Woche 4
Montag:
Valentinstag.
Wir sind ja am Vorabend doch sehr viel später aus Otavalo nachhause gekommen als erwartet, also haben wir ausgeschlafen und uns einen entspannten Tag gemacht.
Als ich mir am Morgen Wasser gekocht hatte, um mir einen Tee zu machen, ist der Wasserkocher erst mal umgekippt und die ganze Küche stand voller Wasser… super Start in den Tag.
Gegen Mittag sind wir Einkaufen gegangen, da wir kaum noch Vorräte hatten. Bevor wir nach Otavalo gegangen sind, hatten wir nämlich versucht, die Reste aufzubrauchen, damit kein Essen schlecht wird.
Es war mal wieder ein Großeinkauf. Diesmal haben wir uns entschieden uns etwas zu gönnen, und zwar Nüsse. Ich weiß nicht warum, aber Nüsse sind hier unglaublich teuer. Für eine kleine Packung gemischter Nüsse haben wir bestimmt $7 ausgegeben. Den Luxus können wir uns eigentlich nicht immer leisten.
Bei der Frutería sah das natürlich anders aus.
Wir werden den Pitahayas natürlich immer treu bleiben, aber in letzter Zeit sind Bananen unser „Go-to Obst“. Außerdem wollten wir zum Mittagessen Patacones, also Kochbananen machen, und deshalb besorgten wir, neben vielen anderen Dingen, sieben Bananen und zwei Patacones. Als die Verkäuferin sie in meine Tasche packte sagte sie $1! Nur EIN DOLLAR für neun Bananen! Jedes Mal bin ich aufs Neue überrascht und ich weiß jetzt schon, dass ich das Obst in Deutschland sehr vermissen werde.
(Ein Bild, was ich von der Frutería gemalt habe)
Die Patacones muss man zuerst schälen, was deutlich schwieriger ist als bei einer Banane und zu meinem Erstaunen roch die Schale nach Gurke. Gut geschält, haben wir sie in Stücke geschnitten und in der Pfanne angebraten, bis sie von ihrer blass orangenen Farbe gelb wurden. Um so eine Art Bananenpuffer zu machen haben wir die Stücke dann mit einem Teller Platt gedrückt. Dabei ist Anna ein Teller erst mal zerbrochen… Ups. Nach dem platt drücken kommen sie dann nochmal in die Pfanne und werden danach mit Salz überstreut. Normalerweise macht man - glaube ich - noch Käse drüber, aber wir haben sie einfach mit Ketchup gegessen.
Da ich eine Valentinstag-Verabredung mit einem Freund in Deutschland hatte, habe ich schon mit ihm telefoniert und Anna war so lieb die Patacones fertig zu machen.
Es war lustig, denn für mich war es Mittagessen, aber in Deutschland war es schon Abendessenszeit.
Den Rest des Tages habe ich mit Schreiben verbracht. Außerdem habe ich eine Entzündung im Auge. Ich denke sie könnte davon kommen, dass es nach der Überschwemmung ziemlich trocken war und deswegen sehr viel Staub herumgeflogen ist und dann wohl etwas in mein Auge gekommen ist. Es tut nicht sehr weh, aber es sieht nicht unbedingt gut aus, weswegen ich mit Sebas und Raúl geredet hatte, und Sebas hat Dómenica Bescheid gesagt.
Am Montag habe ich das versucht alles zu organisieren und jetzt wurde mir für Donnerstag ein Termin beim Augenarzt vereinbart. Mal sehen was dabei herauskommt.
Meinem Husten geht es auch noch nicht unbedingt besser, aber das Auge ist erstmal wichtiger. Wir haben ja zum Glück ein paar Corona Tests aus Deutschland mitgebracht.
Dienstag:
Eigentlich hatten wir vor, relativ früh in den Park zu gehen, um uns den botanischen Garten anzuschauen, aber das hat dann alles nicht so funktioniert.
