Gesunde Pferde entstehen nicht durch Stillstand oder Überfütterung, sondern durch Bewegung, funktionierende Körper und echte Regeneration.
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Gesunde Pferde entstehen nicht durch Stillstand oder Überfütterung, sondern durch Bewegung, funktionierende Körper und echte Regeneration.
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Welche Getreidesorten sind als Kraftfutter geeignet?
Zunächst einmal möchte ich ganz dick und fett hervorheben, dass die allermeisten Freizeitpferde kein Kraftfutter benötigen. Eine Einheit Platzarbeit am Tag oder auch ein stundenlanger gemütlicher Ausritt rechtfertigen rein rechnerisch noch keinerlei Kraftfutter, vielmehr sollte ausreichend Heu als Raufutter zur Verfügung stehen. Bei Sportpferden, die tagtäglich Höchstleistungen erbringen, sieht die Sache etwas anders aus. Oftmals ist ein mangelhaftes Stallkonzept der Grund oder die Rechtfertigung für Kraftfutterfütterung bei Freizeitpferden (”es muss zur Fütterungszeit etwas im Trog sein”). Dass es dafür auch andere Möglichkeiten, wie z.B. aufgeweichte Heucobs gibt, fällt meistens unter den Tisch. Wenn schon Kraftfutter, dann allerdings fundiert überlegt, deshalb die folgende Auflistung:
Weizen
Weizen ist aufgrund des hohen Glutengehalts nicht für die Pferdefütterung geeignet. Das Klebereiweiß bildet im Darm einen zähen Brei und kann zu Verdauungsstörungen führen. Dennoch ist es in vielen Müslis enthalten. Es enthält mit nur 1,8% weniger Fett als Hafer.
Hafer
Hafer ist eines der ältesten Futtermittel und ist das für Pferde am leichtesten verdauliche Getreide. Hafer muss nicht gequetscht werden und hat einen ähnlich hohen Energiegehalt wie Gerste. Der Fettanteil von 7 g / 100 g ist im Vergleich zu anderen Getreidesorten hoch, allerdings sind davon 5,3 g ungesättigte Fettsäuren, darunter Linolsäure, Ölsäure, Linolensäure und Palmitoleinsäure, die ernährungsphysiologisch essenziell sind. Weiters werden Fette benötigt, um die Vitamine A, D, E und K zu verwerten. Der Kohlehydratanteil beträgt 45%. Hafer ist sehr gut verdaulich und gelangt daher schneller in den Stoffwechsel als Gerste. Obwohl es nicht notwendig ist, wird auch Hafer mancherorts gequetscht. Er ist dann zwar leichter verdautlich, sollte aber immer frisch gequetscht werden, da er sonst leichter Wasser zieht und anfälliger für Pilzbefall ist. Bezüglich des Energiegehalts macht es keinen Unterschied, ob weiße oder schwarze Spelzen gefüttert werden.
Gerste
Gerste kann wegen der harten Schale nur schwer verdaut werden, und muss daher gequetscht oder thermisch behandelt werden. Man kann sich das vorstellen wie Popcorn: die harten Körner können wir Menschen kaum verdauen, erst die thermische Behandlung (Zubereitung) erleichtert das Verdauen. Gerste hat einen ähnlich hohen Energiegehalt wie Hafer, gelangt aber langsamer in den Stoffwechsel. Der Kohlehydratanteil beträgt 60%. Weiters ist Gerste glutenhaltiger als Hafer, und damit weniger zur Pferdefütterung geeignet. Dass Pferde mit Gerste weniger “heiß laufen” als mit Hafer, ist kein positiver Effekt - Gerste belastet die Verdauung stärker und macht das Pferd daher träger.
Mais
Mais ist stärkereich und eiweißarm. Der Kohlehydratanteil von 70% macht Mais zu einem “Dickmacher”, ohne allzu viel Energie durch Protein/Eiweiß zu liefern. Da Mais im Dünndarm nur schwer aufgespalten werden kann, muss er flockiert, gepufft, angekeimt oder aufgekocht werden. Geeignet ist Mais am ehesten für Pferde, die hohe körperliche Leistung erbringen, trächtige oder laktierende Stuten, oder Pferde, die z.B. in der kalten Jahreszeit oder im hohen Alter abbauen.
Was passiert bei Überdosierung von Kraftfutter?
Bekommt ein Pferd zu viel Kraftfutter, entgleist der Stoffwechsel. Je mehr energiereiches Futter gefüttert wird, desto mehr Ballaststoffe (z.B. Stroh) müssen zur Verfügung stehen, um die Darmflora im Gleichgewicht zu halten. Ist dies nicht gewährleistet, besteht Kolikgefahr, das Pferd wird träge und schwitzt schnell, oder es “läuft heiß”. Wird mehr Energie gefüttert, als verbraucht wird, so lagert sich diese in Fettdepots ein und führt langfristig zu Überfettung und den damit verbunden Stoffwechselerkrankungen wie dem Equinen Metabolischen Syndrom oder Hufrehe.
Vortrag in der Lehrschmiede Hannover
Spontan hatte ich mit dem Ausbilder der Lehrschmiede, Herrn Carstensen, einen Termin ausgemacht. Seine zuvor geäußerte Skepsis "Ich kenne mich mit Computern nicht aus" war schnell ausgeräumt, indem ich vorschlug vor Ort die Software vorzustellen, um in eine Diskussion überzugehen.
Die Tierärztliche Hochschule in Hannover, sowie die angegliederte Schmiede sind recht neu und in einem prächtigen Zustand. Dort stand uns ein modern ausgestatteter Lehrsaal mit Computerpool und Projektor zur Verfügung. So verflog die Zeit, die Anwesenden hatten etliche Fragen und zum Schluss konnte ich noch etwas über Hufkrankheiten lernen. Auf Röntgenbildern, die ich zur Demonstration mitgebracht hatte, erläuterten wir die "Hutkrempe" eines Hufrehe Beins. So war der Termin eine gelungene Mischung aus Technik und Diskussion.