Der Fokus der Berlin Cosmopolitan School liegt auf Naturwissenschaften, Tanz und Musik. Doch das ist längst nicht alles, was diese internationale Schule aus Berlin ausmacht. Auch im Bereich der bildenden Kunst haben die Schüler der BCS die Möglichkeit, sich mithilfe engagierter Lehrer, viel Wissen anzueignen und auf verschiedenste Art und Weise kreativ zu werden. Dieses Schuljahr gab es ein Kunstprojekt an der BCS-Grundschule, das besonders in Erinnerung geblieben ist: Candy Crush.
Wie kam es zu diesem zuckrigen Thema?
Die Klasse 5 der auf PYP basierenden Grundschule hatte als „Unit of Inquiry“ das Thema „Healthy Choices for the Body“, also, welche Lebensweisen der Gesundheit zuträglich sind. Und jedes Kind lernt, dass übermäßiger Zuckerverzehr nicht dazugehört. Ganz im Gegenteil. Zucker ist ein sehr ungesunder Stoff und gerade deshalb so unglaublich verlockend – und nicht nur für die Kleinen! Viele Süßigkeiten schmecken nicht nur so, dass man immer mehr davon konsumieren will, nein, sie haben auch meist diese ansprechend knalligen Farben. Die Industrie weiß: Kinder sprechen sie besonders stark an. Augen, der Speichelfluss und die Nerven reagieren unmittelbar.
Körperformen und Gesichtsausdrücke
Herr Dulloo, Kunstlehrer an der Berlin Cosmopolitan School, wählte mit seinen Schülern gerade aus diesen Gründen die süßen bunten Übeltäter für das nächste Kunstprojekt. Mithilfe von Süßigkeiten als Dekorationsmaterial, hatten sie nun Figuren zu gestalten. Das sollte Reaktionen hervorrufen. Während sie damit arbeiteten, erhielten sie Zeit, darüber zu reflektieren und sich auszuprobieren. Und zwar als Skulptur-Bauer, nicht als Naschmäuse!
Das süße Material
Auf dem Plan stand dabei, den Kindern menschliche Proportionen und Mimiken näher zu bringen. Und warum nicht mit Weingummi, Schokolinsen und Mausespeck? Die Figuren erhielten zuerst ihre Basis aus geformten Pappmaschee. Dann kam der spaßige und gleichzeitig harte Teil der künstlerischen Arbeit: Die Gummitiere und Lakritze sollen an die Figur, nicht in den Mund. Der sicherlich schwere Zuckerverzicht hat sich voll ausgezahlt! Es entstanden wunderbar farbenfrohe Skulpturen, die süßer nicht sein könnten. Doch genug beschrieben und selbst geschaut:
Erstaunen oder Ekel?
Nach der kreativen Schaffenszeit sollten dann die SchülerInnen über ihre Werke nachdenken. Sie sollten sich Gedanken machen, welche Reaktionen sie wohl im Betrachter auslösen könnten. Vom „AAAAh!“ über „Uh?“ zu „Eeew!“ oder doch eher „MMMMHHH“?
Einige Candy-Crush-Figuren sind im neuen BCS Art Space, Rückerstraße 10, zu bewundern. Bei der Einweihung vor zwei Wochen im Rahmen der BCS Summer Show gab es schon den einen oder anderen Besucher, der bei näherer Betrachtung der Figuren gerne mal davon probiert hätte. Aber Finger weg! Es darf viel geguckt, aber nicht genascht werden. Denn Zucker ist sowieso ganz ungesund ...