Return of the Trainer-Karussell
Die Liga ist in Bewegung geraten. Nach dem langen Sehnen nach Stabilität und "langfristigen Engagements" scheint es nun, da sich die Saison im letzten Drittel befindet, als sei das gute alte Trainer-Karussell wieder abgestaubt und in Fahrt gebracht. An Felix Magaths Stuhl wird ebenso gesägt wie am Hocker von 50-Punkte Skibbe, während van Gaal seit gestern nunmehr auf dem Boden sitzt. Zugegeben eine höchst eigenwillige Lösung, die sich die Bayern da haben einfallen lassen: Eine Trennung zum Saisonende. Es wird sich zeigen, ob van Gaal als "lame duck" den so bitter benötigten 3ten Tabellenplatz noch sichern kann. Die Nachfolgerdiskussion ist bereits entbrannt und nach den verfügbaren Namen wie Sammer (schon möglich) und Rangnick (unvorstellbar), tauchten auch Modelle mit alten Bekannten, wie Don Jupp (hat in Leverkusen noch nicht verlängert) und anschließend dem Bundesjogi (steht beim DFB nur noch bis 2012 unter Vertrag) auf.
In Frankfurt hingegen scheint man schon mit Marcel Koller gesprochen zu haben und die Schalker verkennen Ihre Lage, wenn sie denken nach Magath würde alles harmonischer verlaufen. Der umgebaute Kader der Königsblauen hat nicht die Qualität um in mehr als einem Wettbewerb ganz vorne mitzumischen. Dies ist auch ein Grund für das gute Abschneiden im letzten Jahr, wo man sich erstmals seit 8 Jahren nicht international vertreten war. Man schickt sich nun an den ersten Titel seit 2002 zu ergattern und bei den Champions ins Viertelfinale einzuziehen. Beides wären große Erfolge. Doch scheint es Tradition in Gelsenkirchen Trainer im Viertelfinale zu entlassen. Den letzten, den es erwischt hat war Mirko Slomka, auf den Fred Rutten folgte, der Orlando Engelaar mitbrachte - schöne Alternative.
Auch aus einem anderen Grund sollte man sich die Entmachtung Magaths gründlich überlegen: Der Blick nach Wolfsburg zeigt, wie schwer es ein Nachfolger haben kann, wenn er die Strukturen Magaths ändern will.