In dem Maße, in dem dieser Versuch ein unmöglicher ist, können Einsichten in die Wirklichkeit und Forderungen nach praktischem Handeln nur von einer Ironie ausgehen, der sich der Ernst, den sie ansteckt, stets erneut entwindet. Man vermag folglich nicht zu sagen, ob praktisches Handeln am Ende zum Scheitern verurteilt ist oder nicht, ebensowenig wie man festzustellen vermag, ob ein begrifflicher Gebrauch einfach strategisch sein kann, oder ob jener, der in der Öffentlichkeit steht, den privatisierenden Ironiker selbstvergessen verkörpert. Jedesmal, wenn praktisch gehandelt, ein Begriff strategisch gebraucht, der privatisierende Ironiker selbstvergessen öffentlich verkörpert wird, bleibt der Ausgang solcher Unternehmungen offen, kann der Ernst der Ironie so wenig untergeordnet werden wie die Ironie dem Ernst, kann von keinem Standpunkt aus der Ausgang als ein vorgezeichneter betrachtet werden; denn nur der differierende Indifferenzpunkt von Ironie und Ernst, der sich eben nicht in einen Standpunkt verwandeln läßt, würde einen derartigen Ausblick bieten.
Alexander García Düttmann: Philosophie der Übertreibung, Frankfurt am Main 2004, S. 85f.












