Juni 2020 - Herrgot aus Sta
Endlich Frei. Endlich wieder ein Stammtisch außerhalb der bekannten 4 Wände. Endlich wieder gemeinsam anstoßen. Endlich wieder zuviel essen und trinken beim Heurigen.
Die Wochen und Monate ohne richtigen Stammtisch wurden zwar gut überstanden und auch größtenteils sinnvoll genutzt, doch es fehlte irgendetwas. Man konnte es nicht bestimmen und nicht richtig fassen. Doch irgendetwas fehlte. Vielleicht war es das Bier vom Fass, die servierten Speisen, die Speisekarten oder einfach nur die Kellner. Man wusste nicht wirklich was es war und doch fehlte etwas. Die Tage vor dem Junistammtisch lag etwas in der Luft. Ein Hauch von Vorfreude, stiller Erwartung und Neugier. Eine Mischung aus Erleichterung und Dankbarkeit über die wiedergewonnene Freiheit legte sich vor dem Tag X über die Gemüter. Das merkte man schon alleine an der angekündigten Teilnehmerzahl, welche beinahe Rekordverdächtig war. Ob es wirklich alle nicht mehr erwarten konnten? Ob wirklich alle kommen würden? Ob es so sein würde, wie es früher einmal war? Man war gespannt.
Ja, es war wie immer. Ja, es kamen beinahe alle. Ja, alle Anderen freuten sich auch genauso wie man selbst über das langersehnte Wiedersehen. Schnell wurde auch klar, was gefehlt hatte. Die Gemeinsamkeit. Die Gemütlichkeit. Das Durcheinander. Das laute Gerede. Das Lachen und Schmäh führen in großer Runde. Der Alkoholdunst über den Köpfen. Die gemeinsamen Zigarettenpausen. Das gemeinsame Achterl zuviel. Die viel zu hohe Lautstärke im Raum. All das hatte einfach gefehlt und kann via Datenverbindung niemals existieren oder funktionieren. So soll es bleiben jetzt. Für immer.
Der beliebte und uns bereits gut bekannte Heuriger Herrgott aus Sta diente unserer Runde zum ersten Stammtisch nach dem Lockdown. Es war der insgesamt Siebenundsechzigste und bestimmt nicht der letzte. Der erst lang auf sich warten lassende Regen vertrieb uns zwar doch noch aus dem Gastgarten, doch das gemütliche Stüberl bot uns eine exklusive und passende Kulisse um alles nachzuholen, was zwei Stammtische lang verboten war.
Die Speisen und vor allem Getränke kamen wie immer rasch und häufig an die große Tafel und keiner wagte es, an diesem Abend über Hunger oder Durst zu klagen. Auch die obligatorischen Schnäpse wurden nicht ausgelassen, denn es gab etwas zu feiern. Eine Runde der Brände stand im Zeichen des vergangenen Geburtstags unserer Lieblingszwillinge. Mit der zweiten Runde durfte auf die Verlobung der Häuse Doppler und Stegmayer angestoßen werden. Ein Freudentag in dreifacher Hinsicht letztendlich.
Es wurden unter anderem folgende Mahlzeiten von der Meute verschlungen: diverse Heurigenaufstriche und Knabbereien, gebackene Blunzn, Eiernockerl, Wiener Schnitzerl (gefühlte 20 Portionen davon), Hühnerstreifen(salat), Surschnitzerl, u.v.m...
Mehr als ein Dutzend LiterLiter wurden ebenso vernichtet wie diverse Achterl und ein paar Biere.
Die Punktevergabe ist aufgrund etwaiger Näheverhältnisse zum Wirten diesmal sehr subjektiv, jedoch sind die Preise und Portionsgrößen auch objektiv unschlagbar gut:
Essen: Quantität Top - Qualität auch sehr gut - 9/10 Herrgottstatuen
Getränke: 8/10 Herrgottstatuen
Service: 10/10 Herrgottstatuen
Ambiente: 10/10 Herrgottstatuen
ergibt gesamt 9 1/4 von 10 Herrgottstatuen
Der Herrgott aus Sta ist und bleibt ein Klassiker und zugleich Geheimtipp unter den Heurigen im Westen Wiens. Schon so manches Herz wurde an ihn verloren.
https://www.youtube.com/watch?v=-zXziTJMNP0
Nach der langen Stammtischpause war der Durst bei einigen wackeren Bacchusjüngern zur Sperrstunde klarerweise noch nicht gestillt. Da lag es nahe eine Afterhour im Hause Kadlecek zu veranstalten und noch das ein oder andere Getränk (zuviel) einzunehmen.
Anwesend: Thomas, Oli, Stefan, Alessa, MC, Amici, Fabian A., Amber, Flo, Martina, Emil, Richi, Angelina, Emilia, Alex, Ursi (+1), Joni, Lucy, Rosi, Alina, Simone, Fav
http://www.herrgottaussta.at/