30.09.2017 - MENGEN, Revolution Rock Festival
Leider müssen wir den Dresdener Mondpalast sehr früh wieder verlassen. Abfahrt 7:30. Oh je! Wir hoffen Rob pünktlich am Auto anzutreffen, da er gestern bei seiner Freundin genächtigt hat, die in Dresden wohnt. Die beiden hatten sich gestern nach der Show mit den Worten: „Wir gehen jetzt ins Hebe-das!“, verabschiedet. Kein Gutes Zeichen. Doch zu unserer Überraschung wartet Robert bereits am Van. Er sieht etwas betrübt aus. Sein Handy hat den Geist aufgegeben. Trotzdem fällt er schnell und wie gewohnt bereits auf den ersten 100m Fahrt in einen sanften, tiefen und unbekümmerten Schlaf.
Die Fahrt dauert ca. 8 Stunden und bietet außer einer Polizeikontrolle am Autohof wenig Abwechselung. Darius fährt wieder souverän durch und kennt in Mengen sogar noch den Weg zum Jugendhaus. Zur Info. Wir hatten hier bereits vor fünf Jahren gespielt, sind damals allerdings noch mit dem Zug angereist. Keine Ahnung wie man in seinem Gehirn Platz für diesen Routenabschnitt findet, aber Darius weiß wo es lang geht.
An der Location angekommen beginnt eine Equipment Schlacht wie wir es selten erlebt haben.
Alle vier Bands haben eine komplette Backline dabei und keiner weiß wer, was, wie, wo verwendet werden will oder soll. Die Bühne, deren Boden man vor lauter Kabeln schon gar nicht mehr erkennt, ist randvoll mit teurem Equipment. Von „In-Ear Monitoring Rack“ bis Baritongitarre, die über mehrere Amps läuft. Zum Zeitpunkt unseres Soundchecks stehen auf der Bühne zwei komplette Drumkits, zwei Bassboxen, drei Gitarrencombos, verschiedene Racks, versehen mit blinkendem digitalen Gedöns, und und und.
Genug Gründe für Mischer Robert erstmal einen ordentlichen Gear-Talk zu starten und nebenbei lässig alle relevanten Infos für unseren Soundcheck zu klären. Guter Mann.
Zum Glück war kein einziges Kabel überflüssig. Alle vier Bands klingen wahnsinnig interessant und gut. Während der Show von „Kaffkönig“ kommt schon wieder die Polizei. Es scheint keine größeren Probleme zu geben und sogar wir dürfen noch auf die Bühne.
Vielleicht war dem Streifenpersonal an einem Samstag Abend in Mengen einfach langweilig. Erfreulicher Weise ist auch dem Publikum spät abends nicht langweilig und wir kommen überraschend gut an.
Nach der Show geht es direkt zurück nach Freiburg bzw. für mich und Fotograf Sascha über Freiburg erneut nach Norddeutschland. Neben Roberts Handy am Morgen schreddert jetzt auf der Fahrt auch noch Saschas McBook Bildschirm und das Tourabschlusstief könnte besser nicht sein. Hätten wir heute bloß nicht die Bühne mit „Kind KAPUTT“ geteilt. Noch ein Wortzwitz der Extraklasse.
Am Freiburger Hauptbahnhof treffe ich noch ein paar Freunde auf ein Nachtbier und schon geht das lustige Zugfahren erneut los. Ich müsste in den vergangenen 42 Stunden ca. 2000 km zurückgelegt haben. Minimum die Hälfte dieser Zeit mit Fahren verbracht. Die Tour ist vorbei. Life is a wild ride!