Erfüllung zukünftiger Bedürfnisse unserer SchülerInnen: Konzeptbasiertes Entdecken und Hinterfragen
Vorbei sind die Zeiten, in denen das Lernen ausschließlich vom Auswendiglernen bestimmt war, was zu Prüfungen führte, die unsere Fähigkeit, zu wiederholen statt zu denken abverlangte. Jetzt übernehmen Computer und das Internet einen Großteil des Erinnerns für uns. Was bedeutet das für den Bildungsbereich und die Entwicklung von Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert?
Es bedeutet, dass die gegenwärtige Bildung das Paradigma des Lehrens und Lernens in Richtung eines stärkeren Schwerpunkts auf ein durchdachtes und reflektierendes Verständnis von Inhalten und deren Anwendung auf Problemlösungen verschoben hat - eine lebenslange Fähigkeit.
In der Tat kam eine aktuelle Studie über die wesentlichen Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert zu dem Schluss, dass analytisches und kreatives Denken und Problemlösen ganz oben auf der Liste steht, wenn es darum geht, die Schüler auf ihre Zukunft vorzubereiten. Innerhalb dieser Kapazität werden folgende Fähigkeiten genannt:
Identifizieren, Managen und Adressieren komplexer Probleme
Formulieren sinnvoller Fragen
Analysieren und Erstellen von Ideen und Wissen
Vorstellen von Alternativen
Entwickeln von interdisziplinärem Wissen und Perspektiven
Einbeziehen von nachhaltigem Denken
Synthetisieren und Anpassen
Verwenden von Wissen und Kreativität zur Lösung komplexer "realer" Probleme. (*1)
Wie stellt sich die Berlin Cosmopolitan School (BCS) der Aufgabe, die zukünftigen Bedürfnisse seiner SchülerInnen zu erfüllen? In der Grundschule basiert dies auf der Grundlage ihres Primary Years Programme (PYP). Dabei sind konzeptionelles Verständnis und Recherche die treibende Kraft hinter der Entwicklung von höherwertigen Denkfähigkeiten. In unseren denkenden Klassenzimmern wird analytisches, reflektierendes und kreatives Denken durch die Erforschung von Schlüsselkonzepten innerhalb von Lerneinheiten ermöglicht.
Die zielgerichteten Konzepte werden durch Diskurse und durch Erforschung des erfahrungsorientierten Lernens vermittelt. Das kann durch Gruppenarbeit geschehen und durch kollaborative Denkübungen, die unter anderem visuelle Denkhilfen wie grafische Organizer und Mindmaps beinhalten können. Die SchülerInnen tragen auch zur Untersuchung bei, verfeinern ihre Fragen entlang des Prozesses und helfen so, den Umfang und die Tiefe der erforschten Konzepte zu erweitern.
Der interaktive Charakter des Forschungsprozesses bildet den Mechanismus für die Entwicklung von Denk- und Problemlösungsfähigkeiten. Unser konzeptbasiertes Forschungsmodell wird über die Fachgebiete hinweg übertragen. Auf die Art bietet es Kohärenz mit der kognitiven Entwicklung, die durch die Lerneinheiten stattfindet.
Die FachlehrerInnen erforschen genau die gleichen Konzepte, die in der Lerneinheit im Klassenzimmer identifiziert wurden, aber die SchülerInnen sehen diese Konzepte durch die Linse der jeweiligen Disziplin. Auf diese Weise werden die SchülerInnen mit der Übertragbarkeit von Konzepten über verschiedene Bereiche hinweg vertraut gemacht. Sie erkennen Muster und Zusammenhänge und legen so den Grundstein für Analyse, kritisches Denken und Problemlösung. "Konzepte verleihen dem traditionellen‚ zweidimensionalen‘ Lehrplan, der aus Fakten und Fähigkeiten besteht, Tiefe und Stringenz im Denken der Schüler." (*2)
Die International Baccalaureate Organization (IB) hat 7 Schlüsselkonzepte und Fragen identifiziert, die die Voraussetzungen für eine Untersuchung im Rahmen ihres PYP schaffen:
Form (Wie ist es?)
Funktion (Wie funktioniert es?)
Ursache (Warum ist es so, wie es ist?)
Veränderung (Wie verwandelt es sich?)
Verbindung (Wie ist es mit anderen Dingen verbunden?)
Perspektive (Was sind die Standpunkte?)
Verantwortung (Was sind unsere Verpflichtungen?).
Jedes der Konzepte ist an verwandte Konzepte gebunden, die der Untersuchung noch mehr Tiefe verleihen. Sie vertiefen die Bedeutung und das Verständnis für die SchülerInnen und geben ihnen Werkzeuge an die Hand, um Verbindungen zu bedeutsamen Ideen herzustellen.
Wenn sich die SchülerInnen beispielsweise mit dem Verständnis von "Verbindung" als Konzept innerhalb einer Lerneinheit beschäftigen, werden sie auch Systeme, Beziehungen, Netzwerke und Interdependenzen als verwandte Konzepte untersuchen. Diese erhöhen die Komplexität und Raffinesse ihres Verständnisses, zumal das gleiche Konzept im gesamten Lehrplan erforscht wird, wo Muster, Verbindungen und gemeinsame Eigenschaften entstehen können. Mit dem neu erworbenen Verständnis werden die SchülerInnen aufgefordert, ihr Denken und ihre Kreativität beim Lösen von Problemen, teilweise mit „realem Welt“-Bezug, anzuwenden. (*3)
Wir sind zuversichtlich, dass das PYP an der BCS unsere Kinder dabei unterstützt, die analytischen und kreativen Denk- und Problemlösungs-fähigkeiten zu entwickeln. Diese werden ein Leben lang Bestand haben.
- aus dem Englischen von Orlando Pola-Rivera, Vive Head for PYP Coordination an der Berlin Cosmopolitan School für das schulinterne Magazin COSMONEWS, #2,1918-19
(*1) NAIS Commission on Accreditation. A 21st Century Imperative: A Guide to Becoming a School of the Future. Washington, D.C.: National Association of Independent Schools, 2010.
(*2,3 ) International Baccalaureate Organization. PYP: From principles to practice; Learning and Teaching. Geneva: IBO, 2018, pg. 48-50. See also McGuinness, C., Swartz, R. and Sproule, L. Student Thinking and Learning in the PYP Transdisciplinary Framework: Case Studies from PYP Schools. The Hague: International Baccalaureate Organization, 2016.








