Die seltsame Formation, die Sie hier auf dem Foto sehen, ist ein sogenannter Schlammvulkan – aufgenommen im indonesischen Bledug Kuwu. Doch der Name trügt: "Mit Vulkanismus hat dieses Phänomen rein gar nichts zu tun", erklärt Franck Lavigne, Experte für Geomorphologie am französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS/Universität Paris 1)", selbst wenn der kleine Krater in der Mitte an einen Vulkan erinnert und hier ja tatsächlich etwas aus der Erdkruste herausgestoßen wird." Dieses Etwas allerdings ist keine Lava, sondern aufgeschlämmter – das heißt wasserreicher – und bisweilen auch mit Erdgas oder Erdöl durchsetzter Ton, der aus den tieferen tonhaltigen Sedimentschichten nach oben dringt. "Riechen tut das also meistens nicht sehr gut." Nicht weit entfernt von Bledug Kuwu ist 2006 ein anderer Schlammvulkan ausgebrochen und hat sogar mehrere Dörfer unter sich begraben; er ist noch heute aktiv. Eruptionen dieser Art sind spontanen Druckentlastungen zwischen Gesteinsschichten geschuldet. Das wassergesättigte Tonsediment ist leichter als andere Schichten und dringt durch Risse und Öffnungen im Boden an die Oberfläche. "Man weiß bis heute nicht genau, woher diese Spannungen rühren, oder um welchen Vorgang es sich hier wirklich handelt", führt Lavigne weiter aus. In der Forschung gibt es mehrere Erklärungsansätze: seismischer Druck zum Beispiel, denn dort, wo Schlammvulkane auftreten, geht es meist auch tektonisch heiß her. Ein weiterer Verdacht: Erdölbohrungen. Sie könnten den Druck in tieferen Erdschichten erhöhen. Im Zweifelsfall stände dann doch der Mensch hinter dem vermeintlichen Naturphänomen. #WTFact







