Pai!
Pai. Meiner Meinung nach der schoenste Ort den ich bis jetzt in Thailand gesehen habe! Umringt von Bergen, voll mit Hippies und Grasplantagen, Musikern, Kuenstlern und dem weissen Buddha der aus der Ferne auf einen herabschaut. Noch nie habe ich Berge so schoen gefunden.. Das ist auch der Grund, weshalb wir viel laenger als geplant hier bleiben, eine ganze Woche!
Das erste, was wir in Pai zu Gesicht bekommen sind unsere Englaender, Tom und Brooke. Zum dritten Mal treffen wir diese zufaellig irgendwo, nur dass es ihnen dieses mal nicht wirklich gut geht. Sie erzaehlen uns von der Sunset Bar und empfehlen uns, dort nicht hinzugehen, da sie scheinbar von den Shakes den ganzen Tag krank geworden sind..
Nachdem wir uns verabschiedet haben, machen wir uns auf den Weg um eine Unterkunft zu finden. Wir gehen ueber eine kleine, sehr wackelige Bambusbruecke und verlieben uns direkt in ein Bambusbungalow mit Terasse und Haengematte, das mit 15 Euro die Nacht eigentlich ein wenig ueber unserem Budget liegt. Wir entscheiden uns, trotzdem fuer eine Nacht (Im Endeffekt waren es natuerlich doch zwei!) zu bleiben und ein wenig zu geniessen. Wir packen aus und entspannen erst einmal ein wenig, das Resort ist wunderschoen. Spaeter gehen wir los und entdecken direkt den abendlich stattfindenden Markt, der Kunst, Klamotten und vor allem Essen jeglicher Art anbietet, allerdings nicht nur Thai: Indisch, Thai, Sushi, Pizza (und zwar unglaublich gute), gebackene Kartoffeln, Eierstaebchen, Wuerstchen, man konnte sich kaum entscheiden. Auf halbem Weg treffen wir zwei deutsche Jungs wieder, die wir in Chiang Mai schon kurz kennengelernt hatten. Die zwei hatten das gemacht, was wir uns nicht getraut hatten: Mit dem Motorrad von Chiang Mai nach Pai. Wow! 153km und eine unendliche Anzahl von Kurven und Serpentinen.. Die beiden kommen mit uns und wir gehen gemeinsam in eine Reggae Bar (Nein, die werden nicht langweilig!) und sie erzaehlen uns von ihrem Leben in Neuseeland. Auch lernen wir in der Bar Amerikaner kennen, die uns die Sunset Bar im Gegensatz zu den Englaendern sehr empfehlen, und Niederlaender, denen wir unwissenheitshalber die Sunset Bar dann weiterempfehlen. Mit ihnen verabreden wir uns dort fuer den naechsten Abend. Eine Sache die noch ueber die Rasta Bar gesagt werden muss: Dort gibt es die seidigste weichste Katze, die ich je gestreichelt habe! Ob dies von den Drogen dort herruehrt (Sie wirkte ein wenig plemplem) oder sie einfach so war, weiss ich nicht. Aber sie war SO WEICH!
Nach einer Nacht im weichsten Bett, das ich in Thailand bisher hatte, fruehstuecken wir in der Sonne auf der Wiese vor unserem Bungalow und machen uns auf die Motorroller- (und zu dem Zeitpunkt noch Unterkunfts) Suche. Wir essen Mittag in einem der coolsten Hostel Pais, wo wir direkt fuer die uebernaechste Nacht reservieren. Da wir beide muede sind, goennen wir uns vor unserem tollen Sunset Abend noch ein Schlaefchen. Spaeter treffen wir die Niederlaender und lernen in der Bar noch zwei Deutsche aus Koeln kennen, Sonja und Pierre. Mit den beiden verstehen wir uns auf Anhieb perfekt und haben einen unvergesslichen Abend.
Mit unseren neuen Freunden gehen wir am naechsten Tag fruehstuecken, nachdem wir unser Gepaeck im neuen Hostel abgestellt haben, und starten viel spaeter als geplant und gehofft auf unseren ersten Ausflug ins Umland von Pai. Es gibt einiges zu sehen, verschiedene Wasserfaelle, Tempel und einen Canyon, ein chinesisches Bergdorf und einige andere Doerfer, alles locker erreichbar mit einem Motorrad. Wir besuchen zuerst einen Wasserfall, und versuchen zum Sonnenuntergang am Canyon zu sein, was sich auf jeden Fall lohnt. Eine Sache die sehr stark auffaellt, ist dass die nativen Bewohner der wunderschoenen Huegel des Oefteren versuchen, uns Touristen Marijuana zu verkaufen. Beim ersten Thai, der neben Beni auf die Strasse lief und ihm Rauchzeichen mit den Fingern machte, steigt Beni noch ab und will ihr eine Zigarette geben, bis wir verstehen, was sie moechte, und dankend ablehnen. Am Abend goennen wir uns eine der weltklasse Lasagnen auf dem Abendmarkt und setzen uns mit Sonja und Pierre noch einmal in die Reggae Bar, da sie am naechsten Tag Pai verlassen. Abends schlafen wir im Hostel.