Ich hatte beschlossen morgens eine Wäsche zu starten, um meine Bettwäsche zu wachen. In meinem Kopf hätte das super gepasst, denn wir hätten gefrühstückt und uns dann fertig machen können, dann wäre die Wäsche durch gewesen und wir hätten sie noch aufhängen können, bevor wir gehen, damit sie am Abend trocken ist und ich in einem frischen Bett schlafen kann. Ungefähr zwei Minuten nachdem wir die Wäsche angeschaltet hatten, hatten wir plötzlich keinen Strom mehr. Wir waren sehr verwirrt, denn es hatte nicht geregnet, die Sonne schien und wir wussten nicht was los war. Stellte sich heraus, dass irgendwie an den Leitungen gearbeitet wurde. Naja, irgendwie haben wir dann unsere Pläne mit dem Park verworfen. Wir wollten auch noch für das Essen Bohnen Kochen, was immer etwas länger dauert, weil wir Bohnen immer trocken kaufen. Also haben wir den Vormittag wieder zuhause verbracht. Ich habe ein bisschen Gitarre gespielt und mich ausgeruht. Mir ging es immer noch nicht wirklich gut, denn zu dem Husten sind dann auch noch Halsschmerzen dazu gekommen. Ich hatte keine Ahnung was es ist, und war sehr frustriert, denn ich bin selten krank und es schien alles auf einmal zu passieren. Außerdem funktioniert unsere Toilettenspülung nicht so gut, weswegen der Nachbar sagte, er würde jemanden anrufen. Mal schauen was daraus wird.
Nachdem wir irgendwann wieder Strom hatten und die Bohnen fertig waren, haben wir uns Mittagessen gemacht und danach habe ich Cara, einer weiteren Freiwilligen, die mit uns die Icebreaker für den Workshop organisiert, geschrieben. Wir haben ausgemacht uns in der einen Mall zu treffen, um einen Saft zu trinken und unsere Pläne für den Workshop zu konkretisieren.
Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns gefunden haben, aber dann haben wir uns bei dem gleichen Joghurt Laden, wo wir am Freitag gewesen waren, etwas geholt. Ich habe wieder einen Guanábana Saft getrunken, weil ich den vorher schon so lecker fand. Cara hatte einen Erdbeersaft und Anna hat einen Mango Joghurt und Pan de Yuca probiert. Das sind so kleine Brötchen aus Yuca Stärke, glaube ich jedenfalls.
Wir haben ein bisschen geplant, wie wir die Icebreaker organisieren, aber bald haben wir uns auch schon wieder auf den Weg gemacht, denn wir wollten wieder mit dem Bus zurückfahren, und wollten gerne vor Einbruch der Dunkelheit zuhause sein. Das Treffen war aber ein Erfolg, und ich fühle mich schon etwas sicherer was den Workshop angeht.
Wieder Zuhause, war meine Bettwäsche zum Glück trotz allem getrocknet, und deshalb habe ich mein Bett frisch bezogen, und dann die restliche Wäsche zum Trocknen aufgehangen.
Mittwoch:
Heute war dann der Plan, den Botanischer Garten zu besuchen.
Trotzdem war der Morgen entspannt. Mir ging es besser, und ich war motiviert, also habe ich Wäsche weggeräumt, Yoga gemacht, geschrieben und ein neues Lied gelernt zu singen und mich selbst auf der Gitarre zu begleiten. Es ist auf Spanisch, also gleichzeitig ein guter Weg Spanisch zu üben!
Zum Frühstück gab es heute etwas Besonderes, und zwar French Toast. Das geht auch vegan voll einfach, denn man muss einfach nur eine Banane matschen und mit Sojamilch vermischen und dann das Brot darin einweichen und dann ab in die Pfanne. Mit Ahornsirup und Zimt schmeckt das richtig gut, und laut Annas Aussage sogar besser, als wenn man es normal mit Ei machen würde.
Zusätzlich haben wir auch einen Smoothie gemacht… obwohl der Mixer echt gut funktioniert, hat die gefrorene Ananas ihn überfordert und zu unserer Überraschung ist einfach ein Messer abgebrochen! Um sicher zu gehen, dass wir keine Metallstückchen essen, haben wir den Smoothie dann durch ein Sieb gehen lassen. Das hat zwar ein bisschen gedauert, aber am Ende hat der Smoothie trotzdem total lecker geschmeckt und der Mixer funktioniert auch noch.
Nachdem wir uns wieder Mittagessen für später eingepackt haben, haben wir uns auf den Weg gemacht. Von der Bushaltestelle aus sind wir durch den Park direkt zum botanischen Garten gelaufen, um die Zeit auszunutzen, denn er schließt um 15:00 Uhr.
