Tag 5
Take an E oder ein Tictac. Der April meint´s ja jetzt nicht so ganz gut mit mir. Wetterbericht erst heute Morgen gelesen und mich entschieden, wieder unter die Brücke am Heidelberger Platz zu fahren. Mit dem Fahrrad ist das schon noch ne halbe Stunde und wenn ich dort angekommen bin, quasi schon einmal durchgeschwitzt. Und von oben kam's auch. Aber darunter eigentlich fein. Aber warm auch nicht. Paar Runden zum Aufwärmen gedreht.
Der Park war dieses Mal echt sauber. Fast gar keine Glasscherben mehr und der Müll war auch weg. Super. So lässt sich auch viel besser fallen. Passiert auch immer noch. Auch heute wieder. Dabei mache ich jetzt gar nicht besonderes. Aufgefallen ist mir, dass die Beine unterschiedliche Sachen besser oder schlechter können. Würde schon sagen, rechte Bein absolut dominant. Sagt dem Brett wo´s hinsoll und Brett macht es. Aber wenn ich mit der Tail die Rampe ein bisschen hochfahre und mit dem rechten Bein dem Brett ein Push geben soll, macht´s das gar nicht. Naja, bzw. mehr schlecht als recht. Wie oben an den Rinnsalen zu sehen ist, kam auch immer mal wieder Regen runter. Hielt sich aber alles im Rahmen. In den Pausen, die ich immer mal machen muss, habe ich ein paar der Graffitis festgehalten.
Ich finde, das Foto ist ganz gut geworden. Vor allem wegen der Farbigkeit. Aber so still, wie der Ort aussieht, ist er nicht. Kontinuierlich hat man den Lärm der Autos und den Lärm, der durch das Befahren der Autobahn entsteht. Es gibt keine ruhige Minute, also im wörtlichen Sinn. Dazu kommen die Sirenen der Cops, die auch alle halbe Stunde da vorbeiziehen. Verkehrsknotenpunkt. Und dazwischen werden die Skater gepresst, weil deren Lärm vom restlichen geschluckt wird. Zurück zu den Graffitis. Denn die oben zu sehenden sind nicht repräsentativ.
Richtig häufig sind sexuell aufgeladenen Tags. Wahrscheinlich ein Kurzschluss Reaktion, wenn ich die „Schöpfer“ für früh oder spät pubertierende Jungs halte. Und auch, wenn an einer anderen Stelle „Skate or Die” steht, dreht sich die Welt eben nicht um das Brett allein. Auch was in den Betten passiert, scheint interessant zu sein.
Richtig geil war, dass ich mich getraut habe, eines der Elemente zu befahren und heil aus der Sache herausgekommen bin. Ich habe auch ein Beweisvideo gemacht. Aber Bildschnitt muss ich mich noch reinfuchsen. Aber kommt bestimmt demnächst. Gut waren auch die Zeitfenster, wo die Sonne durch die Wolken brachen.
Im Sonnenschein ließen sich auch die Sachen üben, bei denen der Körper nicht so stark aufheizt. Allerdings schwerste Übungen. Am Ausbalancieren auf einer Achse (Auf zwei macht wenig Sinn, oder?) scheitere ich noch total. Bekomm´s nicht hin und das Brett wird schon merklich kürzer. Dann habe ich heute noch ein weißes Fahrrad gegenüber dem Skateplatz entdeckt.
Vielleicht war es vergangene Woche von einem Auto verdeckt oder ich hatte Tomaten auf den Augen. Laut Tafel und Aussehen, steht es schon länger dort. Ich find´s wichtig und richtig, so etwas hier mit reinzunehmen, Klar, Fokus liegt auf dem Skaten. Aber daran grenzen auch Themen, die weitaus größer sind. Mir gefiel früher am Skaten vor allem das „anmutige“ überwinden von Distanzen. Aber schon in der vergangenen Woche habe ich feststellen müssen, dass die Stadt für´s skaten nicht gemacht ist. Man trägt das Brett mehr, als dass man damit von a nach b kommt. Bei längeren Strecken bietet sich ehh das Fahrrad an. Aber im Grunde scheint es oft nur Zufall zu sein, dass man damit heil durch die Stadt kommt. Oder bisher gekommen ist. Daran mahnt das weiße Fahrrad. Was ich darüber hinaus noch sagen möchte, es war richtig leer. Weniger Anlass für Scham, aber auch ein bisschen einsam.













