Der Sturm und der Gleichschritt
Ich habe irgendwann beschlossen mich mehr zurückzuhalten, weil ich gemerkt habe, dass sich hinter mir manchmal Welten auftaten sobald ich losstürmte. Ich sürmte oft nach vorn und die, mit denen ich eigentlich sein wollte blieben hinter mir zurück, machten es sich in einem gemütlichen Gleichschritt bequem und nahmen den Berg ganz gelassen und in Ruhe. Da vorne wo ich stürmte war meist niemand. Und als ich dann auf dem Berg stand musste ich oben warten, hatte den ganzen Weg alleine bewältigt obwohl doch der Weg das eigentliche Ziel war und es sich gelohnt hätte diesen mit anderen zu gehen. Ich habe dann irgendwann beschlossen mich mehr zurückzuhalten, weil ich gemerkt habe, dass ich Kreise drehte, Umwege ging, zu viel nahm, zu viel gab und das alles furchtbar anstrengend war. Die Genügsamkeit anderer faszinierte mich und ich wollte das auch. Doch jetzt, wenn ich den Berg ganz gelassen im Gleichschritt und in Ruhe mit den anderen gehe, stürmt mein Kopf weiter, dreht Kreise, geht Umwege, will nehmen und geben, doch ich gebe ihm nichts. Was nützt es mir mit den anderen gemeinsam zu sein, wenn mein Kopf doch ganz wo anders ist. Dann kann ich doch genauso gut wieder stürmisch sein. Mal wieder einfach meinem inneren Tempo nachgehen. Auch wenn ich dann streckenweise alleine gehen muss. Vielleicht begegnet mir auf meinem Weg ja doch auch mal jemand in meinem Tempo. Und auch wenn da niemand kommt, geht es denn immer nur darum den Weg gemeinsam mit anderen zu gehen? Gehen nicht auch die, im gemeinsamen Gleichschritt alleine? Geh nicht auch ich, in meinem Sturm gemeinsam mit den anderen? Gemeinsamsein und Alleinesein sind relativ. Ich bin nicht alleine wenn ich stürme. Im Herzen bin ich verbunden mit denen die sich mir verbunden fühlen. Und die, die im Gleichschritt zusammen gehen sind manchmal auch alleine.