Der Park ist echt schön, denn überall sind verwachsenen Pflanzen und man fühlt sich fast wie im Regenwald. Der Garten hat auch eine Art Ausstellung mit Bonsai Bäumen, bei der Preisgekrönte Bäume bzw. Kompositionen zu sehen sind.
Unser Mittagessen von Wraps und Mango haben wir auf einer Bank in der Nähe des Koi Teiches gegessen. Ein wirklich schöner Ort für ein „Picknick“.
Es war interessant zu sehen, dass neben Ecuadorianern auch einige andere Touristen da waren: Wir sind an mehreren US-amerikanischen Rentnerpärchen vorbei gekommen, und auch ein paar Deutsche sind uns aufgefallen.
Nach unserem Aufenthalt im botanischen Garten, haben wir uns wieder auf die Insel am Wasser gesetzt und ein bisschen entspannt. Ich habe zum Beispiel Musik gehört, gezeichnet und Anna und ich haben beide etwas Tagebuch geschrieben.
Es kam dann ein etwas seltsamer Mann auf uns zu, der uns vollgequatscht hat, wir meinen er war Argentinier und wollte vermutlich Geld. Es tat mir zwar leid, aber wir haben versucht ich so gut es geht zu ignorieren, denn uns wurde gesagt, auf solche Menschen nicht einzugehen. Naja, ich habe einfach weitergezeichnet.
Es wurde schon etwas spät und Anna und ich mussten noch zur Bank gehen, denn von Domenica hatten wir ja Checks für unseren Lebensunterhalt bekommen, die wir noch einlösen mussten. Also suchten wir die nächste Bank in der wir das tun konnten, und, wer hätte es gedacht, sie war in einer weiteren Mall, diesmal südlich vom Park.
Ich habe noch nie einen Check eingelöst, aber hier scheint das die Norm zu sein, und es hat auch gut geklappt.
Auch wenn wir ein mulmiges Gefühl hatten mit dem ganzen Geld und Reisepass etc. rumzulaufen, haben wir uns entschieden mit dem Bus nachhause zu fahren, also sind wir wieder durch den Carolina-Park zurück zur Bushaltestelle.
Zuhause gab es zum Abendessen eine richtig leckere Quinoa Bowl, für die wir sogar selber Humus gemacht haben. Also ja, der Mixer funktioniert, auch mit einer Klinge weniger, noch gut genug. Der Humus ist auch echt gut geworden, natürlich ohne mich selbst zu loben. Dazu gab es noch Bohnen, Paprika und Brokkoli und ein paar Nüsse, die wir angeröstet haben. Und zum Nachtisch natürlich eine Pitahaya!
Donnerstag:
Wegen meinem entzündeten Auge, hat unser Mentor für mich einen Termin beim Augenarzt ausgemacht. Um ehrlich zu sein, hatte ich ein bisschen Angst dort hinzugehen. Denn alleine zum Arzt gehen ist eine Sache, aber dann noch in einem anderen Land ist schon ein bisschen gruselig.
Um pünktlich da zu sein, haben wir uns ein Taxi geholt, Anna ist netterweise mitgekommen, also war ich nicht total allein. Der Arzt befindet sich in einem Krankenhaus und wir haben kurz gebraucht, um ihn zu finden, da das Krankenhaus zwei Gebäude hat und wir in das hintere mussten. Jedes Stockwerk hatte aber seinen eigenen Empfangsbereich, ich musste ins Siebte. Ich habe es auch geschafft mich anzumelden und nach ein bisschen warten kam ich auch schon dran. Der Arzt war super lieb und hat mit mir auf Spanisch geredet, er meinte mein Spanisch wäre gut. Was auch lustig war, war, dass seine Tochter anscheinend 11 Jahre lang in Stuttgart gelebt hat, wo meine Mama herkommt.
Ich muss mir jedenfalls wegen meinem Auge keine Sorgen machen, der Arzt hat mir zwei Augentropfen verschrieben, die wir auch direkt unten in der Apotheke kaufen konnten.
Nach dem erfolgreichen Arztbesuch haben wir uns entschieden zu einem veganen Restaurant zu fahren, was ich mir schon mal ausgeguckt hatte, denn dort gibt es nicht nur leckeres Essen, sondern auch eine tolle Aussicht.
