13.11. - Mangroven, Flamingos und Hawai
Eins vorab: Olaf geht es gut - der Fuß darf dranbleiben.
Am heutigen Tag wollen wir die Humidales (Fechtgebiete) besuchen. Um 7:00 Uhr sind wir beim Frühstück, ich habe allerdings kaum Augen für das Essen. Der Frühstücksraum ist im 2. Stock des Hotels mit einem atemberaubenden Blick auf den Strand. Auf Höhe der Kokosnüsse in den Palmen. Mir fehlen die Worte.
Pünktlich um 8:00 sind Guide Josue und Fahrer Luis da und nach kurzer Fahrtzeit laufen wir (ohne Olaf, der ist nochmal beim Arzt) an einem Friedhof direkt hinter den Dünen in die Nationalparknatur hinein. Die ausgedehnten Lavafelder sind inzwischen üppig bewachsen. Josue erläutert uns die beiden Arten von Lava: „Bahoi hoi“ ist die runde, wohlgeformte; „A a“ dagegen ist die scharfkantige, bizarr anmutende. Beide Begriffe haben ihren Ursprung im Mutterland der Lava - Hawai - und wurden direkt in den Wortschatz der Bewohner Galapagos‘ übernommen. Etwas weiter erneut ein Lavatunnel, der direkt im Meer unter Wasser mündet.
Wir gehen den Weg weiter und sehen zuerst nur wenige Mangrovenbäume (vier verschiedene Arten gibt es auf den Galapagos-Inseln), später werden es viel mehr. An einer Stelle wurde regelrecht ein Tunnel durch die Mangroven geschlagen und wir stehen direkt dahinter an einem badefähigen Mangrovensee. Sehr idyllisch. Josue erläutert uns hier auf einer Bank im Schatten der Bäume sitzend die Überlebensstrategien der Pflanzen und Tiere.
Wir gehen anschließend zum Auto zurück. Ich mache das, was ich schon immer mal machen wollte: Ich steige auf die Pritsche des Pick-up-Trucks und setze mich dort auf die wenig fachmännisch zusammengeschusterte Bank. Den Rundumblick über Strand, Lavalandschaft und Kakteen genießend ziehe ich die Kordel meines Hutes enger, um dem Fahrtwind zu trotzen. Wir stoppen kurz bei einer Schildkrötenaufzuchtstation und fahren dann weiter zu den Flamingolagunen. An mehreren Stellen stehen die Tiere ein- und zweibeinig in ihrem Element und ziehen die Schnäbel zur Futtersuche durch das Wasser. Ein paar Wildenten gesellen sich dazu.
Der Weg führt direkt am Luxushotel „Iguana Crossing“ vorbei - eine Horde schlecht gekleideter und zumeist übergewichtiger Klischee-Amerikaner steigt gerade aus dem Minibus aus. Mit dem Auto geht es die letzten Meter wieder zum Hotel - diesmal nimmt auch Stefan auf der Pritsche Platz und genießt die Aussicht.
Olaf ist gerade wieder von Arzt zurück: Es sind doch noch mehr als 10 Stacheln im Fuß, ein besonders dicker und großer sitzt mittig fest. Die Ärztin hatte hatte das Stachelziehen an die wenig talentierte Schwester abgegeben. Er beschließt heute Abend nochmal zum Notfallarzt zu gehen. Wir ruhen kurz aus. Derk und ich machen noch einen ausgiebigen Strandspaziergang und schlendern auf dem Rückweg durch das tiefenentspannte Städtchen mit den Sandstraßen. Meine Faszination für diesen Flecken Erde kulminiert in Puerto Villamil.
Am Abend finden wir das empfohlene Restaurant „Isabella Grill“ und essen Schwertfisch mit Yuca-Gemüse - ein Gedicht! Olaf hat sich zwischenzeitlich schnell noch den großen Stachel in der Notaufnahme ziehen lassen - die anderen kleineren Stachel in Ferse und Ballen wurden wieder mit einer Wachsschicht überzogen. Gerade sitzen wir auf der Terrasse und reden noch weniger, als Männer dies sonst gewöhnlich tun. Die Brandung des Pazifiks klingt einfach zu schön …













