Gras, glasige Augen und wenige Minuten
Eine Bahnfahrt zwischen Hamburg Altona und Itzehoe. Die Bahn macht mal wieder eine kleine Pause: „Sehr geehrte Fahrgäste, die Einfahrt ihn den Bahnhof verzögert sich um wenige Minuten wegen Verzögerungen! Vielen Dank für Ihr Verständnis!“. Ah so - Verzögerungen. Na dann.
Natürlich hält die Bahn nicht in der Stadt kurz vor dem Bahnhof. Hier hätte man immerhin die Möglichkeit, mit halbmüdem Blick, ein paar Mädels hinterher zu geiern. Nein – natürlich mitten in der Pampa. Immerhin schafften die gefühlten 40° Innentemperatur so etwas wie Atmosphäre.
Mein Blick schweift also über die Weiden Norddeutschlands. Wie passend – der Geruch vom Herren gegenüber passt zur ländlichen Stimmung! Jedenfalls kommt es wie es kommen musste: Ich sah SIE!
Eine Kuh! (Liebe Kinder – Die aus der Werbung. Nur ohne lila!) Ich nenne sie jetzt mal Emma um es etwas persönlicher zu gestalten. Emma (Die Kuh!) steht auf der Grünfläche und frisst. 2 Minuten. 5 Minuten. 7 Minuten. 10 Minuten. (An dieser Stelle grüße ich das Bahnpersonal mit einem Zitat: „wenige Minuten“).
Emma steht auf ein und der selben Stelle und frisst. Nach ca. 10 Minuten bewegt sie sich einen Meter weiter und…. Na? …. Ja! – frisst! Ich nehme mal an Emma macht das den ganzen Tag oder!?
Aber wieso wechselt sie die Position? Meiner Ansicht nach war an der ersten Stelle noch genug Grünzeugs. Warum geht Emma einen Meter weiter? Ist da anderes Gras? Besseres?
Und wenn ja – woher weiß Emma das? Ich will nicht sagen dass Emma dumm is(s)t, aber woher weiß sie, dass sie vor ner halben Stunde nicht schon auf der selben Stelle stand? Man stelle sich mal vor Emma frisst um sich herum einen Kreis im Abstand von einem Meter komplett ab. Verhungert sie dann? Oder denkt sie innovativ „Rock´n´Roll“ und geht einfach zwei Meter weiter?
Warum Emma und ich immer noch in der Pampa stehen wird sich wohl nie endgültig klären lassen. In diesem Sinne: Kuhle Sache!