Es war zwar ein bisschen teurer, aber das Essen und die Aussicht haben uns sehr überzeugt! Wir hatten uns beide ein Portabello Sandwich bestellt, wo noch Coleslaw, Avocado und Gemüse drauf war, und dazu gab es Pommes und BBQ Sauce. Außerdem habe ich einen Himbeer-Kombucha getrunken, der auch sehr lecker war und in einer coolen Flasche kam. Zum Nachtisch haben wir uns dann noch einen Brownie geteilt.
Super lecker, und auch die Angebote, die wir nicht probiert haben, hörten sich total lecker an, weswegen wir auf jeden Fall wiederkommen werden!
Wir waren sehr zufrieden, denn dann kam die Nachricht, dass wir am Montag unser Projekt beginnen können!
Nachdem wir noch eine Weile dort saßen und die Aussicht genossen haben, haben wir uns wieder auf den Nachhauseweg gemacht, denn wir wussten nicht wirklich, was wir sonst machen sollten.
Ich habe dann noch meiner Familie berichtet, wie es beim Arzt lief und ein paar Videos zum Eiskunstlauf bei Olympia geschaut…. Was es da alles für Drama gab…
Vor dem Abendessen haben wir ein bisschen recherchiert, was man hier in Quito so für Freizeitangebote hat. Anna hat eine Tanzschule gefunden, denn zuhause tanzt sie HipHop und wir beide wollen auch unbedingt einen Salsa Kurs machen. Ich habe ein Yogastudio gefunden, was ganz cool aussah.
Außerdem haben wir dann noch mit Ernesto, unserem Mentor geschrieben, der uns mit der Busverbindung zum Projekt hilft.
Abends war ich dann irgendwie einfach echt müde und bin nach dem Essen einfach bald ins Bett gegangen.
Freitag:
Am Vormittag ging es Einkaufen, denn am Wochenende würden wir ja wieder Besuch bekommen. Außerdem werden wir nächste Woche ja erstmal mit dem Projekt beschäftigt sein. Also haben wir ein paar Essentials gekauft und natürlich mal wieder sehr viel bei der Frutería geholt. Die Tochter der Verkäuferin war da und ich habe gefragt, wie alt sie ist. Sie ist fast zwei und unglaublich niedlich. Dann habe ich noch von meinem Neffen erzählt, der ist nämlich auch zwei.
Zum Mittagessen gab es Reste und ich habe noch mit einer Freundin telefoniert, aber dann wollte wir auch bald los, denn wir waren mit Maxim in der Ciudad de Mitad del Mundo verabredet, und der Weg dorthin ist etwas länger.
Mit dem Taxi hat es ungefähr 40 Minuten gedauert, und Maxim war schon dort und wartete auf uns.
Mitad del Mundo ist eine Sehenswürdigkeit am „Mittelpunkt der Erde“, wo eine kleine Stadt aufgebaut ist und auch ein Denkmal mit Aussichtsturm steht. Und natürlich gibt es eine Äquatorlinie auf dem Boden, man kann also von der Südhalbkugel auf die Nordhalbkugel gehen und wieder zurück. Wir sind auf das Denkmal hoch gegangen und haben die Aussicht genossen und wir haben natürlich auch einige Touristen Fotos auf der Linie gemacht. Aber nicht nur Standard Fotos, Maxim hat sogar einen Sideflip über den Äquator gemacht und ich hab einen Spagat drauf gemacht, noch kann ich ihn leider nicht ganz, und ein Rad über die Linie.
Ich habe mit dann in einem der Shops auch noch ein Armband, einen Sticker und einen Pin als Erinnerung gekauft. Danach sind wir noch auf einen Spielplatz in der „Stadt“ gegangen, bei dem die Bäume total schön mit Wolle geschmückt waren, und die Spielmöglichkeiten auch uns 18-Jährigen sehr viel Freude bereitet haben.
Da am Abend Emily und Luana kommen wollten, haben wir uns dann aber auch bald wieder auf den Weg gemacht. Zuhause angekommen, haben wir dann schon Nudeln mit Tomatensoße gekocht und bald waren die anderen auch schon hier.
Die beiden haben noch ihre Wäsche gewaschen, aber da sie schon arbeiten und deshalb sehr früh aufgestanden sind, sind wir auch bald einfach schlafen gegangen.
Samstag:
Der Tag startete früh, und zwar mit Schokoporridge! Wir hatten am Freitag nämlich 100%igen ecuadorianischen Kakao im Supermarkt geholt und haben uns sehr gefreut.
