Transkript vom Nachgespräch der Kinopremiere zu "Die Erfindung des Rades"
Boernepedia war bei der Kinopremiere am 25.11.2025 in Münster – und damit es nicht im Nichts verhallt, haben wir das Nachgespräch für euch aufgenommen und transkribiert. :)
Viel Spaß!
Transkript vom Nachgespräch der Kinopremiere zu "Die Erfindung des Rades" am 25.11.2025 in Münster
Julia Schöning: Ich sage nicht viel, denn dieser Abend gehört vor allem ihr: Meine Damen und Herren, einen riesen Applaus bitte für Mechthild Großmann!
[Mechthild Großmann kommt auf die Bühne, das Publikum gibt Standing Ovations]
JS: Das ist Ihr Applaus!
MG: Danke schön!
JS: Mechthild Großmann hat mal gesagt, dass sie das Theater auch vor allem liebt, weil man dann wirklich vor dem Publikum direkt ist. Dieser Moment, den kannst du jetzt hier auch noch einmal bekommen. Wie fühlt sich das an?
MG: Schön!
Publikum: [lacht]
MG: Nein, es ist einfach – wenn lebendige Menschen vor lebendigen Menschen stehen und was tun – Musik machen oder tanzen oder spielen –, das ist was für mich nach wie vor sehr Besonderes. Es ist – dann atmet mann gemeinsam. Das ist etwas sehr Schönes. Auch wenn Sie vorher einen Film geguckt haben, ist auch sehr schön!
Publikum: [Lachen, Applaus]
[…]
[der ganze Cast kommt auf die Bühne]
[…]
Axel Prahl: Ich wollte mich noch mal ganz, ganz herzlich bei Mechthild bedanken, für all diese wundervollen Jahre, die wir erleben durften. Danke!
[Publikum applaudiert]
JS: Bei so einer letzten Folge, das ist ja echt entscheidend, wie jemand aus dieser Rolle geht. Wie habt ihr da einen Weg gefunden, dass das in so einer genialen Love-Story endet?
Jutta Müller: Mechthild Großmann hat sich gewünscht, verständlicherweise, nicht zu sterben.
[Publikum lacht, applaudiert]
JM: Von daher verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage: Sie hat gesagt, „Ach, ich würde eigentlich gerne heiraten. Und dann kommt mein Mann und sagt: ‚Schatz, ich möchte nicht, dass du arbeitest.‘ Das hätten wir gerne erzählt, ich fand das sehr, sehr, sehr lustig, weil das passt natürlich zu Frau Staatsanwalt wie die Faust aufs Auge, dass sie sich von einem zukünftigen Ehemann sagen lässt: „Nein, Schatz, meine Frau arbeitet nicht.“ Aber 90 Minuten waren zu kurz, das auch noch zu erzählen und so blieb es bei der Fahrt oder bei dem Ritt in den Sonnenuntergang.
JS: Ja, und da hatte jetzt Hannes Hellmann das große Los, dass er da mit dem VW-Bully noch mal abdüsen konnte. Und ich habe gerade gehört, dass dich ja zu Mechthild auch, sage ich mal, hinter den Kulissen schon langjährig eigentlich was verbindet, denn ihr kennt euch schon von früher.
Hannes Hellmann: Das stimmt. Ich war ein Eleve von 27 Jahren und habe mein erstes Theaterstück gespielt. Von einer neugegründeten Theatergruppe, von einem großen Theatermann, Roberto Ciulli – den gibt’s immer noch, das Theater an der Ruhr gibt’s auch noch. Unser erstes Stück war Lulu und Roberto hat von Pina Bausch der Truppe Mechthild gebeten, ob sie bei uns mitspielen will –
MG: Eine Produktion!
Hellmann: Eine Produktion. Und ich war total berührt, mit einer so tollen, erfahrenen Schauspielerin, Tänzerin zusammenzuarbeiten. Und jetzt nach 40 Jahren bin ich gefragt worden, ob ich den Love Interest von dir spielen darf. Wer hätte da nicht „Ja“ gesagt?
JS: Ich finde, das war auch spürbar, dass da auch hinter den Kulissen irgendwie schon so ein bisschen … also, ne, war doch sichtbar, oder?
[Publikum bejaht, applaudiert]
JS: Wir haben gerade auch schon darüber geredet, dass du absolut eine treue Seele bist – also, so viele Jahre bei Pina Bausch, 23 Jahre jetzt hier. Ist das etwas – also, es muss dir ja erst mal gefallen haben, sonst wärst du nicht da geblieben, ne?
MG: Ja.
[Publikum lacht]
JS: Und wie geht’s jetzt weiter? Also, ich meine, alle weinen, du hältst dich noch ganz wacker.
MG: Nee, aber immer, wenn ich was mache – also auch die Hörbücher, die ich gemacht habe, die mache ich mit wenigen Ausnahmen seit 15 Jahren mit dem selben Redakteur. Also ich bin da so … wenn ich – ich muss nichts Neues kennenlernen, wenn ich das Alte gut finde.
[Publikum applaudiert]
MG: Im Gegenteil. Man weiß dann viel mehr, ne?
Axel Prahl [im Scherz]: Soll das heißen, du findest uns nicht mehr gut?
[Publikum lacht]
MG: Nee. Aber so alt, wie ich jetzt bin, kann ich mich euch auch nicht mehr zumuten.
AP: [Geräusch des Protests]
JS: Das stimmt doch gar nicht, ChrisTine, oder?
ChrisTine Urspruch: Nein, das stimmt nicht. Also ich werde dich sehr, sehr vermissen, Mechthild. Wir haben so schöne Szenen –
MG: Ja, ihr könnt froh sein, dass ich nicht rum humpele und sage: „Ich kann nicht mehr.“ Das Alter hat seinen Preis.
CU: Jaa, ich weiß. Bin ja auch nicht mehr sooo jung, also, das weiß ich schon, aber –
AP [scherzhaft aufgeregt]: Oohh, jetzt fängt die auch noch an!
[Publikum lacht]
CU: Aber du hast immer so eine schöne Farbe reingebracht, so einen guten Humor, so einen trockenen Humor, und dann mit deiner dunklen Stimme … also, ich bin ganz verliebt in dich.
AP: Apropos ‚trocken‘ – wollen wir nicht was trinken?
[Publikum lacht]
Ende des Transkripts








