger werden.
Hinzukommt das auch Medienmachende Organisationen im Grunde kaum in der Lage sind sich neutral zu verhalten. So konnte ich einer Dokumentation entnehmen wie intensiv sich Facebook in einen vorausgehenden US-Wahlkampf eingemischt hat. Die Algorithmen wurde entsprechend manipuliert und angepasst. Journalismus muss immer versuchen sich neutral zu verhalten und zu geben. Aber, Organisationen oder Menschen die eine angebliche Machtgrösse oder mediale Reichweite erreicht haben, haben selbst mit dieser Form des Einflusses zu kämpfen. Das Gefühl von Macht bringt Erhabenheit mit sich, man wird sich selbst plötzlich noch wichtiger, glaubt man hätte Macht mit der Welt tun zu können was man will.
Meines Erachtens gilt es sich dabei abzugrenzen. Wenn der Staat oder anderen Einrichtungen nicht in der Lage sind mich vor solchen Dingen zu schützen, dann muss ich das selbst tun. Glücklicherweise gibt es heute die Möglichkeit die es früher weniger gab. Es gibt Alternativen.
Trotzdem geht es in solchen Themen immer auch um etwas grundsätzliches. In Bereichen wie Gruppen oder sozialen Gefügen geht es häufig um die Frage nach Loyalität. Und gerade bei Loyalität stellt sich immer die Frage, welche Position habe ich in einem Gefüge. Das ist der Ansatz mit einer sehr grossen Reichweite für mich und mein Leben. Handanlegen tue ich hierbei mutmasslich nur wenn ich betroffen bin. Selten weil ich mich verbessern möchte. Wenn ich also einer Kritik ausgesetzt bin, dann ist es gut wenn ich das Gegenüber nicht beschuldige, sondern wenn ich mir denke es ist erst einmal ein Spiegel meiner inneren Seele. Damit hinterfrage ich mich selbst. Von nun an gebe ich mich selbstkritisch. Und genau zu diesem Zeitpunkt bin ich dann in der Lage nicht nur mich selbst zu korrigieren, sondern auch meine Haltung.
Denn von nun an kann ich mir vornehmen, ich halte mich von Menschen oder Gruppen, von denen bekannt ist das sie mich in der Form kritisieren fern! Das ist instinktives Fluchtverhalten. Sich angezogen zu fühlen, kaum davon wegkommen zu können oder wollen, dieses Problem muss auf einer anderen Eben bei sich selbst geklärt werden. Die Macht liegt dabei aber weniger bei Social Media, sondern darin das Social Media so viele gleichgesinnte anzieht, die wie ich, alle das gleiche Bedürfnis haben. Wenn mir das bewusst ist, dann bin ich in der Lage meine schwäche zu erkennen und zu verstehen. Von jetzt an habe ich eine andere Position, die Waffen zur verbalen Verteidigung sind gezückt, ich kann mich dem ganzen neu stellen oder meine Position halten und Fernbleiben.
Das ist nicht nur ein Selbstschutz, sondern in einer Zeit neuer Herausforderungen ein wichtiger Akt der gesellschaftlichen Teilhabe.
Ein weiteres wichtiges Thema dabei ist, das verbale Abgrenzen. Aktuell lese ich erneut Daniel Golemans Emotionale Intelligenz, weil Auszüge dieses Buches auch in der Organisation bei der ich arbeite empfohlen sind. Schon das Thema an sich spricht also in diese Zeit. Ein Artikel hat mich nun aber noch dazu eingeladen diesen Punkt herauszugreifen. Goleman beschreibt im Buch das einem selbst damit geholfen ist wenn man lernt mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Wenn man lernt diese regulatorisch einzusetzen.
Der Artikel den ich lese beschreibt das Menschen die eben nicht mit diesen Gefühlen umgehen können als unreife Persönlichkeiten. Ein interessanter Ansatz, weil ich als Mensch auf dem Weg zu meiner Charakterbildung, Charakterformung lernen müsste den Fokus auf diese Form der Herausbildung zu fokussieren. Ich als Aussenstehender kann auch hier einen Spiegel ansetzen und mich hinterfragen ob mir das gelingt. Meine Langzeitbeobachtung nach halte ich es für eine grosse gesellschaftliche Schwäche sich selbst immer ins beste Licht rücken zu wollen. Bekanntermassen lenkt man von sich ab. Insofern ist darin schon eine Wahrheit zu finden. Ich bin auf Krawall gebürstet wenn ich in die Lage komme anderen Vorwürfe machen zu wollen.
Ob ich nun selbst betroffen bin oder nicht, glaube ich das es in der Gesellschaft wichtig ist sich in den Satzformen so zu verhalten das ich meine Schwächen als Vorteile erkenne, nutze und vor allem auch kommuniziere.
Ich bin gut wie ich bin ist dazu ein wichtiger Schlüssel. Denn die Spiegelung von Hasskommentaren kommt nicht von irgendwo her. Ein Grossteil der Menschen ist von Grund auf durch Erziehung angeblich unzulänglich. Mach dir daher klar, du bist ok wie du bist und von deiner Sorte gibt es noch mehr!
Konfliktfreie Kommunikation hat ihren Ansatz darin, du machst einem anderen Menschen nicht etwa den Vorwurf und beschreibst, "Du denkst nicht an mich, du beachtest mich nicht, du gehst nachteilig mit mir um, etc.".
Vielmehr verlangt eine Umkehr meines Denkens die Sätze so zu formulieren als das ich unpässlich erscheine. Auf diese Weise kann dich dein Gegenüber hervor heben, anders als die herabzusetzen. Auf diese Weise grenze ich beide Seiten ab. Wenn du das nicht kannst, dann bist du an der Grenze deines Egos angekommen und musst deine Haltung durchaus hinterfragen. Der Spiegel in der Gesellschaft wird dies für sich übernehmen und das führt eine Kultivierung herbei. Ich formuliere daher meinen Satz in Formen wie: "Ich habe mich unbeachtet gefühlt, ich habe mich benachteiligt gefühlt, ich habe mich unberücksichtigt gefühlt". Anderen Vorwürfe zu machen bringt lediglich Gegenübertragungen mit sich. Ich übergebe einem anderen zu diesem Zeitpunkt mein Gefühl, der dann mit dieser Gefühlsübertragung spontan antwortet und daher eine Gegenkritik zu erwarten ist. Natürlich kann man hier vieles unterstellen und vor allem davon ausgehen das jemand auf die Dränedrüse drückt. Trotzdem muss man sich auch klar machen, das jemand dem ich Vorwürfe mache, selbst einer Person die hochqualifiziert wäre, das man spontan, wenn nicht auch aus dem Affekt in eine Verteidigungsposition über geht. Die Fähigkeit Waffen im Krieg einzusetzen sollte man darauf beschränken diese auch nur zu Kriegszeiten einzusetzen. Wenn du also nicht im Krieg bist und daran orientiert Dialoge zunächst möglichst positiv und friedlich besprechen zu wollen, dann greife nicht jemanden an, in dem du deinem Gegenüber Vorwürfe machst. Denn damit geht der Gesprächspartner, Partnerin in Angriffs oder Verteidigungsposition über. Es scheint an der Zeit zu sein das wir im Wunsch nach einem friedlicheren Miteinander auch wieder solche Positionen einnehmen und uns entsprechend Kultivieren wollen.
Egal wie viele Gefühle du in dir trägst, wenn sie die Person, die du liebst nicht erreichen, sind sie bedeutungslos..
Junjo Romantica, Anime