Dann war der Plan in den Park zu fahren, denn Emily und Luana waren dort ja noch nie, also stiegen wir in unseren bekannten Bus. Zuerst sind wir noch ein bisschen durchs Quicentro gelaufen, da die beiden das auch noch nicht richtig kannten, und dann haben wir ein bisschen die Gegend erkundet und sind an einem Kino vorbei gegangen. Aus Neugier haben wir mal geschaut, was so läuft, und dann haben wir spontan entschieden den Animationsfilm „Sing 2“ zu schauen, da er in 10 Minuten anfing und die Tickets nur $3 kosteten. Es war super lustig und der Film hat uns supergut gefallen. Es war ein guter Film, um ihn auf Spanisch zu schauen, da die Lieder trotzdem auf Englisch waren, und man die Dialoge gut verstanden hat, da sie nicht so kompliziert waren.
Als wir aus dem Kino raus gingen, schien die Sonne und wir alle waren hungrig, also gingen wir in die CCI Mall, um dort etwas zu essen. Ich habe mir eine vegane Bowl mit Reis, Quinoa, Bohnen und Avocado geholt und tatsächlich war die Soße darauf wirklich scharf! Uns ist ja vorher aufgefallen, dass die Ecuadorianer nicht wirklich scharf essen, also war ich sehr positiv überrascht. Nach dem Essen sind wir in den Süden des Carolina Parks, um den anderen die schöne Stelle am Wasser zu zeigen. Dort haben wir uns bisschen ins Gras gelegt und entspannt, bis es Zeit war uns wieder auf den Weg zu machen.
(mittlerweile wird das hier eher wirklich zu einem Food-Blog...)
Zuhause war der Plan zum Abendessen Burger selber zu machen. Anna und ich hatten am Vortag in einer Panedería passende Brötchen gekauft und der Plan war es, die Patties aus Kichererbsen, Zwiebeln und Tahini zu machen, ein Rezept was wir in meiner Familie zuhause auch oft benutzen. Leider sind die Patties ein bisschen auseinandergefallen, weil wir kein Kichererbsenmehl hatten, aber die Burger waren trotzdem total lecker!
Dann kam auch schon Vivi, eine andere Freiwillige aus Finnland, welche die anderen schon aus dem On-Arrival-Camp kannten. Wir waren ja am Abend auf einer Party eingeladen und wollten uns davor noch mit ein paar anderen in einer Bar treffen, und Vivi ist dort auch mitgekommen und hat später auch bei uns geschlafen.
Also machten wir uns fertig und haben uns auf den Weg in die Bar gemacht. Nachdem wir zuerst in die falsche Bar gegangen sind, die neben der eigentlichen war, haben wir die anderen gefunden. Es waren auch zwei Freiwillige aus der Schweiz da, die am Montag angekommen war, und eine der beiden wohnt in der Familie der Ecuadorianerin, welche gerade bei meinen Eltern in Deutschland lebt.
In der Bar habe ich einen Canelazo getrunken und alle haben sich noch ein bisschen Essen geteilt. Später kamen auch Ernesto, Anna und mein Mentor, den ich ja noch nicht kennengelernt hatte, und Bernardo, ein weiterer Mentor.
Als alle gegessen hatten, haben wir uns auf den Weg zur Feier gemacht, welche etwas außerhalb, in einem Ort namens Cumbayá, stattfand.
Die Location war in einem Garten von einem von Melissas Freunden. Es war zuerst ein bisschen komisch dort anzukommen, da wir wenige Leute kannten, aber dann haben wir einfach mit ein paar Leuten geredet und es war echt schön. Es war auch ein Freiwilliger aus Österreich da, mit dem wir schon Pläne für Sonntag ausgemacht hatten und auch ein Deutscher, der in Quito studiert. Ich habe mich auch viel mit anderen Leuten dort unterhalten und es war erstaunlich, denn mindestens zwei Ecuadorianer dort konnten ein bisschen Deutsch. Es war auf jeden Fall lustig, den Ecuadorianern deutsche Wörter und Sprichwörter beizubringen, und es hat mir gefallen mich mit verschiedenen Menschen zu unterhalten. Wir haben auch viel getanzt und hatten Spaß.
Die Feier hatte anscheinend schon um 11 Uhr morgens angefangen, weswegen wir dann auch schon um 2 gegangen sind, aber das war ok, denn manche von uns waren echt fertig. Ernesto war so lieb und hat uns nachhause gebracht.
