Donald Trump ist nach einem Jahr immer noch US-Präsident.
Nach dieser niederschmetternden Bilianz sollten wir uns wohl anderen Dingen zuwenden, aber mir fallen im Moment keine ein. #Metoo hat gewirkt, sagen sie. Die Dinge verändern sich zum besseren für die Frauen, sagen sie. Aber dann ist dieser Mann nach wie vor im Amt, und keiner macht sich die Mühe auf die Anschuldigungen seiner weiblichen Opfer einzugehen, und das obwohl es Audio-Beweise dafür gibt, dass all diese Anschuldigungen vermutlich gerechtfertigt sind?
Nein, letztlich ändert sich die Welt nicht zum Besseren. #Metoo verkommt zunemend zu einer weiteren Waffe im Kampf der Geschlechter, da es niemanden mehr darum geht etwas zu ändern, sondern nur noch darum Männern eins rein zu würgen.
Echte Opfer versinken im Meer der unwahren Anschuldigungen und außer Kontrolle geratenen Diskussionsbeiträgen. Im Gegenzug dazu sehen wir uns einer einem männlichen Geschlecht gegenüber, das Frauen stärker und offener hasst als jemals zuvor. Die kollektive Entschuldiung ist längstenst anderen Emotionen gewichen, teilweise auch deswegen, weil Generalverdacht eben nun mal nicht gut ankommt, egal unter welchen Umständen.
Manche verlieren ihren Job, weil sie vom Arbeitgeber schuldig gesprochen werden. Das dient dem Schutz der Opfer, sollte also eine gute Sache sein, aber seit wann ist eigentlich ein beliebiger Arbeitgeber ein Richter?
Und letztlich kommt für jeden entlarvten Harvey Weinstein ein Donald Trump davon. Und eine Bewegung die einen kulturellen Misstand beenden hätte sollen, hat nur dafür gesorgt, dass sich Männer und Frauen ferner sind als jemals zuvor.
Zu schade. Aber andererseits, was hatte man sich zwischen radikalen Feministinnen und Frauenhassern anderes erwartet? Die einen rufen nach wie vor: “Euch allen gehören die Eier abgeschnitten und ihr gehört getötet” und die anderen rufen nach wie vor: “Ich hoffe ihr werdet bald vergewaltigt und das am Besten so richtig!”
So war es schon immer. Und so wird es wohl auch immer sein. Und irgendwie wird auch keiner der beiden Seiten klar, dass sie mit ihrer Einstellung unrecht haben. Und Leute wie Donald Trump kommen lächelnd davon, Frauenmärsche hin oder her.