Ich habe letztens zum ersten Mal davon gehört, dass Schiller einmal übelst den one-sided beef mit Alex v. Humboldt hatte (aus Eifersucht??). Ich hatte bisher nur bissige Bemerkungen von Fritz dazu finden können, vielleicht kann mir die tumblr bubble mehr dazu sagen🙏(und wen fragt man lieber, als den heiligen schoethe account)
was hast du Glück, dass ich auch Alex Ultra bin!
also Beef würde ich es vielleicht nicht gleich nennen, aber Schiller war vom jungen Alex (hier 27 Jahre alt), sagen wir mal, nicht so mega begeistert. Genauer schreibt er am 6. August 1797 an seinen Bestie Körner das hier [zu den lila markierten Stellen kommen wir danach noch]:
Über Alexander habe ich noch kein rechtes Urtheil; ich fürchte aber, trotz aller seiner Talente und seiner rastlosen Tätigkeit wird er in seiner Wissenschaft nie etwas Großes leisten. Eine zu kleine unruhige Eitelkeit beseelt noch sein ganzes Wirken, und ich kann ihm keinen Funken eines reinen objektiven Interesse abmerken, und wie sonderbar es auch klingen mag, so finde ich in ihm, bei allem ungeheuren Reichtum des Stoffes, eine Dürftigkeit des Sinnes, die bei dem Gegenstande, den er behandelt, das schlimmste Übel ist. Es ist der nackte, schneidende Verstand, der die Natur, die immer unfaßlich und in allen ihren Punkten ehrwürdig und unergründlich ist, schamlos ausgemessen haben will und, mit einer Frechheit die ich nicht begreife, seine Formeln, die oft nur leere Worte und immer nur enge Begriffe sind, zu ihrem Maßstabe macht. Kurz mir scheint er für seinen Gegenstand ein viel zu grobes Organ und dabei ein viel zu beschränkter Verstandesmensch zu sein. Er hat keine Einbildungskraft und so fehlt ihm nach meinem Urteil das notwendigste Vermögen zu seiner Wissenschaft – denn die Natur muss angeschaut und empfunden werden, in ihren einzelnsten Erscheinungen, wie in ihren höchsten Gesetzen." Alexander imponiert sehr vielen, und gewinnt in Vergleichung mit seinem Bruder meistens, weil er ein Maul hat und sich geltend machen kann. Aber ich kann sie, dem absoluten Werte nach, gar nicht miteinander vergleichen, so viel achtungswürdiger ist mir Wilhelm.
Dass Schiller so über ihn gedacht hat, wusste Alex damals natürlich nicht. Aber! Da Alex, als 50 Jahre später der Briefwechsel zwischen Schiller und Körner veröffentlicht wurde, immer noch gelebt hat, ist er doch noch in den Genuss gekommen, Schillers Urteil über sich lesen zu können. [Allerdings lag ihm vermutlich nur die 1847 erschienene Erstausgabe vor, die etwas entschärft war und in der die lilalen Passagen nicht enthalten waren]. In jedem Fall schreibt Alex (mittlerweile 87 Jahre alt) aber an den Geografen Carl Ritter im Januar 1857 das hier:
In den gedruckten Briefen von Schiller an Körner können Sie lesen in einem Briefe, der meine Ankunft in Jena meldet, wo ich mich unter Loder als Präparation zur amerikanischen Reise mit praktischer Anatomie beschäftigte, "ich sei viel geistreicher!!! als mein als mein Bruder Wilhelm" und einige Briefe später schrieb Schiller: "Alexander von Humboldt ist ein beschränkter Verstandesmensch, der trotz aller rastlosen Tätigkeit nie etwas Großes leisten wird." Freilich sagt Schiller auch in demselben Briefe: "Herders Werke seien Krankheitsstoffe, deren sich die Natur entledige." Es muss in der Zeit sehr trübes Wetter gewesen sein!