Aus irgendwelchen Gründen haben Anna, Luana, Emily und ich uns entschieden alle in einem Bett zu schlafen, aber es war lustig und hat uns nochmal näher zusammengebracht.
Sonntag:
Anna und ich hatten heute mit unserer Mentorin und einem weiteren Mentor geplant die Busstrecke zu unserem Projekt auszuprobieren. Außerdem hatte vor ein paar Tagen jemand bei uns geklingelt, um Bescheid zu sagen, dass wir von 9 bis 14 Uhr keinen Strom haben werden, da an den Leitungen gearbeitet wird. Um kurz vor neun habe ich also den Mixer angeschmissen und einen Bananen-Smoothie für alle gemacht und dann haben wir uns einfach alle in Annas Zimmer aufs Bett gesetzt und gequatscht, bis Anna und ich uns langsam fertig machen mussten, denn wir hatten mit Majo, unserer Mentorin, ausgemacht uns um 10:30 Uhr zu treffen. Irgendwann rief mich dann eine ecuadorianische Nummer an. Es war Ain, der andere Mentor, welcher uns begleiten würde. Bald war auch Majo da und es konnte losgehen. Ich hatte schon die Buslinien und alles was wir brauchten aufgeschrieben, was uns Ernesto und Doménica geschickt hatten, aber da Sonntag war, hat es nicht ganz so funktioniert, wie geplant, denn sonntags fahren die Busse ein bisschen anders und einige Straßen werden jeden Sonntag für Fahrradfahrer gesperrt. Wir sind also ein bisschen anders zu unserem Projekt gefahren, als wir es dann Montag machen müssen, aber wir wissen jetzt trotzdem welche Busse wir wohin nehmen müssen.
Es war gut, das gemacht zu haben, da wir jetzt wissen, wo unser Projekt und die verschiedenen Haltestellen sind. Es ist tatsächlich alles ziemlich nah am historischen Zentrum und dem Panecillo, und wir sind auch noch in eine Kirche gegangen. Ich war sehr froh darüber, weil ich vorher noch nie im historischen Zentrum war.
Außerdem habe ich mich viel mit Majo und Ain unterhalten, was sehr gut war, um Spanisch zu üben.
Nachdem wir also unser Projekt gefunden haben, haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Zuhause haben wir uns dann von den Mentoren verabschiedet und noch kurz etwas gegessen, bevor wir dann ein Taxi in Richtung Café gerufen haben, wo wir uns mit den österreichischen Freiwilligen treffen wollten. Das Café hat Majo uns empfohlen und ist in der Nähe des veganen Restaurants, wo Anna und ich am Donnerstag gewesen waren.
Leider wollte der Taxifahrer uns nicht alle mitnehmen, aber wir mussten Vivi noch zu einer Bushaltestelle bringen, also sind Anna, Vivi und ich eingestiegen, und Emiliy und Luana haben ein zweites Taxi gerufen. Vivi zum Bus zu bringen war ein bisschen kompliziert und hat auch etwas gedauert, aber der Taxifahrer war total lieb und sehr hilfreich, und als Vivi dann im Bus nachhause war, hat er uns auch zu dem Café gefahren, wo die anderen schon auf uns warteten.
Dort habe ich mir dann ein Eis und einen Americano geholt, denn sie hatten leider keine pflanzliche Milch, aber dafür ein Schoko Eis auf Wasserbasis mit 70%-er Schokolade. Es war total lecker. Das Café heißt auch „Republica del Cacao“ und dort gibt es einige Varianten an Eis und heißer, sowie kalter Schokolade. Wie gesagt, ich war sehr zufrieden denn sowohl das Eis als auch der Kaffee waren sehr lecker.
Wir haben uns sehr viel mit den Österreichern unterhalten können. Sie sind schon ein halbes Jahr hier und konnten einige Erfahrungen mit uns teilen, und die eine ist auch vegan und hat mir ein paar Sachen empfohlen, aber das vegane Restaurant kannte sie tatsächlich noch nicht!
Es war ein sehr schöner Nachmittag, aber bald mussten wir los, da Emily und Luana ja leider zurück nach Otavalo mussten.
Als die beiden dann auch gegangen sind, haben Anna und ich uns noch einen entspannten Abend gemacht, die Wäsche gewaschen und uns mental auf die nächste Woche vorbereitet.