Am 14. starten wir unsere zweite Tour ins Umland, schauen uns einen weiteren Wasserfall, Baumhaus Bungalows und den weissen Buddha an. Abends suchen wir ein neues Hostel, da wir im anderen nicht bleiben koennen. Die Suche zieht sich hin, da Pai aufgrund eines Festivals sehr gut besucht ist und fast alles ausgebucht ist. Als es Beni ploetzlich schlechter geht, beeilen wir uns und finden das Evergreen, in das wir schnell einziehen. Kurz danach muss Beni sich uebergeben, wahrscheinlich von einem Wuerstchen vom Markt. Der Abend bleibt ruhig, ich hole Tee und Wasser und wir entspannen im Bett, wenn auch es eher weniger entspannend fuer Beni ist..
Folglich wird der naechste Tag ein Entspannungstag, an dem nur fuer Essen und trinken aufgestanden wird. Unsere Vermieterin ist die entspannteste die ich kenne, wir koennen bleiben so lange wir wollen ohne Bescheid zu sagen, denn sie nimmt eh keine Buchungen im Vorhinein an. Na gerne doch! Ausserdem entdecke ich an diesem Tag einen speziellen Laos Kaffee, der ganz leicht nach dunkler Schokolade schmeckt... ich hoffe den finde ich in Laos! Nachmittags isst auch Beni vorsichtig etwas. Abends schauen wir gemuetlich einen Tatort auf meinem Handy.
Am 16. dann sind wir wieder voller Elan. Der Plan fuer den Tag ist, mit dem Roller in die Tham Lod zu fahren, eine ca. 50km entfernte Fischhoehle. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben, ist dass es absolut keinen einzigen Roller mehr in Pai zu mieten gibt. Das kleine Staedchen ist so gefuellt wegen des Festivals, dass alle Roller vermietet sind. Wir, enttaeuscht, fruehstuecken erst einmal gemuetlich und sind neugierig geworden auf das Festival. Nach einigem Herumfragen (Typisch Thai, keiner weiss natuerlich wieder von nichts!) finden wir endlich jemanden, der Tickets verkauft, und holen uns eins. Wir buchen zusaetzlich noch das Busticket fuer unser naechstes Reiseziel, Vientiane. Den Rest des Tages verbringen wir entspannt an einem grossen Pool 5min. vom Zentrum entfernt.
Am folgenden Tag stehen wir frueher auf, um wenigstens noch das chinesische Dorf sehen zu koennen. Und wieder sind alle Roller vermietet. Unglaublich. Wir beschliessen zu warten, bis einer zurueckgegeben wird, und teilen uns dieses Mal einen. Rechtzeitig zurueck, machen wir uns bereit fuer das Festival und lernen noch Kenny, einen in Australien geborenen Malayen kennen, den wir spontan mitnehmen. Das Jive Garden Festival zu beschreiben, ist nicht einfach. Drei Buehnen, ueberwiegend Thais, gutes billiges Essen, viel Bier. Zuerst sind wir noch erschuettert, wie reserviert und ruhig die Thais ihre Lieblingsbands schauen, zur spaeteren Stunde allerdings aendert sich das Bild... Die Ladyboys erklimmen die Buehne, knapp bekleidet, gerne auch mit aus den Bruesten springenden Gewehren, eine offenbar sehr beliebte Boy(??)-Band im Sailor Moon Kostuem, die Thais rasten aus. So etwas haben wir noch nicht erlebt... Auf dem Weg nach Hause allerdings mache ich eine meiner schlimmsten Erfahrungen in Thailand: Als wir versuchen, mit dem Taxifahrer den Preis zu verhandeln, fangen zwei junge Thais ploetzlich aus dem Nichts an, auf Beni und Kenny loszugehen und sie zu schlagen. Ich kann es mir bis jetzt nur so erklaeren, dass sie erbost waren ueber unsere vorgeschlagenen Preise, dabei haetten sie nur Nein sagen muessen. Denn das ist es genau, was die Thais mir beigebracht haben: Handle, sonst wirst Du verarscht. Vielleicht ist es im Norden ja auch anders als in Bangkok. Jedenfalls haben die Jungs einiges einstecken muessen, bis wir die Situation beruhigen konnten. Eingeschritten ist natuerlich sonst niemand, die Farangs (Thai fuer "Auslaender") waeren sowieso schuld gewesen..
Am 18. dann machen wir uns nach einem Fruehstueck mit Kenny auf den Weg zum Bus und verlassen um 15.30 Pai. In Chiang Mai wechseln noch einmal die Busfahrer und eine sehr wackelige, verrueckte Fahrt beginnt. Fast 800km, wir sind es ja eigentlich schon gewoehnt, allerdings nicht im Minibus. Diese sind sehr wenige komfortabel als die grossen Busse, dafuer sehr schnell. Beni und ich schlafen abwechselnd auf dem Schoss des anderen oder versuchen irgendwie im Sitzen zu schlafen, die waghalsigen Manoever unseres verrueckten (aber sehr lustigen!) Busfahrers wollen wir sowieso gar nicht sehen.. Um sechs Uhr morgens erreichen wir die Grenze, bekommen unser Visum und werden in der Stadt abgesetzt. Wilkommen in Laos!














