The Mountaineers – Spontane Tour im eisigen Gelände
Das Thema Bergsteigen war für uns sowas wie Liebe auf den zweiten Blick. Vielleicht kennt ihr das ja auch: wenn man von etwas sprichwörtlich Feuer und Flamme ist, kann es auch schon mal passieren, dass die Flamme anfangs zu intensiv brennt und wieder erlischt. Uns hat Armors Pfeil für die Berge erst auf den zweiten Versuch so richtig getroffen. Und das kam völlig unerwartet.
Für das Jahr 2015 hatten wir keine weiteren Touren geplant. Der Koflerjoch war zwar eine tolle Erfahrung, aber für das restliche Jahr hatten wir andere Ziele. So hatten wir uns Ende Dezember für ein paar Tage nach Garmisch-Patenkirchen zum Skifahren auf der Zugspitze aufgemacht. Am letzten Tag unseres kleinen Skiabenteuers, dem Neujahrstag, wollten wir den Kuhfluchtwasserfällen einen Besuch abstatten. Ein Teil der Mountaineers ist glühender Wasserfallfan (dreimal dürft ihr raten wer). Nun gut, sei’s drum. Dann eben die Wasserfälle. Als wir ankamen, sahen wir kurze Zeit später ein gelbes Wegweiserschild >>Hoher Fricken 4h. Nur für Geübte<<. Und PENG! Da war Armors Pfeil.
Vier Stunden, sagen wir uns, das ist doch kein Problem. Nur für Geübte, ja passt schon. Mei waren wir am Anfang naiv. Es gibt Fälle, da kommt so eine Naivität in den Bergen einen Unerfahrenen teuer zu stehen. Der Hohe Fricken (1.940 m) ist zwar offiziell nur eine mittelschwere Wanderung, der steile Aufstieg erfordert aber Trittsicherheit und Kondition. Natürlich wussten wir das anfangs nicht. Und so zogen wir los. Nichtsahnend was uns erwartet, ohne zusätzliches Proviant und Wasser und ohne die richtige Ausrüstung. Immerhin war es Winter. Das weiter oben uns womöglich ein schneebedeckter Gipfel erwartet, kam uns nicht in den Sinn. Wir beginnen also mutig und entschlossen den Aufstieg. Nach ein paar Stunden löst ein sehr steiler, schneebedeckter Hang unseren bisherigen Weg durch den Wald ab. Der Gipfelaufbau. Wir schauen uns den steilen vor uns liegen Weg an und bekommen erstmals ein wenig Zweifel. War es wirklich intelligent, was wir da fabriziert haben? Wehe wenn man hier abrutscht…
Gott sei Dank gibt es Trittspuren im Schnee die uns den Weg weisen. Vorsichtig setzen wir einen Fuß vor den anderen. Das Gipfelkreuz taucht immer mal wieder auf und verschwindet wieder als wolle es sagen: „Huhu hier bin ich. Nur noch ein Stückchen weiter. Noch ein Stückchen, nur ein kleines bisschen weiter.“ Wir besiegen die Zweifel umzukehren und folgen dem Ruf des Berges. So stehen wir dann doch wenig später auf unserem zweiten Gipfel.
Was für ein Abenteuer! Wir genießen unsere Brotzeit, ehe wir uns an den Abstieg machen. Ein letztes Mal ist auf dem schneebedeckten Hang Vorsicht geboten, ehe es wieder in den Wald hineingeht. Es wird langsam dunkel. Noch so ein Anfängerfehler: dass es im Winter früher dunkel wird, hatten wir nicht auf dem Schirm. Dennoch geht alles gut aus und wir erreichen wenig später unser Auto. Wir schwören uns, ab sofort ist Planung, Vorbereitung und die richtige Ausrüstung die halbe Miete. Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Mensch und Natur. Für uns war der Hohe Fricken der Scheideweg, wo wir gesagt haben, entweder wir machen es richtig oder lassen es bleiben. Peter Habeler sagte einmal: Ich gehe auf einen Gipfel, und wenn ich wieder herunterkomme, bin ich ein anderer Mensch. Bei uns traf das heute auf jeden Fall zu.







